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Nach Website-Klau: Goslars Oberbürgermeister entschuldigt sich bei Konkurrentin



Goslar

Nach Shitstorm um geklaute Domain - Die zwei Seiten von Junks Entschuldigung

Mit einem Blumenstrauß habe der Oberbürgermeister vor der Tür seiner Konkurrentin gestanden. Der anschließende Text auf seiner Website habe diese Entschuldigung dann aus Sicht der SPD-Politikerin Urte Schwerdtner etwas geschmälert.

von Marvin König


Goslars Oberbürgermeister Dr. Oliver Junk. (Archivbild)
Goslars Oberbürgermeister Dr. Oliver Junk. (Archivbild) Foto: Alexander Panknin

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Goslar. Nach einem Shitstorm im Netz und bundesweiter Berichterstattung hat sich Oberbürgermeister Dr. Oliver Junk am Sonntagmorgen mit einem Blumenstrauß bei der SPD-Politikerin Urte Schwerdtner für die Nutzung von Domains mit dem Namen seiner Konkurrentin entschuldigt (regionalHeute.de berichtete). Nicht jedoch, ohne bei dem folgenden Entschuldigungstext im Netz noch einmal auf seine Stärken hinzuweisen. Schwerdtner sieht die aus ihrer Sicht "aufrichtige Entschuldigung" vom Sonntagmorgen im Gespräch mit regionalHeute.de dadurch zwar etwas geschmälert, will aber von weiteren rechtlichen Schritten absehen.



"Ich hätte mir die Entschuldigung schon früher gewünscht, schon am Donnerstag ohne Verwässerungsversuche", meint Urte Schwerdtner, ergänzt aber: "Trotzdem fand ich es richtig gut, dass er diesen Gang nach Canossa gemacht hat. Auf Basis seiner Entschuldigung haben wir dann auch irgendwie Einvernehmen erzielt." Eher negativ nahm die SPD-Ratsfrau und Oberbürgermeisterkandidatin jedoch den hinterher auf Junks Website veröffentlichten Text auf: "Das hat die am Vormittag kommunizierte Entschuldigung dann wieder etwas geschmälert." Junk betont in seinem Statement noch einmal seine eigene Stärke in der digitalen Welt. So schreibt er unter anderem:

"Um meiner Mitbewerberin um das Amt des Oberbürgermeisters zu verdeutlichen, dass die digitale Welt ernst zu nehmen ist und ich vielleicht einen Schritt voraus bin, hatte ich ihre Domains und Wahlkampfslogans gesichert.


Auch wenn das alles mit einem Augenzwinkern geschehen war, war es nicht richtig. Denn mit meiner Mitbewerberin über die Herausgabe der Seite zu streiten, war nie meine Absicht. Ich wollte zeigen, dass sie mit ihrem digitalen Auftritt eher noch auf der Stelle tritt, aber das steht mir nicht zu."

"Haken drunter"



Die SPD-Ratsfrau und Oberbürgermeisterkandidatin Urte Schwerdtner.
Die SPD-Ratsfrau und Oberbürgermeisterkandidatin Urte Schwerdtner. Foto: SPD Goslar



Nichtsdestotrotz erklärt Schwerdtner, keine weiteren rechtlichen Schritte wegen möglicher Verletzung von Persönlichkeitsrechten mit dieser Aktion zu verfolgen. "Da kommt jetzt ein Haken drunter, damit wir zu den Sachthemen zurückkehren können", meint die SPD-Politikerin. Junk habe Schwerdtner die Domains am heutigen Montag übertragen. Insgesamt bleiben auch bei der Entschuldigung auf Junks Website noch einige Fragen offen, beispielsweise aus welchen Beweggründen die Entschuldigung nun erfolgte oder ob Dr. Oliver Junk diese Aktion - er ist selbst Jurist - über mehrere Monate im vollen Bewusstsein der möglichen Verletzung von Persönlichkeitsrechten durchgezogen hat. All diese Fragen warfen auch Nutzer auf Facebook und Instagram auf. Vonseiten der Stadt Goslar erfolgt über die Pressestelle lediglich die Zusicherung, dass die Sicherung der Domains - mindestens drei Stück für jeweils 116 Euro im ersten Jahr - nicht mit öffentlichen Mitteln finanziert wurde. Ansonsten lässt er ausrichten: "Seiner Stellungnahme auf www.oliver-junk.de ist nichts hinzuzufügen."


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