Lokführer-Streik in der Ferienzeit - Ist das Bahnchaos unausweichlich?

Die Lokführergewerkschaft GDL hatte am gestrigen Montag zur Abstimmung über harte Arbeitskampfmaßnahmen aufgefordert. Das könnte zu einem großen Bahnstreik in der Ferienzeit führen.

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(Symbolbild) | Foto: Alexander Panknin

Deutschland. Die Tarifrunden zwischen der Deutschen Bahn (DB) und der Gewerkschaft deutscher Lokomitivführer (GDL) ist gescheitert. Am gestrigen Montag hat die Gewerkschaft ihre Mitglieder zur Abstimmung über harte Arbeitskampfmaßnahmen aufgefordert. Das Ergebnis wird laut einer Pressemitteilung am heutigen Vormittag erwartet. GDL-Chef Klaus Weselsky geht laut dpa von einer Zustimmung von über 90 Prozent aus.


Die GDL verlangt 3,2 Prozent mehr Gehalt für die Beschäftigten und einen Corona-Bonus. Die DB sei grundsätzlich bereit, die Lohnerhöhung zu zahlen, jedoch auf einen längeren Zeitraum, als von der GDL gefordert. Das Problem: Mit der konkurrierenden Eisenbahngewerkschaft EVG wurde bereits ein Tarifabschluss erzielt. Hier wurde sich für das Jahr 2020 auf eine Nullrunde geeinigt. Durch das Vorhandensein zweier Gewerkschaften innerhalb des DB-Konzerns für teilweise die gleichen Berufsgruppen gab es bis Ende 2020 eine tarifliche Vereinbarung, die in der Vergangenheit die Anwendung der Regelungen beider Gewerkschaften garantierte. Eine neue Einigung steht aus. Bis dahin gilt das Tarifeinheitsgesetz, dass sich an Mehrheiten orientiert. Für Angehörige eines DB-Betriebes gelten dann die Regelungen der Gewerkschaft, die in einem Betrieb über die Mehrheit der Mitglieder verfügt. Nach DB-Angaben gibt es 55 Betriebe mit EVG-Mehrheit und 16 Betriebe mit GDL-Mehrheit. Trotz dieser Mehrheitsverhältnisse gehe die Deutsche Bahn von massiven Auswirkungen auf den Reiseverkehr in der Ferienzeit aus.

Für die Deutsche Bahn gestalten sich die Tarifgespräche schwierig. Eine Sprecherin erklärte in einer Pressemitteilung: "Wir bemühen uns aktuell mit aller Kraft, die Corona-Krise zu bewältigen und die gravierenden Schäden durch die Jahrhundertflut zu beseitigen. In dieser Zeit brauchen wir mehr denn je Solidarität, Betriebs- und Tariffrieden. Gespräche darüber jetzt auszuschlagen, ist eine vertane Chance. Wieder einmal spielt die GDL-Spitze auf Zeit und hat nur ihre eigenen Machtinteressen im Blick."

Betroffen von einem Streik wären nur die Fahrzeuge der Deutschen Bahn. Mit der Metronom-Eisenbahngesellschaft, zu der auch Erixx und Enno gehören, wurde auch seitens der GDL bereits ein Tarifabschluss erzielt.


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