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Neues Ausflugsziel: Artenschutzzentrum öffnet dauerhaft für Besucher

Wo früher nur Führungen möglich waren, lockt ein neues Konzept jetzt Familien und Tierliebhaber.

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Das Artenschutzzentrum in Grasleben geht mit neuem Konzept an den Start. Video: Matthias Kettling | Foto: Matthias Kettling

Helmstedt. Ab sofort hat das Artenschutzzentrum in Grasleben eine Neuheit für Familien und Tierliebhaber im Programm: Seit dem 1. Mai steht das Zentrum regulär als Ausflugsziel offen und kann von Donnerstag bis Sonntag, jeweils von 9 bis 19 Uhr, sowie in den Ferien täglich besucht werden. Seit 2016 verfügt das Zentrum über eine Zoogenehmigung und erweitert jetzt sein Angebot um feste Öffnungszeiten. Geschäftsführerin Alexandra Drick erläutert: „Unser Ziel ist es, allen Interessierten den Zutritt zu ermöglichen.“



Alexandra Drick und Tobias Froböse leiten gemeinsam das Zentrum und betonen seine besondere Ausrichtung. Das Zentrum verfolgt die Anliegen Bildung, Forschung, Artenschutz und Erholung. Drick erklärt: „Wir zeigen besonders bedrohte Tiere, die dringend Schutz benötigen und die teils nur bei uns in Deutschland zu sehen sind.“ Auf einer Fläche von rund 30.000 Quadratmetern leben über 120 Tiere von etwa 25 seltenen und gefährdeten Arten. Das Zentrum konzentriert sich auf Artenschutz, Bildungsprojekte und Zuchtprogramme mit dem Ziel, Reservepopulationen zu schaffen und im besten Fall Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum wieder anzusiedeln.

Diese Tiere gibt es nur hier


Besucher können seltene Tierarten wie Nebelparder (asiatische Großkatze), Schneeleoparden, Geparden, Jaguarundis, Brillenlanguren, Bartsakis, Schopfmakaken, mexikanische Klammeraffen und Gibbons sehen. Diese Arten sind in Grasleben einzigartig oder selten in Deutschland zu finden. Zukünftig werden weitere Tierarten dazukommen, darunter Große Ameisenbären, Waldhunde und Nasenbären. Das Zentrum ist international vernetzt und unterstützt die Arterhaltung, indem es beispielsweise gezüchtete Nebelparder nach Australien geschickt hat. Auch in der Forschung ist das Zentrum aktiv, zum Beispiel bei der Untersuchung des Sozialverhaltens von Geparden. Zudem unterstützt es Projekte wie den Snow Leopard Trust im Himalaya finanziell.

Alexandra Dricks vom Artenschutzzentrum in Grasleben mit einem Buntmarder.
Alexandra Dricks vom Artenschutzzentrum in Grasleben mit einem Buntmarder. Foto: Matthias Kettling



Ein gutes Team


Die Betreiber haben unterschiedliche berufliche Hintergründe: Drick, Wirtschaftsingenieurin und ausgebildete Tierpflegerin, ist für Personal, Einkauf und Tierpflege zuständig. Froböse, Zootierpfleger, verantwortet den Tierbestand sowie Bauprojekte. „Wir ergänzen uns perfekt“, sagt die 39‑Jährige über die gemeinsame Leitung. Im Zuge der neuen Besucherpolitik wurden doppelte Zäune installiert, um die Sicherheit von Besuchern und Tieren zu gewährleisten. Veränderungen im Bau und im Tierbestand sind laufend geplant.

Im Eingangsbereich ist der Streichelzoo und der Spielplatz, dahinter schließen sich die Gehege an.
Im Eingangsbereich ist der Streichelzoo und der Spielplatz, dahinter schließen sich die Gehege an. Foto: Matthias Kettling



Das Zentrum befindet sich auf einem geschichtsträchtigen Gelände, das einst eine Munitionsanstalt aus der Zeit des Nationalsozialismus beherbergte. Drick erklärt: „Es ist spannend, einen Ort des Krieges in einen Ort des Artenschutzes zu transformieren.“ Ein neues, zweigeschossiges Gebäude ist geplant, das neben winterlichen Aufenthaltsräumen die Erweiterung der Natur- und Artenschutzakademie vorsieht und zukünftig pädagogische Programme für Schulen und Kindergärten anbieten soll. Aktuell werden drei, demnächst vier Tierpfleger in der Fachrichtung Zoo ausgebildet. Auch energetisch wurde aufgerüstet: Photovoltaikanlagen sollen dazu beitragen, den Wärmebedarf der asiatischen Tierarten zu decken.

Spazieren mit Alpakas


Es gibt Picknickplätze für mitgebrachte Verpflegung, einen Streichelzoo mit Zwergziegen und Deutschen Riesenkaninchen sowie buchbare Alpakaspaziergänge. Das 25.000 Quadratmeter große Maislabyrinth ist von Juli bis Oktober geöffnet und bietet Abenteuer für alle Altersgruppen, etwa abendliche Taschenlampenführungen. Drick sagt: „Wir freuen uns sehr über das Interesse der Besucher an unserem Artenschutzgedanken.“

Geöffnet ist das Artenschutzzentrum in der Sommersaison von Donnerstag bis Sonntag von 9 bis 19 Uhr. Tickets kosten 14 Euro für Erwachsene und 9 Euro für Kinder. Es sind auch Jahreskarten erhältlich. Weitere Informationen auf der Internetseite des Zentrums.

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