Sie sind hier: Region >

Goslar: Oberbürgermeister sieht Kiesabbau in Wiedelah kritisch



Goslar

Kiesabbau in Wiedelah: Oberbürgermeister äußert sich kritisch

Es solle mehr auf Recycling gesetzt werden.

Die Pläne für ein Kieswerk in Wiedelah werden kritisch gesehen.
Die Pläne für ein Kieswerk in Wiedelah werden kritisch gesehen. Foto: pixabay/Markus Distelrath

WhatsApp
facebook
Twitter
LinkedIn
E-Mail

Wiedelah. In einer gemeinsamen Pressemitteilung haben sich der Oberbürgermeister der Stadt Goslar, Dr. Oliver Junk, und Vertreter der Bürgerinitiative "Kein Kiesabbau in Wiedelah“ kritisch gegenüber dem Vorhaben der Firma Raulf, in Wiedelah Kies abzubauen, geäußert.


Dieses Vorhaben habe die Bevölkerung im Ort verunsichert, so heißt es in der Pressemitteilung.

Lesen Sie auch: Protest gegen Kiesgrube in Wiedelah - Politiker hält Vorhaben für "nicht machbar"




Das Raumordnungsverfahren zur Zulassung des Tagebaus laufe und die Firma habe einen Anspruch auf eine sachliche und rechtlich einwandfreie Prüfung seines Antrages. Die Stadt Goslar sei zunächst als Träger öffentlicher Belange gefordert, die Anforderungen zu den von ihr zu vertretenden Belangen zu formulieren. Wie aus der am heutigen Montag veröffentlichen Pressemitteilung hervorgeht, werde dabei ein deutlicher Schwerpunkt auf den Auswirkungen für die Wohnbevölkerung liegen.

Der Oberbürgermeister hat sich daher mit Vertretern der gegründeten Bürgerinitiative "Kein Kiesabbau in Wiedelah“ vor Ort, im Bereich der Wülperoder Straße, getroffen. Im Rahmen dieser Begegnung bestätigte der Oberbürgermeister die Brisanz des Themas. Er sehe gemeinsam mit allen Vertretern der Goslarer Politik den Kiesabbau kritisch, weil es eine Beeinträchtigung der dortigen Lebensqualität bedeute. Auch aus fachlicher Sicht kritisierte Dr. Junk das geplante Unterfangen. Insbesondere schränke es die gesamte Siedlungsentwicklung ein, denn sollte das Kiesabbaugebiet kommen, sei de facto keine Entwicklung mehr möglich: "Wiedelah wäre gefangen zwischen Autobahn, Schienen und Kiesabbau“, so der Oberbürgermeister. Die Vertreter der Bürgerinitiative wiesen ferner darauf hin, dass das Abbaugebiet in einem Abstand von nur rund 100 Metern von der Wohnbebauung geplant sei, obwohl der grundsätzlich einzuhaltende Abstand mindestens 300 Meter betrage.

Oberbürgermeister Dr. Oliver Junk äußerte sich gegenüber dem geplanten Kiesabbau kritisch.
Oberbürgermeister Dr. Oliver Junk äußerte sich gegenüber dem geplanten Kiesabbau kritisch. Foto: Marvin König



Problematisch für die Umwelt



Für Dr. Junk sei das Projekt aber vor allem im Hinblick auf den notwendigen Schutz des Trinkwassers problematisch: Das Areal liegt im Wasserschutzgebiet und ist gleichzeitig Vorranggebiet für die Trinkwassergewinnung. Er befürchtet außerdem eine hohe Verkehrsbelastung für den Ort sowie Grundwasserabsenkungen, was angrenzende Gebäude beeinträchtigen könnte: "Fachlich sehe ich es auch kritisch im Hinblick auf den Betrieb der Kläranlage". Auch im Hinblick auf die Natur- und Vogelschutzgebiete um den Wiedelaher See herum sowie auf etwaige Belastungen der Umwelt hält er fest: "Heutzutage sollte es nicht mehr nötig sein, die Umwelt auszubeuten, um an Bodenschätze zu kommen, wenn doch stattdessen Recycling in großem Umfang möglich ist. Die Recyclingquote bei Baustoffen muss gesteigert werden – für unsere Umwelt und für unsere Lebensqualität".

Die Bürgerinitiative teilt indessen die kritischen Einschätzungen des Oberbürgermeisters: "Wir fühlen uns mit unseren Sorgen und Befürchtungen ernst genommen und werden das weitere Verfahren aufmerksam verfolgen und uns aktiv einbringen“, so das Fazit der Vertreter der Bürgerinitiative.


zur Startseite