Region. Nahezu tagtäglich berichtet regionalHeute.de über schwere Straftaten, die in der Region begangen werden. Darunter nicht selten Morde, versuchte Tötungsdelikte oder schwere Raubüberfälle. Werden die Ermittlungsbehörden der Täter habhaft, so landen diese bestenfalls vor Gericht. In diesem Artikel zeigen wir, welche Prozesse vor den für die Region zuständigen Landgerichten im Februar geführt werden.
Im deutschen Rechtssystem haben verschiedene Gerichte unterschiedliche Zuständigkeiten. Eine wichtige Instanz innerhalb dieses Systems sind die Landgerichte. Doch welche Straftaten werden eigentlich vor dem Landgericht verhandelt?
Die Landgerichte
Die Landgerichte sind in erster Instanz für schwerwiegende Straftaten zuständig, die nicht in die Zuständigkeit der Amtsgerichte fallen. Dazu gehören unter anderem Fälle von schwerer Körperverletzung, (versuchte) Tötungsdelikte wie Mord, Totschlag und fahrlässige Tötung, die eine besondere Schwere aufweisen, Raub und Erpressung in besonders schweren Fällen, schwere Sexualdelikte und Wirtschaftskriminalität.
Wie kommt es zum Prozess?
In Deutschland wird ein Strafprozess nur eröffnet, wenn ein sogenannter hinreichender Tatverdacht besteht – also wenn genügend Beweise vorliegen, dass eine Verurteilung wahrscheinlich ist.
Zunächst führt die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen. Sie arbeitet dabei mit der Polizei zusammen. Wenn sich der Verdacht gegen eine bestimmte Person erhärtet, entscheidet die Staatsanwaltschaft, ob sie Anklage erhebt oder das Verfahren einstellt.
Wird die Anklage erhoben, prüft das zuständige Gericht – zum Beispiel das Landgericht - ob die Voraussetzungen für einen Prozess vorliegen. Das Gericht eröffnet das Hauptverfahren nur dann, wenn es die Anklage für ausreichend begründet hält. Erst mit dieser Eröffnung des Hauptverfahrens kommt es zu einem Gerichtsprozess. Dort werden die Beweise erneut geprüft, Zeugen und Gutachter angehört und schließlich ein Urteil gefällt.
Die Landgerichte der Region
Für die Region sind zwei Landgerichte zuständig. Das Landgericht Braunschweig für Braunschweig, Wolfsburg, Helmstedt, Wolfenbüttel, Salzgitter und Goslar und das Landgericht Hildesheim für die Landkreise Gifhorn (ohne Samtgemeinden Brome und Boldecker Land, LG Braunschweig) und Peine (ohne Gemeinde Vechelde und Wendeburg, LG Braunschweig). Die Gerichte melden die anstehenden Prozesse für den jeweiligen Monat. Die Straftaten, die im Januar verhandelt werden, reichen von Kapitalverbrechen wie Raub und gefährlicher Körperverletzung bis zu versuchtem Mord und Totschlag. Für alle Angeklagten gilt bis zum gesetzlichen Beweis ihrer Schuld die Unschuldsvermutung.
Prozesse am Landgericht Hildesheim
Ladendiebstahl mit Messerangriff
Beginn: 3. Februar
Tatort: Peine
Tatzeit: September 2025
Zur Last gelegte Tat:
Der 38-jährige Angeklagte soll gemeinsam mit einer gesondert verfolgten Person verschiedene Lebensmittel im Wert von knapp 50 Euro entwendet haben. Als ein Ladendetektiv die Tat beobachten und die Angeklagten stellen wollte, soll der Mann ein Cuttermesser gezogen und eine Stichbewegung in Richtung des Detektivs ausgeführt haben, sodass die Komplizin mit der Beute fliehen konnte.
Steuerhinterziehung
Beginn: 11. Februar
Tatort: Gifhorn / Wolfsburg
Tatzeit: Mai 2016 bis November 2021
Zur Last gelegte Tat:
Dem 36-jährigen Angeklagten werden 18 Straftaten vorgeworfen. Er soll in seinem Restaurant Umsätze unvollständig oder falsch verbucht und teilweise keine Steuererklärungen abgegeben haben. Dadurch wurden Steuern zu niedrig festgesetzt. Der verursachte Schaden beläuft sich auf 447.803 Euro, von denen 674 Euro bereits bezahlt wurden.
Prozesse am Landgericht Braunschweig
Schwerer Raub
Beginn: Montag, 2. Februar
Weitere Termine: 18. Februar, 10. und 19. März, 9. April
Tatort: Braunschweig, 6. Mai 2024 und 4. Januar 2025
Zur Last gelegte Tat:
Der 22-jährige Angeklagte, derzeit in Untersuchungshaft, soll gemeinsam mit Mittätern Zeugen überfallen, geschlagen und ausgeraubt haben. Beute: Handys und Bargeld.
Versuchter Totschlag / gefährliche Körperverletzung
Beginn: Mittwoch, 4. Februar
Weitere Termine: 5. und 13. Februar
Tatort: Wolfenbüttel, 13. August 2025
Zur Last gelegte Tat:
Der 26-jährige Angeklagte soll in einer Obdachlosenunterkunft einen Mitbewohner mit einem Keramikmesser lebensgefährlich verletzt haben.
Vergewaltigung /Körperverletzung
Beginn: Montag, 9. Februar
Weitere Termine: 11., 16., 23. Februar; 2. und 9. März 2026
Tatorte: Bad Fallingbostel und Salzgitter, 1. April bis 30. August 2017
Zur Last gelegte Tat:
Nach Aufhebung eines früheren Urteils wird erneut über sexuelle Handlungen gegen die Ehefrau des 47-jährigen Angeklagten verhandelt.
Beihilfe und Besitz/Handeltreiben mit Betäubungsmitteln
Beginn: Montag, 9. Februar
Weitere Termine: 13. Februar
Tatort: Braunschweig, 18. April bis 29. Juli 2024
Zur Last gelegte Tat:
Der 43-jährige Angeklagte soll mindestens 3.600 g Kokain für einen Mittäter gelagert und weitergegeben haben. Bei einer Durchsuchung wurden 2.750 Euro sichergestellt, der Rest wurde nachträglich eingesammelt.
Versuchter Mord / schwerer Raub / gefährliche Körperverletzung
Beginn: Dienstag, 10. Februar
Weitere Termine: 19., 24., 25. Februar; 18. März
Tatort: Goslar, 5. April 2025
Zur Last gelegte Tat:
Die Angeklagten (43 Jahre, Untersuchungshaft) sollen einen Zeugen in einer Diskothek überfallen, geschlagen, mit Latthammer und Messer verletzt und Bargeld sowie Mobiltelefon entwendet haben.
Sexueller Missbrauch von Kindern/Vergewaltigung in besonders schwerem Fall
Beginn: Dienstag, 10. Februar
Weitere Termine: 16. und 17. Februar
Tatort: Goslar, Dezember 2017 bis 21. November 2020
Zur Last gelegte Tat:
Der 51-jährige Angeklagte soll in 18 Fällen sexuelle Handlungen an Minderjährigen vorgenommen haben, darunter Gewalt und Eindringen.
Versuch der räuberischen Erpressung
Beginn: Donnerstag, 12. Februar
Tatort: Salzgitter, 17. September 2024
Zur Last gelegte Tat:
Der 33-jährige Angeklagte soll einen Zeugen mit einer Schreckschusspistole bedroht und 500 Euro gefordert haben.
Schwere Brandstiftung
Beginn: Dienstag, 17. Februar
Weitere Termine: 23. und 27. Februar
Tatort: Clausthal-Zellerfeld, 3. September 2025
Zur Last gelegte Tat:
Der 47-jährige Angeklagte, Untersuchungshaft, soll ein leer stehendes Gebäude angezündet haben. Das Feuer griff auf die Fassade und Holzkonstruktionen über, konnte jedoch gestoppt werden.
Versuchter Mord / gefährliche Körperverletzung
Beginn: Mittwoch, 18. Februar
Weitere Termine: bis Juni 2026
Tatort: Wolfenbüttel, 9. Mai 2025
Zur Last gelegte Tat:
Die Anklage richtet sich gegen einen 34- und einen 42-jährigen Angeklagten, beide in Untersuchungshaft. Der 34-Jährige habe die Geschädigte aufgesucht, um über die Fortsetzung der Beziehung zu sprechen, die diese ablehnte. In der Wohnung sei es zu mehrfacher Gewaltanwendung gekommen: Schläge ins Gesicht, Schläge mit einer Metallvase und Ziehen an den Haaren.
Später habe der 34-Jährige vorgeschlagen, die Geschädigte aus dem Fenster zu werfen, und der 42-Jährige habe zugestimmt. Gemeinsam hätten sie die Frau aus etwa zehn Metern Höhe gestoßen, wodurch sie lebensbedrohliche Mehrfachverletzungen erlitt und intensivmedizinisch behandelt werden musste.
Vergewaltigung
Beginn: Dienstag, 24. Februar
Weitere Termine: 25. und 27. Februar 2026
Tatort: London, 31. Oktober 2024
Zur Last gelegte Tat:
Der 37-jährige Angeklagte soll eine Zeugin sexuell missbraucht haben, obwohl sie den Kontakt abgelehnt hatte.

