Wolfenbüttel/Goslar. Die Qualität des Bioabfalls in den Landkreisen Wolfenbüttel und Goslar hat sich in den vergangenen zwei Jahren deutlich verbessert. Das zeigen aktuelle Prüfergebnisse der Kompostwerke in Upen und Bornum. Die Untersuchungen wurden gemeinsam von den Kreiswirtschafts-Betrieben Goslar und dem Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises Wolfenbüttel sowie der Gesellschaft für Biokompost mbH im Februar 2026 durchgeführt, heißt es in einer Mitteilung des Landkreises.
Bereits im Jahr 2024 war eine umfangreiche Chargenanalyse durchgeführt worden, um den Anteil an Fremdstoffen im Bioabfall zu ermitteln. Zwei Jahre später zeigt sich nun deutlich: Die Maßnahmen zur Verbesserung der Bioabfallqualität greifen. Wie die Abfälle mittels KI kontrolliert werden, lesen Sie hier.
Weniger Kunststoff im Biomüll
Im Kompostwerk in Upen lag der Anteil an Fremdstoffen im Jahr 2024 noch bei 3,32 Prozent, davon 1,56 Prozent Kunststoff. Bei der aktuellen Chargenprüfung im Jahr 2026 konnten diese Werte deutlich reduziert werden. Der Anteil an Kunststoff beträgt nun nur noch 0,52 Prozent, während die gesamten Fremdstoffe auf 1,17 Prozent gesunken sind.
Auch im Kompostwerk in Bornum zeigt sich eine klare Verbesserung. Dort lag der Kunststoffanteil im Jahr 2024 bei 1,14 Prozent, die Gesamtfremdstoffe bei 2,09 Prozent. Die aktuelle Prüfung im Jahr 2026 ergab einen Kunststoffanteil von 0,31 Prozent sowie 1,34 Prozent Fremdstoffe insgesamt.
„Diese Ergebnisse sind insbesondere für den Landkreis Goslar ein sehr positives Signal. Die Werte zeigen, dass die Bioabfälle zunehmend sauberer getrennt werden und somit eine hochwertige Kompostierung möglich bleibt“, so Thomas Ebert, Betriebsleitung der Kreiswirtschafts-Betriebe Goslar.
Auch Sandra Wehr, Werksleiterin des Abfallwirtschaftsbetriebes Landkreis Wolfenbüttel, zeigt sich mit der aktuellen Entwicklung sehr zufrieden. „Wenn es uns gelingt, mit unseren Maßnahmen noch mehr Bürgerinnen und Bürger zur verbesserten Abfalltrennung zu motivieren, können wir die Qualität der Bioabfallverwertung kontinuierlich weiter erhöhen. Eine gezielte und nachhaltige Aufklärungsarbeit ist dabei von zentraler Bedeutung.“
Kontrollen wichtig und wirksam
Ein wichtiger Baustein für diese Entwicklung sind die regelmäßigen Kontrollen der Biotonnen im Landkreis. In den vergangenen drei Wochen wurden die Inhalte der Tonnen durch Mitarbeitende stichprobenartig überprüft. Dabei zeigte sich, dass etwa 30 Prozent der kontrollierten Tonnen aufgrund zu vieler Fehlwürfe – beispielsweise Plastik, Verpackungen oder Restmüll – zunächst nicht geleert werden konnten. Die betroffenen Haushalte erhalten einen Hinweis, damit die Trennung künftig korrekt erfolgt.
Die Kontrollen sind ein wichtiger Bestandteil der Qualitätssicherung. In vielen Fällen reagierten die Bürgerinnen und Bürger jedoch direkt: Ein Teil der Haushalte hat den Inhalt der Biotonne nach dem Hinweis aussortiert und gereinigt, sodass die Tonne bei der nächsten regulären Abfuhr wieder ordnungsgemäß geleert werden konnte.
Hintergrund der Maßnahmen ist der Schutz von Umwelt und Böden: Kunststoffanteile im Bioabfall lassen sich im Kompostierungsprozess nicht vollständig entfernen. Sie werden zerkleinert und gelangen als Mikroplastik in den fertigen Kompost. Dieser wird in der Landwirtschaft sowie in privaten Gärten als organischer Dünger eingesetzt – und damit auch auf Äcker und in Böden ausgebracht. Eine saubere Trennung der Bioabfälle ist daher entscheidend, um den Eintrag von Mikroplastik wirksam in die Umwelt zu vermeiden.
Kunststoffe erschweren die Verarbeitung der Bioabfälle
Ziel dieser Maßnahmen ist es, hochwertigen und schadstoffarmen Kompost zu erzeugen. Fremdstoffe – insbesondere Kunststoffe – erschweren die Verarbeitung der Bioabfälle erheblich und können die Qualität des entstehenden Komposts beeinträchtigen. Langfristiges Ziel ist dabei nicht lediglich eine Reduzierung auf niedrige Fremdstoffanteile, sondern eine möglichst vollständige Vermeidung – also Bioabfall ohne Störstoffe.
Parallel zu den Kontrollen setzt der ALW weiterhin auf Aufklärung und Information. Über Social-Media-Kanäle werden regelmäßig Hinweise veröffentlicht, welche Abfälle in die Biotonne gehören und welche nicht. Durch diese kontinuierliche Information sollen Bürgerinnen und Bürger zusätzlich für die richtige Mülltrennung sensibilisiert werden.
„Die aktuellen Ergebnisse zeigen, dass dieser Weg erfolgreich ist: Sauber getrennte Bioabfälle sind eine wichtige Grundlage für nachhaltige Kreislaufwirtschaft und hochwertigen Kompost. Unser Anspruch bleibt dabei klar: Der Anteil an Fremdstoffen soll perspektivisch gegen null gehen“, sagt Frau Eva-Maria Pabsch, Geschäftsführerin Gesellschaft für Biokompost mbH.

