Ordon: "Dieser Kulturpreis startete als Tiger und landet als Bettvorleger"


Foto: Anke Donner)



Wolfenbüttel. Rudolf Ordon (FDP), Mitglied im Rat der Stadt Wolfenbüttel, kritisiert in einem offenen Schreiben den Preis für Kulturvermittlung. Dieses veröffentlichen wir wie immer ungekürzt und unkommentiert.


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Rudolf Ordon. Foto: privat



Auch nach der Beratung des Preises für Kulturvermittlung in der Sitzung des Kulturausschusses in der vergangenen Woche erneuert Rudolf Ordon, FDP-Ratsherr der Stadt Wolfenbüttel, seine massive Kritik an den Kriterien und Kosten des Preises. Der von der SPD im Dezember 2012 initiierte Preis sollte Wolfenbüttel, so deren Fraktionsvorsitzender Ralf Achilles, ein Alleinstellungsmerkmal verschaffen, er „sollte die Idee der Toleranz sichtbar in die Gesellschaft“ hineintragen. „Als äußeres Zeichen könnte mit der Vergabe des Preises ein Ring übergeben werden, dessen Design dem Geist der Ringparabel entsprechend gestaltet wird“.

Beschlossen wurde nun ein Preis, für den es der Leiterin der Bundesakademie, Frau Prof. Vanessa-Isabelle Reinwand-Weiss, die am Konzept maßgeblich mitgewirkt hat, besonders wichtig ist, „einen niedrigschwelligen Zugang“ zur Kultur zu vermitteln. „Auch ein Kochbuch einer Schule sei möglich, nannte die Organisatorin ein Beispiel für eine mögliche Bewerbung“. Und um möglicherweise ein Kochbuch von Schülern zu prämieren, werden die Kosten für die Aufwendungen einer Jury, die aus einem Kulturpolitiker, einem Schulmusiker, einer Museumspädagogin, einem freischaffenden Künstler und einer Mitarbeiterin der Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultur besteht, mit bis zu 14.000 Euro veranschlagt.

Es ist völlig unverständlich, dass eine Stadt, die sich gern und bisher auch zu Recht als Kulturstadt sieht, derartig viel Geld für diese Art der Kulturvermittlung verschwendet. Eine einer Kulturstadt entsprechende Kulturförderung könnte zum Beispiel junge, in Wolfenbüttel lebende Künstler gezielt fördern, indem sie ihnen die Möglichkeit gibt, sich durch ihr kulturelles Schaffen einen Namen zu machen. Besondere schulische Leistungen, und dazu kann auch die Erstellung eines Kochbuches gehören, werden bereits alljährlich durch den Rat der Stadt gewürdigt.


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