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Mehr als 36.000 Schulstunden pro Woche könnten in Niedersachsen ausfallen



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Mehr als 36.000 Schulstunden pro Woche könnten in Niedersachsen ausfallen

Laut den Ergebnissen einer Kleinen Anfrage der FDP liegt die Unterrichtsversorgung im Land auf einem neuen Tiefstand.

Symbolbild.
Symbolbild. Foto: Pixabay

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Niedersachsen. Die prognostizierte Unterrichtsversorgung an den niedersächsischen Schulen ist im Vergleich zu den Vorjahren weiter gesunken und hat einen neuen Tiefstand erreicht. Sie liegt im aktuellen Schuljahr bei nur noch 97,38 Prozent gegenüber 98,18 Prozent im Schuljahr 2020/2021 und 99,63 Prozent in 2019/2020. Das sind die Ergebnisse einer Kleinen Anfrage der FDP-Fraktion im Niedersächsischen Landtag, die diese in einer Pressemitteilung veröffentlicht.



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„Unter Minister Tonne wird die Lage an den Schulen von Jahr zu Jahr schlechter. Noch zu Beginn dieses Schuljahres hat er selbst davon gesprochen, zumindest eine 99-prozentige Unterrichtsversorgung zu erreichen. Davon sind wir aber meilenweit entfernt“, betont der bildungspolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Björn Försterling. Dabei brauche es eine mindestens 103-prozentige Versorgung, um den regulären Schulbetrieb weitgehend zu gewährleisten.

"Ausfall viermal so hoch wie im Vorjahr"



„Bleibt es bei der prognostizierten Zahl, werden in jeder einzelnen Woche mehr als 36.000 Schulstunden in Niedersachsen fehlen. Und da sind Ausfälle aufgrund von Krankheit, Fortbildung und ähnlichem noch gar nicht eingerechnet. Während die Schülerinnen und Schüler eigentlich dringend die Defizite aus den Lockdowns aufholen müssten, fallen voraussichtlich viermal so viele Stunden aus wie noch im Vorjahr. Minister Tonne lässt die Schulen und die Kinder im Regen stehen“, befürchtet Försterling. Die Landesregierung müsse endlich echte Anstrengungen unternehmen, um dem Lehrkräftemangel zu begegnen. „Man hätte längst anfangen müssen, neue Studienkapazitäten zu schaffen. Wir brauchen eine Lehrkräfteoffensive die vom Kultus- und Wissenschaftsminister gemeinsam getragen wird. Sie müssen Ideen entwickeln, den Bedarf an Lehrkräften beispielsweise für kleinere Klassen oder auch multiprofessionelle Teams erfassen und dann überlegen, wie sich mehr junge Menschen für diesen Beruf begeistern lassen und ihnen die nötigen Ausbildungsplätze zur Verfügung stellen“, fordert der Wolfenbütteler FDP-Bildungspolitiker.

Die Infomappe mit den Daten der einzelnen Schulen und eine interaktive Karte, auf der Eltern und Schüler die Unterrichtsversorgung ihrer jeweiligen Schule einsehen können, finden Sie hier.


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