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Keine Stachelhalsbänder - "Wir setzten auf positive Impulse"

von Anke Donner


Die Tierschutzorganisation PETA erhebt schwere Vorwürfe gegen einen Hundeverein aus Wolfenbüttel und Salzgitter. Foto: CC0 Public Domain

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05.01.2017

Wolfenbüttel/Salzgitter. Die Tierschutzorganisation PETA erhebt schwere Vorwürfe gegen einen Hundeverein aus Wolfenbüttel und Salzgitter. Trainern des Vereins wird vorgeworfen, Stachelhalsbänder als Trainingsmethode einzusetzen so gegen das Tierschutzgesetz zu verstoßen.



In der Meldung von PETA heißt es dazu: "PETA hat Strafanzeige wegen Verdacht auf Verstoß gegen das deutsche Tierschutzgesetz gegen neun Hundetrainer und Hundetrainerinnen des Vereins für Deutsche Schäferhunde (DSV) gestellt. Die Angezeigten sind in den Landkreisen Rhein-Erft-Kreis, Saarlouis, Wolfenbüttel und Salzgitter wohnhaft. Informationen eines Whistleblowers zufolge „trainieren“ hochrangige Mitglieder des DSV ihre Hunde auf vielen Ortsgruppenplätzen mit Hilfe von Stachelhalsbändern. Darunter sind Vorstandsmitglieder auf Orts- und Landesebene, ebenso Leistungsrichter und Übungswarte. Diese Halsbänder verursachen Schmerzen und Verletzungen: Beim Zug am Halsband richten sich die Krallen in Richtung Hals auf und würgen den Hund. Laut deutschem Tierschutzgesetz (§ 3 Nr.5) ist es verboten, ein Tier auszubilden oder zu trainieren, wenn damit erhebliche Schmerzen, Leiden oder Schäden verbunden sind. Bei den Hunden kann der wiederholte intensive Einsatz der Halsbänder nachhaltige Schäden verursachen, denn im Halsbereich befinden sich empfindliche Wirbel und Nerven sowie Speise- und Luftröhre. Stachelhalsbänder bewirken Panik und Schmerzen bei den Tieren und können zu schweren Schäden an Hals- und Rückwirbelsäule führen. Die Wissenschaft sieht den Einsatz dieser Halsbänder äußerst kritisch. PETA hat Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Augsburg wegen Verdacht des Verstoßes gegen das deutsche Tierschutzgesetz (§ 17 Nr.2b) gestellt. „Auf Trainingsplätzen des DSV werden Tiere mittels schmerzverursachender Stachelhalsbänder trainiert. Durch den wiederholten Zug an der Leine, bohren die Stacheln immer wieder in den Hals der Hunde: Für die Vierbeiner ist das eine physische und psychische Tortur“, so Dr. Edmund Haferbeck, Leiter der Wissenschafts- und Rechtsabteilung bei PETA.

Keine Stachelhalsbänder


Auf Nachfrage von regionalHeute.de erklärt Volker Behrens, erster Vorsitzender Ortsgruppe Wolfenbüttel VereinDeutsche Schäferhunde, dass er die Vorwürfe zurückweist. "In unserem Verein werden keine Stachelhalsbänder eingesetzt, obwohl das gesetzlich erlaubt wäre. Wir würden den Tieren niemals Schmerzen zufügen. Wir halten uns an die gesetzlichen Vorschriften und setzen auf positive Impulse. Wenn ein Hund also etwas gut gemacht hat, wird er belohnt. Wenn er etwas nicht gemacht hat, dann wird es so lange wiederholt, bis er es gelernt hat. Wir können doch aber den Hunden keine Schmerzen zu fügen", so Behrens. Von den Vorwürfen gegen den Verein und eines seiner Mitglieder hätte Behrens erst aus den Medien erfahren. Eine offizielle Anzeige sei dem Verein nicht zugegangen. "Ich weiß auch nicht, wie PETA dazu kommt, diese Vorwürfe zu erheben", so Behrens.

Ihm persönlich sei auch nich bekannt, dass eine der Trainerinnen solche Trainingsmethoden anwendet. "Ich stehe natürlich hinter unseren Mitgliedern und kann sagen, dass mir nie etwas negatives aufgefallen ist oder zugetragen wurde. Und ich mir sicher bin, dass sie den Tieren nie Schmerzen zugefügt hat", versichert Behrens. Durch ihn ließ die Beschuldigte auch Ausrichten, dass sie sich nicht zu den Vorwürfen äußern wolle.


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