Verkehrsunfallstatistik: Deutlicher Anstieg bei bestimmten Unfällen

Insbesondere bei einer Unfallart gab es demnach eine besorgniserregende Entwicklung.

Symbolbild.
Symbolbild. | Foto: Matthias Kettling

Landkreis Peine. Am gestrigen Dienstag stellte die Leiterin des Polizeikommissariats Peine, Polizeioberrätin (POR´in) Julia Semper, gemeinsam mit dem Leiter des Einsatz- und Streifendienstes, Erster Polizeihauptkommissar (EPHK) Rinke, sowie der Sachbearbeiterin für Verkehrsangelegenheiten, Frau Wiebke Luttkus, die polizeiliche Verkehrsunfallstatistik für das vergangene Jahr 2025 vor. Besonders bei Verkehrsunfällen mit Schwerverletzten und Getöteten gab es demnach eine besorgniserregende Entwicklung.



Dem Landestrend folgend ist auch in Peine die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle um 7,55 % auf nunmehr 2891 Unfälle (2024: 2688) gestiegen. Im Zuständigkeitsbereich des Polizeikommissariats Peine waren die 18- bis 24-Jährigen an etwa 10,89 Prozent aller im Jahr 2025 registrierten Verkehrsunfälle beteiligt. Von insgesamt 73 schwerverletzten und getöteten Personen gehörten 10 zu dieser Altersgruppe, was einen Anteil von 13,7 Prozent ausmacht. Die Altersgruppe der Senioren ab 65 Jahren war an 12,84 Prozent der Gesamtunfälle verwickelt. Von den 73 schwerverletzten und getöteten Personen im Jahr 2025 waren insgesamt 19 Senioren ab 65 Jahren, was einen Anteil von 26,03 Prozent an der Gesamtzahl der Schwerverletzten und Getöteten darstellt.

Damit bestätigen sich zwei der drei Risikogruppen, die im Rahmen der Verkehrssicherheit regelmäßig im Fokus zu treffender Maßnahmen stehen. Gemeinsam mit Kindern definieren sich diese Gruppen dadurch, dass sie noch nicht oder nicht mehr über die erforderliche Sicherheit und/oder Erfahrung zur Teilnahme am Straßenverkehr verfügen. Bei den jungen Erwachsenen von 18 bis 24 Jahren kommt ein risikobereiteres Verhalten als mögliche Ursache hinzu.

Mehr Unfälle mit Radfahrern


Die Anzahl der Unfälle mit Radfahrern ist im Vergleich zum Vorjahr gestiegen, jedoch ist die Anzahl der Leichtverletzten gesunken und die der Schwerverletzten stagniert. Auch ein tödlich verletzter Radfahrer war im Jahr 2025 zu beklagen. Bei insgesamt 149 Unfällen unter Beteiligung von Radfahrern wurden 15 Personen schwer verletzt. Auch die Anzahl der Unfälle unter Beteiligung von E-Scootern nahm im vergangenen Jahr weiter zu – damit einhergehend auch die Zahl der dabei verletzten Personen.

Das waren die Unfallursachen


Die Betrachtung der Hauptunfallursachen bezieht sich regelmäßig auf diejenigen Unfälle, bei denen Menschen schwer verletzt oder getötet werden. Auch im Jahr 2025 begegnen hier wieder bekannte Verhaltensweisen: Fehler beim Abbiegen, Vorfahrtverstöße, eine zu hohe oder nicht angepasste Geschwindigkeit und die Beeinflussung durch Alkohol waren die Hauptunfallursachen.

Unfälle mit Schwerverletzten und Toten steigen deutlich


Im vergangenen Jahr hat das Polizeikommissariat in seinem Zuständigkeitsbereich insgesamt 397 Unfälle mit Personenschaden verzeichnet. In den meisten Fällen handelte es sich dabei allerdings um leichte Verletzungen. Bei den Verkehrsunfällen mit schweren Folgen, das heißt mit Schwerverletzten und/oder Getöteten, gab es im Jahr 2025 eine deutlich negative Entwicklung: Im Vergleich zum Vorjahr ist der Wert um 37,74 Prozent gestiegen. Die Zahl der Schwerverletzten ist von 50 auf 69 gestiegen, im Straßenverkehr getötet wurden vier statt im Vorjahr drei Personen. Auch die Anzahl der sogenannten Baumunfälle, mit denen regelmäßig ein hohes Risiko für schwere Unfallfolgen einhergeht, ist um 41,67 % auf 51 Unfälle gestiegen.

Das ist das Fazit der Polizei


Insgesamt zieht die Polizei Peine eine eher durchwachsene Bilanz der Lage auf den Straßen in Stadt und Landkreis Peine. Weiterhin gilt jedoch die sogenannte "Vision Zero", die es sich zum Ziel gesetzt hat, Verkehrsunfälle mit schweren Folgen, also getöteten und schwer verletzten Personen, vollständig zu verhindern.

POR´in Semper hierzu: "Das Verkehrsunfallgeschehen im vergangenen Jahr kann leider nicht an den Tiefstand aus 2024 anknüpfen. Die Zahlen sind im Vergleich wieder angestiegen und bewegen sich nunmehr im Durchschnitt der vergangenen Jahre. Auch weiterhin werden wir also die Schwerpunkte im Blick haben und gemeinsam mit unseren Partnern durch Prävention, aber insbesondere auch durch Verkehrsüberwachung für die Gefahren im Straßenverkehr zu sensibilisieren. Da Verkehrsunfälle aber immer von Menschen verursacht werden, ist es wichtig, dass wir alle aufeinander Rücksicht nehmen, wenn wir auf der Straße unterwegs sind.

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