"Keiner darf mehr durch unser Raster fallen!"


Der erste Schritt ist immer, die Schüler mit Förderbedarf zu identifizieren, um sie entsprechend beraten zu können. Symbolfoto: pixabay
Der erste Schritt ist immer, die Schüler mit Förderbedarf zu identifizieren, um sie entsprechend beraten zu können. Symbolfoto: pixabay | Foto: Pixabay

Peine. Der CDU-Kreisverband Peine und der Kreiselternrat Peine diskutierten kürzlich über das Thema Integration von Förderschülern in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt. Das berichtet das Büro des Landtagsabgeordneten Christoph Plett in einer Pressemitteilung.


"Bei Schülern, die von den Förderschulen kommen, haben wir es vergleichsweise leicht. Für jede Schule ist ein Reha-Berater zuständig. Wir führen bereits vor Beendigung der Schule die Schulberatungen an den Förderschulen durch und arbeiten eng mit den Schulen zusammen. Wir können also rechtzeitig aktiv werden", erklärt Sabine Glaesner von der Agentur für Arbeit, die als Expertin an der Runde teilnahm. Sabine Glaesner ist bei der Peiner Agentur für Arbeit für die berufliche Reha-Beratung und Erstintegration in den Arbeitsmarkt von Menschen mit Beeinträchtigung zuständig.

In dem Gespräch machte sie schnell deutlich, dass der wichtigste und erste Schritt immer darin bestehe, die Menschen mit Förderbedarf zu identifizieren, um sie entsprechend beraten zu können. Bei Schülern, die direkt von einer Förderschule kommen, funktioniere das aufgrund der direkten Zusammenarbeit der Schule mit der Agentur für Arbeit schon gut.

Einverständniserklärungen der Eltern fehlt häufig


Bei inklusiv beschulten Schülern mit Förderbedarf gebe es ein Verfahren, das durch einen Schulerlass geregelt und in den Regelschulen bekannt sei. Leider gäbe es bei der Umsetzung dieses Erlasses Probleme (zum Beispiel fehlende Einverständniserklärungen der Eltern). Ohne diese Einverständniserklärung dürfe die Regelschule vor Ende der Schullaufbahn keine direkten Informationen an die Agentur für Arbeit geben, wodurch diese Schüler meist nicht zum Reha-Team der Agentur für Arbeit kämen und dann auch keine gezielte Förderung erhalten könnten.

"Wenn die Schüler nach Verlassen der Schule erst einmal bei uns sind, ist schon viel gewonnen. Durch besondere Maßnahmenträger, wie etwa Berufsbildungswerke, können spezielle, theoriereduzierte Ausbildungen angeboten werden, die auch Menschen mit Beeinträchtigung eine Berufsqualifizierung und in der Folge auch eine Berufsperspektive bieten. In der normalen Ausbildungs- und Arbeitswelt sind diese Menschen leider oftmals verloren", erklärt Sabine Glaesner weiter.

"Angebote müssen bekannter werden"


"Es ist toll zu sehen, welche vielfältigen Beratungs- und Ausbildungsangebote es für Menschen mit Beeinträchtigung gibt. Das muss aber noch viel bekannter und der Zugang dazu leichter werden, damit jeder optimal gefördert werden kann", so Daniela Klein, Vorsitzende des Kreiselternrates Peine. Dieser Überzeugung ist auch Christoph Plett, Kreisvorsitzender der CDU Peine und Landtagsabgeordneter: "Wir haben ausgezeichnete Möglichkeiten, um auch Menschen mit Beeinträchtigung auf das Berufsleben vorzubereiten. Diese Angebote müssen alle Menschen erreichen, die eine entsprechende Förderung brauchen. An bürokratischen Hürden darf das nicht scheitern. Keiner darf mehr durch unser Raster fallen!"


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