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Paradigmenwechsel im Fuhrpark: Angestellte der Stadt bald e-mobil

von Alexander Dontscheff


Stadtrat Christian Geiger, Oberbürgermeister Ulrich Markurth, Berater Frank Tristram und Michael Loose,  Leiter des Fachbereichs Stadtgrün und Sport (v. re.) präsentieren die Dienstfahrzeuge der Zukunft: E-Auto, Lastenrad und Pedelec. Foto: Alexander Dontscheff
Stadtrat Christian Geiger, Oberbürgermeister Ulrich Markurth, Berater Frank Tristram und Michael Loose, Leiter des Fachbereichs Stadtgrün und Sport (v. re.) präsentieren die Dienstfahrzeuge der Zukunft: E-Auto, Lastenrad und Pedelec. Foto: Alexander Dontscheff

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27.08.2019

Braunschweig. Nichts Geringeres als einen Paradigmenwechsel kündigte Oberbürgermeister Ulrich Markurth am heutigen Dienstag in einem Pressegespräch bezüglich der Mobilität der Bediensteten der Stadt Braunschweig an. Die Verwaltung hat ein Elektromobiltätskonzept erstellt, dass nun durch die Ratsgremien geht. Dabei soll der Fuhrpark komplett neu strukturiert und mit neuesten digitalen Hilfsmitteln koordiniert werden.


„Von der traditionellen Fuhrparkverwaltung zur umweltfreundlichen und digital gesteuerten Mobilität“ heißt der Leitsatz, der zukünftig auf den gesamten Konzern Stadt samt seiner Gesellschaften angewendet werden soll. Doch zunächst will man mit der Kernverwaltung und ihren knapp 4.000 Beschäftigten beginnen.

Nutzung privater Autos einschränken


Derzeit ist vieles dezentral organisiert, jede Abteilung hat ihre eigenen Fahrzeuge, die häufig ungenutzt bleiben. Zudem wird ein Großteil der Dienstfahrten von den Mitarbeitern mit dem privaten Auto zurückgelegt. Letzteres soll möglichst auf ein Minimum reduziert werden. Das mit Unterstützung des auf das Thema Mobilität spezialisierten Braunschweiger Beratungsunternehmens von Frank Tristram erstellte Konzept sieht vor, die Verwaltung zentraler zu organisieren. Dadurch soll sich schon allein der Bedarf an Fahrten verringern. Außerdem sollen viele Fahrten auf den ÖPNV, auf das Fahrrad oder Pedelec verlagert werden oder zu Fuß möglich sein. Wird dennoch ein Auto benötigt, soll es zentrale Anlaufstellen geben, an denen sich alle Verwaltungsabteilungen ihre Fahrzeuge (mit Elektro-Antrieb) abholen können. Für die Vergabe wird noch eine passende Software benötigt.

OB Ulrich Markurth: „Wir wollen neue Mobilität künftig noch stärker leben, bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern dafür werben und einen Kulturwandel erreichen, der auch ins private Mobilitätsverhalten wirkt. Ich freue mich über die enge Einbindung der Mitarbeiterschaft bei der Erstellung dieses Konzepts.“

Ein Pool soll aufgebaut werden


Die Umsetzung des Konzepts solle schrittweise erfolgen. Die Verwaltung schlage vor, mit den zentral gelegenen Dienststellen im Umkreis von 250 Metern rund ums Rathaus sowie dem Gebäude Ägidienmarkt als erstem „Pilotstandort“ mit über 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu beginnen, erläuterte Stadtrat Christian Geiger. Aufgebaut werden soll dafür nach und nach ein Pool mit 16 Elektrofahrzeugen, neun Pedelecs, und einem E-Lastenfahrrad sowie Ladepunkten. Vielerorts müsste aber auch noch für die richtige Infrastruktur gesorgt werden. So fehle es an hochwertigen Fahrradabstellanlagen, ergänzte Frank Tristram.

Für die Kosten der Erarbeitung des Elektromobilitätskonzepts in Höhe von etwa 100.000 Euro konnte die Stadt eine 80-prozentige Förderung des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) aus dem Programm „Energie- und Klimafonds“ in Anspruch nehmen. In einer mehrmonatigen Analysephase wurde seit 2018 die Ist-Situation der dienstlichen Mobilität im Konzern Stadt Braunschweig umfassend in den Blick genommen, um daraus Potenziale für die zukünftige dienstliche Mobilität ableiten zu können.


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