IG Metall läutet Friedenspflicht bei KSM in Hildesheim aus

Die IG Metall Niedersachsen und Sachsen-Anhalt läutet die Friedenspflicht in der Metall- und Elektroindustrie mit einer Mitternachtsaktion bei KSM Castings in Hildesheim aus.

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Stahldemo der IG Metall (Archiv)
Stahldemo der IG Metall (Archiv) | Foto: Über dts Nachrichtenagentur

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Hildesheim. Die IG Metall Niedersachsen und Sachsen-Anhalt läutet die Friedenspflicht in der Metall- und Elektroindustrie mit einer Mitternachtsaktion bei KSM Castings in Hildesheim aus. Das teilte die Gewerkschaft mit.


Die Friedenspflicht endet mit Ablauf des 31. Oktober, ab 00:01 Uhr sind Warnstreiks möglich. Die Aktion am Werkstor der KSM Castings Group GmbH am Cheruskerring 38 in 31137 Hildesheim beginnt am Samstag, 31. Oktober, um 22:00 Uhr; gegen 22:10 Uhr ist eine Rede vorgesehen.

Der Höhepunkt folgt um 00:01 Uhr am Sonntag, 1. November. Erwartet werden mehrere hundert Beschäftigte, darunter Belegschaftsmitglieder von KSM und weiterer Betriebe der IG Metall Alfeld-Hameln-Hildesheim.

Medienvertreter werden um kurze Anmeldung gebeten. Die zweite Tarifverhandlung für die niedersächsische Metall- und Elektroindustrie am 27. Oktober ist ohne Ergebnis geblieben. NiedersachsenMetall hat erstmals ein Angebot vorgelegt.

Das Angebot kommt nach Darstellung der IG Metall zu spät, fällt zu niedrig aus und bindet die Beschäftigten zu lang. Vorgesehen sind eine Einmalzahlung im Juli 2027 in Höhe von 1 Prozent des durchschnittlichen Jahresbruttos, nach Rechnung der Arbeitgeber rund 660 Euro brutto, eine Tabellenerhöhung von 1,3 Prozent erst zum 1. Juli 2028 und eine Laufzeit von 26 Monaten bis Ende Dezember 2028. Über die automatische Differenzierung können Betriebe von der Einmalzahlung abweichen.

Zwanzig Monate lang gäbe es damit kein dauerhaftes Plus; bei einer Inflationsrate von zuletzt 3,3 Prozent in Niedersachsen läuft das Angebot nach Gewerkschaftsangaben auf eine Minusrunde hinaus. Die IG Metall fordert 5 Prozent mehr Entgelt für Beschäftigte und Auszubildende bei einer Laufzeit von zwölf Monaten sowie eine soziale Komponente zugunsten der unteren Entgeltgruppen. Zudem will sie die Sicherung von Arbeitsplätzen und eine tarifliche Gewinnbeteiligung in starken Betrieben voranbringen.

Vor Ort für Statements und O-Töne sind Thorsten Gröger, Bezirksleiter der IG Metall Niedersachsen und Sachsen-Anhalt und Verhandlungsführer im Tarifgebiet Niedersachsen, sowie André Arenz, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall, angekündigt. Gröger erklärte, wer den Beschäftigten eine Minusrunde anbiete und dafür auch noch Gegenleistungen verlange, dürfe sich über die Antwort nicht wundern.

Die IG Metall achte die Friedenspflicht bis zur letzten Minute; um Mitternacht werde sie ausgeläutet, ab 00:01 Uhr seien Warnstreiks möglich und notwendig. Wie lange und wie hart die Auseinandersetzung werde, liege allein in den Händen der Arbeitgeber.

Ein tragfähiges Angebot würde genügen.

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