Gewerkschaft fordert für VW-Beschäftigte fünf Prozent mehr Gehalt

Auch die Vergütung von Auszubildenden soll entsprechend erhöht werden.

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Archivbild | Foto: Über dts Nachrichtenagentur

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Wolfsburg. Die IG Metall fordert für die rund 130.000 Beschäftigten bei Volkswagen fünf Prozent mehr Geld. Die Tarifkommission der IG Metall bei der Volkswagen AG hat am Dienstag einstimmig eine entsprechende Forderung für die Tarifrunde beschlossen, teilt die IG Metall Niedersachsen und Sachsen-Anhalt mit.



Die Laufzeit soll zwölf Monate betragen, die Ausbildungsvergütungen sollen ebenfalls um fünf Prozent steigen. Zudem soll das Tarifergebnis eine soziale Komponente enthalten, die insbesondere den unteren Entgeltgruppen zugutekommt. Die IG Metall folgt damit nach eigenen Angaben der Forderung in der Metall- und Elektroindustrie. Der Gleichklang mit der Fläche habe bei Volkswagen Tradition; seit rund zwei Jahrzehnten orientiere sich die Entgeltaufstellung des Haustarifvertrags eng an den Abschlüssen der Branche. Zugleich verweist die Gewerkschaft auf die schwierige Situation bei Volkswagen.

Einschnitte bei tariflichen Leistungen


Die Beschäftigten hätten bereits 2024 einen erheblichen Beitrag geleistet: Während in der Fläche 5,5 Prozent mehr Entgelt vereinbart worden seien, sei die entsprechende Entgeltsteigerung bei Volkswagen bis 2031 verschoben worden. Hinzu gekommen seien Einschnitte bei tariflichen Leistungen, unter anderem bei der Ergebnisbeteiligung und bei Sonderzahlungen.

Thorsten Gröger, Bezirksleiter der IG Metall Niedersachsen und Sachsen-Anhalt und Verhandlungsführer für Volkswagen, sagte: "Wir wissen, dass Volkswagen vor großen Herausforderungen steht. Aber die Antwort darauf kann nicht lauten, die Beschäftigten gegen die Zukunft des Unternehmens auszuspielen." Volkswagen habe zuletzt Milliarden an seine Aktionäre ausgeschüttet.

Gewinne entstünden durch Arbeit


Die Gewinne entstünden durch die Arbeit der Beschäftigten, die in den vergangenen Jahren bereits erhebliche Einschnitte getragen hätten. Gröger fügte an: "Zur Tarifrunde gehört für uns ebenso die Frage, welche industrielle Perspektive alle Werke über 2030 hinaus haben. Wir wollen für die Standorte verbindliche Zukunftsperspektiven schaffen!"

Daniela Cavallo, Gesamtbetriebsratsvorsitzende der Volkswagen AG und Tarifkommissionsmitglied der IG Metall, sagte: "Unsere Haustarif-Beschäftigten haben im Mai 2024 die letzte Entgelterhöhung erhalten - also vor mehr als zwei Jahren. Seither steigen die Preise des täglichen Lebens vom Supermarkt über die Zapfsäule bis hin zu Versicherungstarifen." Sie rechne mit einer harten Auseinandersetzung und betonte den Forderungsgleichklang mit der Fläche der Metall- und Elektroindustrie.

Milliarden an Aktionäre


Die strukturellen Probleme von Volkswagen liegen aus Sicht der IG Metall nicht bei den Entgelten. Die Personalaufwandsquote des Konzerns habe 2025 bei rund 15 Prozent gelegen, mit seit Jahren sinkender Tendenz. Der Betriebsrat habe vorgerechnet, dass selbst eine Halbierung des Haustarifs VW-Fahrzeuge nur rund fünf Prozent günstiger machen würde. Entscheidend seien vielmehr die Zukunftsfähigkeit der Produkte, das Innovationstempo und die Investitionen. Für das Geschäftsjahr 2025 seien rund 2,6 Milliarden Euro an die Aktionäre ausgeschüttet worden.

Die IG Metall verweist zudem auf die Kaufkraft der Beschäftigten und die Bedeutung steigender Einkommen für die Binnennachfrage. Sie fordert von der Politik verlässliche Bedingungen für die Automobilindustrie in Deutschland und Europa, darunter wettbewerbsfähige Energie- und Netzkosten, den Ausbau von Schienen, Straßen, Stromnetzen und Ladeinfrastruktur sowie Investitionen in Zukunftstechnologien.

Tarifverhandlungen noch nicht terminiert


Auf EU-Ebene müsse für fairen Wettbewerb gesorgt und eine europäische Industriepolitik gestärkt werden. Ein Termin für die Tarifverhandlungen stehe noch nicht fest. Der Entgelttarifvertrag sei zum 31. Dezember gekündigt; mit Ablauf der Friedenspflicht am 1. Januar könne die IG Metall ihre Forderungen erforderlichenfalls auch mit Warnstreiks durchsetzen.

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