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Ordon: "Keine Umsetzung des Schlossplatz-Siegerentwurfs"


Bezüglich der geplanten Umgestaltung des Schlossplatzes erreichte unsere Redaktion eine Pressemitteilung des FDP-Ratsmitglieds Rudolf Ordon. Foto: Büro Mann Fulda
Bezüglich der geplanten Umgestaltung des Schlossplatzes erreichte unsere Redaktion eine Pressemitteilung des FDP-Ratsmitglieds Rudolf Ordon. Foto: Büro Mann Fulda

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26.07.2016




Wolfenbüttel. Bezüglich der geplanten Umgestaltung des Schlossplatzes erreichte unsere Redaktion eine Pressemitteilung des FDP-Ratsmitglieds Rudolf Ordon, die an dieser Stelle ungekürzt und unkommentiert veröffentlicht wird. 
"Ziel der Neugestaltung des Schlossplatzes ist es, ihn wieder zu einem zentralen Punkt und zu einer Anlaufstelle für Touristen und Einheimische zu machen. Hierzu tragen die bisherigen Überlegungen und der Siegerentwurf des Wettbewerbes zur Neugestaltung nicht bei. Der Siegerentwurf zur Neugestaltung des Schlossplatzes sieht eine Verkehrsführung parallel zum Zeughaus sowie eine Straße zwischen Zeughaus und den Häusern am östlichen Teil des Platzes vor. Eine Straßenführung unmittelbar am Zeughaus vorbei ignoriert, dass sich dort Leseräume und Arbeitsräume der Herzog-August-Bibliothek befinden, die durch die Verlagerung des Verkehrslärms von der Mitte des Platzes hin zum Zeughaus hierfür nicht mehr zu benutzen sind. Schließlich führen dann mehrere Buslinien direkt an diesem Gebäude vorbei, das auch unter den Erschütterungen des Verkehrs leiden müsste.


Rudolf Ordon. Foto: privat



Die Öffnung der Sackgasse vor der östlichen Häuserzeile, die zurzeit nur als Parkplatz dient, würde Bibliotheksgebäude trennen und die Bewohner unnötigem Straßenlärm des Durchgangsverkehrs aussetzen. Eine Verlegung der derzeitigen diagonalen Straßenführung direkt am Eingang vom Schloss vorbei und dann in Richtung des ehemaligen Hertie-Gebäudes verbietet sich schon deshalb, weil dann die Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums im Schloss durch den Verkehr gefährdet werden könnten. So bleibt nur der Schluss, dass aus diesen Gründen eine Änderung des derzeitigen Straßenverlaufs nicht sinnvoll ist.

Nachgedacht werden sollte aber, damit der Schlossplatz zu einem zentralen Platz werden kann, an dem sich Menschen gern aufhalten, über eine radikale Lösung, die auch den Vorteil hätte, das in diesem Bereich ein Bibliotheksquartier entstünde: Der Schlossplatz wird für den Durchgangsverkehr gesperrt, dieser endet im Süden mit der Einfahrt zum alten Hertie-Parkhaus, im Westen mit der Zufahrt zum Ärztehaus und im Norden hinter dem Zeughaus. Der Schlossplatz könnte dann zu einem ebenerdigen, einheitlichen Platz (shared space) umgestaltet werden, der nur vom öffentlichen Nahverkehr auf einem besonders gekennzeichnetem Weg (der derzeitigen Straßenführung folgend) befahren werden dürfte. Der Durchgangsverkehr müsste dann über die Goslarsche Straße und die Friedrich-Ebert-Straße geführt werden.

Platz mit Leben füllen



Damit wäre aber auch noch nicht sichergestellt, dass der Schlossplatz zu einem belebten und attraktiven Platz wird, zumal er mit dem Verkehrskontenpunkt Kornmarkt und der Langen Herzogstraße als Einkaufszentrum konkurriert. Wichtig ist es, Leben auf den Platz zu bringen, indem die vorhandene Gaststätte und das Restaurants den Platz gastronomisch nutzen. Das schlösse eine Nutzung des Platzes als Parkplatz jedoch aus. Hat unsere Stadt aber wirklich das Potenzial für drei belebte zentrale Plätze (Kornmarkt, Stadtmarkt, Schlossplatz)? Wäre es nicht vielleicht sinnvoller, die Innenstadt zu stärken, indem die Lange Herzogstraße vom östlichen Eingang (Steeneck/Bähr) bis zum Hertie-Gebäude überdacht wird, um so ganzjährig eine Flaniermeile zu haben? Auch diese Möglichkeit oder Vision sollte einmal diskutiert werden, bevor endgültige Entscheidungen getroffen werden. Der teure Siegerentwurf bringt jedenfalls keine Verbesserung und darf nicht umgesetzt werden.

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