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Kiesabbau in Sachsen-Anhalt gefährdet Wasserwerk Börßum



Wolfenbüttel

Kiesabbau in Sachsen-Anhalt gefährdet Wasserwerk Börßum


Joachim Moshake, Andreas Memmert, Frank Oesterhelweg, Manfred Hundertmark, Wilfried Schmidt (v. li.). Fotos: CDU
Joachim Moshake, Andreas Memmert, Frank Oesterhelweg, Manfred Hundertmark, Wilfried Schmidt (v. li.). Fotos: CDU Foto: privat

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Börßum. Im Ilsetal droht in Kürze der Kiesabbau, obwohl alle Beteiligten der Meinung waren, das Thema wäre wegen vielfacher schädlicher Auswirkungen auf die flussabwärts gelegenen Orte und Einrichtungen, wie das Wasserwerk Börßum-Heinigen, endgültig vom Tisch.



Bereits 2004 hat das in Sachsen-Anhalt für die Erteilung von Kiesabbaugenehmigungen zuständige Landesamt für Geologie und Bergwesen (LAGB) auf Antrag eines Landwirtes aus Goslar versucht, ohne Beteiligung der Niedersächsischen Nachbarn im Ilsetal für eine Naßauskiesung auf einer Fläche von fast 200 Hektar zu genehmigen. Bei einer Naßauskiesung wird der Kies mit dem Bagger aus der Erdeentnommen und die Grube füllt sich mit Grundwasser (wie die Kiesseen bei Schladen). Jedoch wurden die Niedersächsischen Behörden durch den damaligen Bürgermeister Manfred Hundertmark der Gemeinde Rimbeck-Bühne-Hoppenstedt informiert. Fast 70 Einwendungen zum Hochwasserschutz, zur Gefährdung der Trinkwassergewinnung in Niedersachsens größter Grundwassergewinnungsanlage Börßum-Heiningen, zum Natur- und Landschaftsschutz und zur Raumordnung sorgten dafür, dass das Vorhaben lange Zeit ruhte.

Rahmenbetriebsplan soll umgesetzt werden


Doch nunmehr wurden die vom Kiesabbau betroffen Landwirte und Flächeneigentümer Joachim Moshake, Manfred Hundertmark und Wilfried Schmidt informiert, dass der Rahmenbetriebsplan jetzt genehmigt werden soll. Betroffen ist eine Fläche von 55 Hektar.


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Bürgermeister Andreas Memmert. Foto:


Landwirte baten um Unterstützung


Joachim Moshake informierte vor kurzem den Landtagsabgeordneten Frank Oesterhelweg (CDU) und Schladen-Werlas Bürgermeister Andreas Memmert und bat um Unterstützung. Voraussichtlich noch in diesem Quartal wird das Landesamt für Geologie und Bergwesen (LAGB) die Planfeststellungsentscheidung für das Kiesabbauvorhaben Bühne-Ost treffen. „Bislang hat das LAGB keine Sachverhalte ermittelt, die so schwerwiegend sind, dass der Rahmenbetriebsplan nicht zugelassen werden könnte," sagte Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Armin Willingmann (SPD) beim Jahresempfang der Stadt Osterwieck zu Bürgermeister Andreas Memmert, der auf Wunsch von Osterwiecks Bürgermeisterin Ingeborg Wagenführ mit dem Minister sprach. Memmert informierte den Minister, dass die niedersächsischen Behörden erneut nicht beteiligt wurden und wies auf die schädlichen Auswirkungen des geplanten Kiesabbaus für das Trinkwasser und den Hochwasserschutz hin. Daraufhin versprach Willingmann, in seinem Hause die Sache erneut vorzutragen.

Gespräch im Niedersächsischen Umweltministerium


Am vergangenen Donnerstag organisierte Frank Oesterhelweg ein Gespräch mit der Staatssekretärin im Niedersächsischen Umweltministerium Almut Kottwitz (Bündnis 90/Grüne) mit den betroffenen Landwirten und Andreas Memmert. "Hochwasserschutz müssen wir für komplette Flussgebiete organisieren, das heißt auch über die Landesgrenze nach Sachsen-Anhalt hinweg. Es ist nicht akzeptabel, dass die niedersächsische Seite nicht eingebunden wird, wenn am Okerzufluss Ilse Maßnahmen vorgesehen werden, die bspw. das Wasserwerk Börßum gefährden oder die Hochwassergefahr an Ilse und Oker verstärken könnten!". sagte Oesterhelweg im Gespräch mit der Staatsseketärin. Kottwitz versprach, mit Ihrem Kollegen in Sachsen-Anhalt Klaus Rehda zu telefonieren. Auch sollen Fachleute des Niedersächsischen Umweltministeriums die Gefährdung für die Trinkwassergewinnung untersuchen.

Runder Tisch in Schladen angeregt


Die Beteiligten regten kurzfristig einen runden Tisch mit den betreffenden Stellen aus Sachsen-Anhalt in Schladen an. "Wir - Andreas Memmert, Thomas Pink, Frank Oesterhelweg - haben in der vergangenen Wahlperiode das Pilotprojekt 'Integrierter Hochwasserschutz im Nördlichen Harzvorland' auf den Weg gebracht, das heute landesweit als Vorzeigeprojekt gilt - die hier erarbeitete Vorgehensweise muss auch hier Anwendung finden.", so. Oesterhelweg. "Ich werde mit Bürgermeister Andreas Memmert sehr genau beobachten, wie sich der weitere Fortgang des Verfahrens gestaltet. Wenn das auf Verwaltungsebene nicht funktioniert, dann werden wir den Landtag damit befassen," bemerkte Frank Oesterhelweg.


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