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Nach radioaktiven Funden in Gifhorn: War auch Plutonium darunter?



Nach radioaktiven Funden: War auch Plutonium darunter?

Bei einer Durchsuchung in einer Wohnung in Braunschweig und in einem Haus bei Gifhorn wurden radioaktive Stoffe gefunden. Darunter soll auch Plutonium gewesen sein.

von Anke Donner


Symbolbild
Symbolbild Foto: Pixabay

Gifhorn/Braunschweig. Ende Oktober wurde in Braunschweig ein Mann zunächst von der Polizei festgenommen, weil er gedroht hatte, seine Vorgesetzten umzubringen, da diese ihn entlassen wollten. Bei der anschließenden Durchsuchung seiner Wohnung in Braunschweig und seines Elternhauses im Landkreis Gifhorn hatte die Polizei dann Schusswaffen und diverse Chemikalien gefunden. Auch radioaktive Stoffe, wie sich später herausstellte. Wie der NDR nun berichtet, soll darunter auch ein Gefäß mit Plutonium gewesen sein.



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Während Beamte der Polizei und des Strahlenschutzes des Niedersächsischen Landesbetriebes für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) die Wohnräume durchsuchten, wurde der 43-Jährige in eine psychiatrische Klinik eingewiesen. Bei der Durchsuchung wurden unter anderem radioaktive Stoffe, die zu Teilen aus einem Diebstahl vor 15 Jahren aus einer Eckert&Ziegler-Vorgängerfirma stammen, gefunden. Darunter zwei Fläschchen Nickel-63. Die zwei gefundenen Fläschchen mit je etwa 14 Milliliter Nickel-63-Lösung in Salzsäure wurden von der Firma QSA Global GmbH am 15. Sept. 2006 dem zuständigen staatlichen Gewerbeaufsichtsamt in Braunschweig als Verlust gemeldet. Weiter sprachen die an den Ermittlungen beteiligten Behörden davon, dass weitere "potentiell kontaminierte Gegenstände" geborgen wurden. Um was genau es sich dabei handelte, wurde nicht mitgeteilt.



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War es Plutonium?


Wie aber Recherchen des NDR nun ergeben haben wollen, soll es sich dabei um Plutonium gehandelt haben. Das niedersächsische Umweltministerium konnte dies auf Nachfrage nicht bestätigen - dementierte es aber auch nicht. "Wir können nur so viel sagen, dass zu keiner Zeit eine Gefahr von dem gefundenen Gegenstand ausging. Der Behälter war fest verschlossen, so dass kein Inhalt austreten konnte", betont Ministeriumssprecher Christian Budde im Gespräch mit regionalHeute.de. Budde stimmt aber auch dem im NDR zitierten Experten zu, dass allein der Umstand, dass Plutonium in privater Hand sei, für Angst und Unsicherheit sorge. "Ich fand das sehr treffend. Nicht von dem Stoff selbst geht zwangsläufig die Gefahr aus, sondern eher von dem psychologischen Aspekt. Daher haben wir auch immer in diesem Zusammenhang betont, dass keine Gefahr von den Stoffen ausging. Selbstverständlich sind wir aber immer mit der entsprechenden Vorsicht und Sorgfalt bei der Durchsuchung und Untersuchung vorgegangen, weil man immer vom schlimmsten Gefährdungspotential aus", so Budde.


Weitere Prüfungen stehen an


Aus Ermittlungsgründen könne man derzeit keine näheren Angaben zu dem Vorfall und auch zu dem Material machen. "Fakt ist, dass ein weiter Verlust einer radioaktiven Quelle damals nicht angezeigt wurde", so Budde. Nun sei zu klären, ob das Material wirklich aus der Vorgängerfirma von Eckert&Ziegler, der QSA Global, stammt und warum das damals nicht angezeigt wurde. Außerdem soll geklärt werden, ob damals und heute die vorgeschriebenen Sicherheitsmaßnahmen erfüllt wurden und werden, damit solche Dinge eben nicht mehr passieren können. Dies fordert auch der niedersächsische Umweltminister Olaf Lies, der den Vorfall im NDR-Interview als beunruhigend bezeichnet.

Politik fordert Antworten


Das hatte auch bereits die BIBS mit einem Antrag in den Braunschweiger politischen Gremien gefordert und die Stadtverwaltung in die Pflicht genommen. Der Antrag wurden vom Rat der Stadt zur Beratung in den Ausschuss für Planung und Hochbau verwiesen, wo er am kommenden Mittwoch abermals auf die Tagesordnung kommt. Vorab zur Sitzung teilte die Stadtverwaltung mit, dass das Niedersächsische Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz um Klärung der in den Anträgen aufgeworfenen Fragen gebeten worden ist. Sobald die Antwort vorliegt, werde sie dem Ausschuss für Planung und Hochbau mitgeteilt.


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