Wolfenbüttel. An der Fakultät Fahrzeugtechnik der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften beschäftigt sich ein Projektteam unter der Leitung der Professoren Dr. Harald Bachem und Dr. Bernd Lichte mit der Entwicklung eines selbstlernenden Transportsystems. Im Projekt „Selbstlernendes Transportsystem (SeLeTraSys)“ arbeitet das Team an hochautomatisierten Transportfahrzeugen, die ihre Routenplanung ohne physische Leitliniensysteme durchführen können. Vergleichbare Systeme arbeiten derzeit auf der Basis von reflektierenden, auf dem Boden aufgeklebten, Linienführungen oder anhand von induktiven Leiterbahnen. Einsatz finden Systeme dieser Art beispielsweise in Logistik- und Produktionsumgebungen. Die Koordination der miteinander interagierenden Transportfahrzeuge erfolgt üblicherweise über eine zentrale Steuereinheit, welche Kollisionen der Fahrzeuge vorbeugt. Dies berichtet die Ostfalia in einer Pressemitteilung.
„Der Impuls, der zu der Bearbeitung dieses Projektes führte, ist der finanzielle und arbeitstechnische Aufwand bei der Umstrukturierung des Einsatzbereichs eines solchen Systems. Wird beispielsweise die Produktionsumgebung umgestellt, so müssen auch die Linienführungen entsprechend den neuen Gegebenheiten angepasst werden. Aus diesem Grund wird in dem oben genannten Projekt die Auslegung eines flexibleren Systems untersucht, welches unabhängig von solch externen Einflüssen kontinuierlich operieren kann“, berichtet Ingenieur Christoph Rohmann, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am IFBW der Fakultät Fahrzeugtechnik und Student im Masterstudiengang Fahrzeugsystemtechnologien.
Gefördert werde das Projekt mit rund 296.000 Euro vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und erfolge in enger Zusammenarbeit mit der Götting KG. „Mit diesem industriellen Projektpartner haben wir ein Unternehmen an unserer Seite, das bereits langjährige Erfahrung im Umgang mit hochautomatisierten Transportfahrzeugen hat. Neben der Entwicklung eigener Sensortechnologien hat sich das Unternehmen auf den Bereich der Transportsysteme mit fahrerlosen Seriennutzfahrzeugen im Außenbereich spezialisiert“, berichtet die Projektleitung. Der Projektstart habe im August 2018 stattgefunden. Mit einer Laufzeit von drei Jahren solle der geplante Projektabschluss im Juli 2021 sein.
Die Erkenntnisse aus diesem und anderen Forschungsprojekten würden unmittelbar Einzug in die Lehrveranstaltungen der beiden Professoren finden, sodass Studierende der Fahrzeugtechnik eine praxis- und forschungsnahe Ausbildung auf den Gebieten der aktiven und passiven Fahrzeugsicherheit sowie der Regelungstechnik erhalten. Auf Basis dieser und weiterer Forschungsprojekte sei das Institut für Fahrzeugbau Wolfsburg (IFBW) in den Bereichen der Robotik, Sensorik und fahrerlosen Transportfahrzeuge (FTF) als Kompetenzstandort der Initiative „I4.0-Testumgebungen für KMU (I4KMU)“ gelistet, welche von dem Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wurde.
Ostfalia entwickelt selbstlernendes Transportsystem
Einsatz finden solche intelligenten Systeme für Energie und Mobilität zum Beispiel in Logistik- und Produktionsumgebungen.
Prototyp Transportsystem. | Foto: Ostfalia
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