Braunschweig. Hier gab es Schokoriegel, Lakritz, Bonbons und Gebäck aus aller Welt – und zwar nur solche Süßigkeiten, die es sonst meist nicht in deutschen Supermärkten zu kaufen gibt. Doch damit ist jetzt Schluss. Es geht um die Unternehmen, die unter dem Namen "House of Sweets" internationale Süßigkeiten zeitweise in ganz Deutschland verkauft haben. Der Store in den Braunschweiger Schloss-Arkaden hat inzwischen Insolvenz angemeldet und ist bereits geschlossen – es droht der nächste Leerstand für das Einkaufszentrum.
Hinter den als eigenständig betriebenen Stores stand auch das Handelsunternehmen House of Sweets Onlineshop GmbH aus Salzgitter-Thiede, das die Süßwaren aus aller Welt eingekauft und als Onlinehändler auch über seine Homepage in ganz Deutschland verkauft hatte. Dieses Unternehmen befindet sich nicht im Insolvenzverfahren, ist aber momentan nicht erreichbar. Einen herben Rückschlag erlebte die Firma, als im August 2024 die Lagerhalle in Thiede niederbrannte.
Laden war nicht mehr rentabel
Ob das auch Auswirkungen auf die Insolvenz des Ladens in den Braunschweiger Schloss-Arkaden gehabt haben könnte, das konnte der zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellte Fachanwalt für Insolvenzrecht Christian Hausherr im Gespräch mit regionalHeute.de nicht bestätigen. Fest stehe aber laut Hausherr: "Der Laden war nicht mehr rentabel."
Ähnliche Schicksale erlebten in der jüngeren Vergangenheit zahlreiche der House-of-Sweets-Läden in Deutschland. Auch Stores in Hannover, Berlin, Dortmund, Stuttgart und Kassel sind bereits geschlossen. Läden in Bremen, Hamburg und Leipzig betreiben offenbar das Geschäft noch weiter.
Zahlreiche Gründe führten zur Insolvenz
Hoffnung, den Laden in Braunschweig zu sanieren und wiederzueröffnen, gibt es derweil anscheinend keine. Der Insolvenzverwalter Hausherr habe im ersten Gespräch mit dem Geschäftsführer und dessen Team den Eindruck gewonnen, dass auch bei denen die Meinung vorherrsche: "Es lohnt sich nicht mehr."
Die Gründe für die Zahlungsunfähigkeit des Braunschweiger Ladens seien vielfältig. So hätten sich unter anderem die Konditionen im Einkauf der internationalen Süßigkeiten verschlechtert. Hinzu kämen die laut Hausherr typischen Probleme des Einzelhandels – wie beispielsweise die hohen Mieten und die geringer werdende Kundschaft in den Innenstädten. "Selbst das Weihnachtsgeschäft ist dieses Mal schlecht gelaufen", erklärt Hausherr. Und speziell für das Warenangebot des House-of-Sweets-Ladens habe es wohl schon immer Probleme durch bürokratische Hürden gegeben – etwa Deklarationsvorschriften für Lebensmittel.
Für die Unternehmer, die den Grundstein für ihr Geschäft 2018 gelegt hatten, ist das drohende Ende ein bitterer Schlag – aber auch die Schloss-Arkaden dürfte die Nachricht von der Insolvenz des Ladens getroffen haben. Schließlich steht der Betreiber ohnehin schon unter Zugzwang, die derzeit zahlreichen Leerstände im Einkaufszentrum zu füllen.

