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Mit der Motorrad-Saison steigt die Unfallgefahr

von Robert Braumann


Foto: Werner Heise
Foto: Werner Heise Foto: Werner Heise

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20.05.2016




Region. Mit Beginn der Sommermonate sind sie wieder vermehrt auf den Straßen unterwegs - die Motorradfahrer. Doch mit den Ausflügen auf dem Zweirad steigt auch die Unfallgefahr. Erst an Vatertag passierte ein schwerer Unfall mit einem Motorrad bei Braunlage (regionalHeute.de berichtete). Die Polizei hat sich die Bekämpfung schwerer Motorrad-Unfälle auf die Fahne geschrieben. 

Meldungen über Unfälle wie diesen, häufen sich in den letzten Wochen wieder. Besonders in den Frühjahr- und Sommermonaten in der Harzregion. Das bestätigt auch Wolfgang Klages, Pressesprecher Polizei Braunschweig. "Viele fahren mit ihren Maschinen aus der Stadt in die "Berge" und da kracht es dann immer wieder." Allein im vergangenen Jahr passierten auf den Straßen im Landkreis Goslar 127 Unfälle, bei denen Motorradfahrer involviert waren. Ein Biker starb bei einem Unfall im Juli in Braunlage. Während auf diesen Strecken die Fahrer eher eine Gefahr für sich selbst darstellen würden, ändere sich das Bild im Stadtgebiet, so Klages. Hier müssten sich die Motorradfahrer auf die Autofahrer einstellen, die gerade zu Beginn der Saison immer mal wieder ein Zweirad übersehen würden. "Das liegt auch daran, dass die Silhouette der Motorradfahrer sehr schmal und schwer für PKW-Fahrer zu erkennen ist, gerade wenn sie aus der Sonne gefahren kommen." Dazu seien im letzten halben Jahr kaum Maschinen zu sehen gewesen, da würde immer eine gewisse Eingewöhnungsphase anfallen. So seien auch immer wieder Autofahrer Schuld an Unfällen mit Bikern. Der Polizeisprecher sieht außerdem einen Zusammenhang zwischen dem schönen Wetter und Unfällen. "Leider stellen wir immer wieder fest, dass es vermehrt zu Unfällen kommt, wenn die Sonne das erste Mal so richtig zum Vorschein kommt. Bei einigen Fahrern, egal ob Auto oder Motorrad scheint dann eine gewisse Leichtfertigkeit einzusetzen". In Bezug auf die Motorrad-Fahrer ergänzt er: "Zum Start der Saison können wir nur zu einem sehr defensiven Fahren raten, denn häufig fehlt das Training." Gegenseitige Rücksichtnahme und Vorausschauendes Fahren seien die zusätzlichen Schlagworte. Schwere Unfälle mit Motorrad-Fahrern seien im Stadtgebiet aber eher selten. Die Probleme bestünden eher auf den Landstraßen und eben in Richtung Harz.

Geschwindigkeitskontrollen erhöhen


Um schweren Unfällen vorzubeugen, wird die Polizei im Landkreis Goslar auch in diesem Jahr verstärkt Geschwindigkeitskontrollen durchführen, ergänzte Klages. Da wird ein absoluter Schwerpunkt der Kollegen liegen. Klassische Präventionsmaßnahmen würden bei Motorradfahrer keine Wirkung mehr zeigen, heißt es von Seiten der Polizei. Deshalb setze man schon seit Jahren auf die gezielte Kontrolle. Der Abwärtstrend der Unfälle mit schweren Folgen würde zeigen, dass diese Maßnahmen der Polizei richtig und wichtig sind.

Harz besonders gefährlich


Die Topographie des Harzes, die Witterung und die Straßenzustände sorgen für besondere Gefahren. Aufgrund der starken Witterungs- und Streusalzeinflüsse müssen die Fahrbahndecken regelmäßig ausgebessert werden, so dass dort Flickenteppiche mit unterschiedlichen Reibwerten entstehen. Die Rutschgefahr wird hierdurch erhöht, besonders bei Nässe. Auf vielen Straßen ist deshalb schon eine Geschwindigkeitsbegrenzung bei Nässe vorgeschrieben. Zudem ist die Harz-Region ein beliebtes Ausflugsziel für Motorradfahrer - an Sonnigen Tagen ist hier die Gefahr, dass es aufgrund der dann ansteigenden Verkehrsdichte zu Unfällen kommt, besonders hoch. Zur Erhöhung der Verkehrssicherheit wurden deshalb insbesondere in Kurvenbereichen eine Verbesserung durch die Sanierung der gesamten Fahrstreifenbreite erreicht. Die Ausrüstung der Schutzplanken mit Unterfahrschutz in gefährlichen Kurven ist inzwischen weit fortgeschritten. Hierdurch soll die Schwere der Verletzungen reduziert werden.


Mit solchen Unterschutplanken sollen schwere Verletzungen bei Motorradfahrern vermieden werden. Foto: Anke Donner


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