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Misshandelt und eingesperrt - Neue Details zum Mordfall Andrea K.



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Misshandelt und eingesperrt - Neue Details zum Mordfall Andrea K.

Die mutmaßlichen Mörder der 19-jährigen Schöningerin müssen sich ab dem 22. Dezember vor dem Landgericht Verden verantworten. Zwei weiteren Beschuldigten wird separat der Prozess gemacht.

von Marvin König


(Symbolbild)
(Symbolbild) Foto: Anke Donner

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Schöningen / Verden. Die 19-jährige Andrea K. wurde vor ihrer Ermordung offenbar gefangen gehalten und misshandelt, bevor sie am 9. April dieses Jahres mit einer Betonplatte beschwert lebendig in der Weser versenkt wurde. Das geht aus einer Pressemitteilung des Landgerichts Verden hervor. Unter anderem wegen Mordes wird den drei mutmaßlichen Tätern ab dem 22. Dezember der Prozess gemacht. Sie sollen die 19-Jährige am 9. April in Nienburg "grausam, zur Verdeckung anderer Straftaten und aus niederen Beweggründen" getötet haben.



Die beiden männlichen Angeklagten im Alter von 40 und 53 Jahren sollen die Getötete zunächst ab dem 4. April unter Ausnutzung ihrer persönlichen Zwangslage – Erkrankung an einer paranoiden Schizophrenie – zur Prostitution veranlasst haben. Der 40-jährige Angeklagte habe ihr mindestens einen Freier vermittelt. Die 39 Jahre alte Angeklagte soll zur Zwangsprostitution Beihilfe geleistet haben. Nachdem die beiden männlichen Angeklagten festgestellt hätten, dass ihr Opfer aufgrund des Gesundheitszustandes zukünftig keine „Kunden“ würde bedienen können, sei das Opfer am 7. April in das Wohnhaus des 40-jährigen Angeklagten und am Tag danach in die auf dem Grundstück gelegene Garage gebracht und dort festgehalten worden. In dieser Zeit sei die Getötete geschlagen, geknebelt und gewürgt worden. Die Angeklagten seien dann zu dem Entschluss gelangt, dass die später Getötete beseitigt werden müsse, um die eigene Strafverfolgung – wegen vorgegangener Straftaten zum Nachteil des Opfers – zu verhindern.

Mit Stromkabel an Betonplatte gefesselt


Hierzu hätten die Angeklagten vereinbart, dass das Opfer in die Weser geworfen werden solle. Gemeinsam hätten die Angeklagten das Opfer danach auf eine Waschbetonplatte gebracht und dort mit einem Stromkabel gefesselt. Anschließend seien entweder alle drei Angeklagten oder nur die beiden männlichen Angeklagten zur Weserschleuse in Balge gefahren, während die Angeklagte in Kenntnis des Tötungsvorhabens auf dem Grundstück geblieben sei und Spuren beseitigt habe. In Balge sei das auf der Betonplatte gefesselte Opfer sodann über das Geländer in die Weser gestoßen worden und dort durch Ertrinken verstorben. Erst am 27. April kam die Tat ans Licht, als ein Binnenschiffer die Leiche der jungen Schöningerin im Wasser fand.

Zwei weitere Beschuldigte landen vor Gericht


Im Komplex um den Mord an Andrea K. und ihre vorangegangene Misshandlung bleibt es nicht bei den drei mutmaßlichen Haupttätern. Laut Staatsanwaltschaft Verden wurde gegen zwei weitere Personen Anklage erhoben worden. Dabei handelt es sich wohl um den Ex-Freund des Mordopfers und einen weiteren Komplizen, denen laut einem Sprecher der Staatsanwaltschaft keine Beteiligung am Tötungsdelikt selbst nachgewiesen werden konnte. Die Staatsanwaltschaft erhob gegen die beiden Männer gesondert Anklage wegen Zwangsprostitution, beziehungsweise Beihilfe dazu. Die Verhandlung dazu soll am 5. Januar vor der Großen Jugendkammer des Landgerichts Verden beginnen.

Lesen Sie auch: Mordfall Andrea K. : Anklage wegen Zwangsprostitution erhoben


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