Region. Ab dem kommenden Schuljahr sollen Schüler in Niedersachsen mit kostenlosen Leih-Tablets ausgestattet werden. Die Landesregierung möchte damit gleiche Teilhabechancen an Bildung in der digitalen Welt für alle Schüler ermöglichen, unabhängig vom finanziellen Hintergrund des Elternhauses. Doch ob die Tablets pünktlich ausgegeben werden können, erscheint zumindest fraglich.
Nach den Plänen der Landesregierung sollen zunächst Schüler der siebten Klassen mit den Tablets ausgestattet werden. Weitere Jahrgänge sollen sukzessive folgen. Bisher mussten Eltern in vielen niedersächsischen Schulen Tablets für den Unterricht ihrer Kinder aus eigenen Mitteln finanzieren. Problematisch war dabei unter anderem, dass Schulen diese privat erworbenen Geräte mittels eines Mobile Device Managements (MDM) in ihre IT-Infrastruktur einbinden müssen, damit es nicht zu einer Vermischung von schulischen und privaten Inhalten kommt. Wie es seitens des Kultusministeriums im vergangenen Juli hieß, handhaben die niedersächsischen Schulen dies mangels einer landeseinheitlichen Regelung unterschiedlich und in Eigenregie. Dadurch sei nicht gewährleistet, dass das Schulnetz tatsächlich vor Angriffen durch Schadsoftware geschützt sei. Zudem habe die schulische IT-Administration beim Aufspielen eines MDM weitgehende Einsichts- und Eingriffsmöglichkeiten in die privaten Endgeräte der Schüler.
Probleme bei der Ausschreibung
Mit den vom Land beschafften Tablets soll nun also ein besserer Datenschutz für die Schüler gewährleistet werden. Doch wie aus einer dringlichen Anfrage der CDU-Fraktion an die Landesregierung hervorgeht, soll es Probleme beim Vergabeverfahren gegeben haben – die Ausschreibung zur Vergabe der Tablet-Lieferung habe demnach nach Bewerberrügen korrigiert werden müssen. In ihrer Anfrage sieht die CDU-Fraktion den Starttermin für die Ausgabe der Tablets dadurch gefährdet.
So reagiert die Niedersächsische Kultusministerin
In einer Rede am gestrigen Mittwoch ging die Niedersächsische Kultusministerin Julia Willie Hamburg im Landtag auf die dringliche Anfrage der CDU-Fraktion ein. Sie stellte zunächst klar, dass es sich bei den erforderlichen Überarbeitungen nicht um die Korrektur von Vergabefehlern gehandelt habe. Die überarbeiteten Teile der Vergabeunterlagen hätten ausschließlich der Marktentlastung, der Erhöhung der Kalkulationssicherheit und der Stärkung des Wettbewerbs gedient. Die vorgenommenen Änderungen würden der aktuellen geopolitischen Lage, Lieferkettenrisiken, der Preisvolatilität sowie einem möglichen Produktwechsel Rechnung tragen. Die Leistungsanforderungen und die vergaberechtlichen Grundstrukturen seien vollständig unverändert geblieben.
Dann sollen die Schulen ausgestattet sein
Auf die Frage der CDU-Fraktion, ob und falls ja, wie lange sich die Auslieferung der Schultablets aufgrund der Überarbeitungen verzögern werde, sagte die Kultusministerin, man gehe von einer Zuschlagserteilung im April aus. Sofern es im Vergabeverfahren keine Verzögerungen gebe, könne bei einer zügigen Umsetzung des daran anschließenden Bestellprozesses und einer voraussichtlichen Lieferzeit von bis zu 12 Wochen im Grundsatz der Zeitplan gehalten werden. Geplant sei ein gestaffeltes Vorgehen. Man erwarte daher, dass die Schulen mit bestehender 1:1-Ausstattung zu Beginn des Schuljahres 2026/2027 ausgestattet seien.

