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Kreistag beschließt Glyphosatverbot für eigene Flächen



Peine

Kreistag beschließt Glyphosatverbot für eigene Flächen

von Alexander Dontscheff


Der Kreistag setzte ein Zeichen gegen Glyphosat. Foto: Alexander Dontscheff
Der Kreistag setzte ein Zeichen gegen Glyphosat. Foto: Alexander Dontscheff Foto: Dontscheff

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Peine. Mit knapper Mehrheit stimmte der Kreistag in seiner Sitzung am Mittwoch einem Antrag von Dieter Samieske (Die Linke) zu, der ein Glyphosatverbot bei Verpachtung Kreiseigener Flächen sowie ein Glyphosatverzicht bei der Grünanlagenpflege sowie der Pflege von Wegen und Plätzen vorsieht.



"Künftig soll bei Verpachtung kreiseigener Flächen in den Verträgen (Neuverträge; Verlängerung auslaufender Pachtverträge) ein Glyphosatverbot aufgenommen werden. Bei der Grünanlagenpflege sowie der Pflege von Wegen und Plätzen soll auch künftig auf den Einsatz von Glyphosat verzichtet werden", heißt es in der Vorlage.

Samieske begründete den Antrag mit diversen Studien (WHO, Amt für Verbraucherschutz) zu Risiken beim Einsatz von Glyphosat. Für den Mensch krebserregend, eine Gefahr für das ökologische Gleichgewicht durch Dezimierung des Insektenbestandes sowie Gift für Wasserorganismen waren einige der Punkte, die Samieske anführte. Abschließend stehe die Aussage, dass auch wenn Glyphosat noch nicht vollständig und endgültig erforscht sei, die bisherigen Erkenntnisse und Bedenken so gravierend seien, dass der Einsatz von Glyphosat im Entscheidungsbereich des Landkreises Peine unterbunden werden solle.


"Antrag ist überflüssig"


Anders sah dies Silke Weyberg (CDU). Die Ausführungen Samieskes seien nicht nur fachlich völlig falsch, der Antrag sei auch überflüssig, da der Landkreis hauptsächlich Grünflächen besitze und dort sowieso "kein vernünftiger Mensch" Glyphosat anwende.

Andreas Tute (AfD) sprach sich zwar dafür aus, sich langfristig vom Glyphosat zu verabschieden, dies könne aber nur passieren, wenn es Alternativen gebe. Die Sorge seiner Partei gelte den Landwirten, deren Ruf schon genug geschädigt sei und deren Arbeit nicht behindert werden dürfe.

Am Ende fand sich aber eine knappe Mehrheit im Gremium, die dem Antrag zustimmte.


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