Region. Die Polizeidirektion Braunschweig verzeichnete im Jahr 2025 einen leichten Rückgang der Verkehrsunfälle. Mit 30.152 registrierten Unfällen lag die Zahl rund ein Prozent unter dem Vorjahreswert (30.468). Gleichzeitig nahm im Jahr 2025 die Zahl der Unfälle mit schweren Folgen im Vergleich zum Vorjahr wieder zu. Das geht aus der heute veröffentlichten Verkehrsunfallstatistik der Polizeidirektion Braunschweig für das Jahr 2025 hervor.
Die meisten Verkehrsunfälle innerhalb der Polizeidirektion Braunschweig ereigneten sich 2025 im Bereich der Polizeiinspektion (PI) Salzgitter/Peine/Wolfenbüttel (8.801). Es folgten die PI Braunschweig (Stadtbereich: 6.337), PI Wolfsburg/Helmstedt (5.080), PI Gifhorn (4.377) sowie PI Goslar (3.506). Auf den Bundesautobahnen A2, A36, A39, A391, A392 und A369 wurden 2.051 Unfälle registriert.
Die Zahl der leicht und schwer verletzten sowie getöteten Verkehrsteilnehmenden ist im Jahr 2025 auf 5.081 gestiegen. Das entspricht einem Anstieg von 2,25 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Davon waren 4.391 leicht verletzt (2024: 4.301) und 642 schwer verletzt (2024: 627). 48 Verkehrsteilnehmer kamen ums Leben (2024: 33). Die Altersgruppen der 18- bis 24-Jährigen sowie der Seniorinnen und Senioren ab 65 Jahren waren im Jahr 2025 mit insgesamt 35,61 Prozent an allen registrierten Verkehrsunfällen beteiligt.
Hauptursache: Überhöhte Geschwindigkeit und Fahruntüchtigkeit
Thomas Ring, Polizeipräsident der Polizeidirektion Braunschweig, sagt: „Es ist erfreulich, dass die Zahl der Verkehrsunfälle leicht zurückgegangen ist. Gleichzeitig ist der Anstieg der Unfälle mit schweren Folgen besorgniserregend. Nach dem Tiefstand im Jahr 2024 entfernen wir uns wieder von unserer Vision Zero. Für uns bleibt klar: Kein schwerer Unfall ist akzeptabel und jeder Mensch, der im Straßenverkehr stirbt, ist einer zu viel. Rücksicht und Aufmerksamkeit können Leben retten. Dafür tragen wir alle Verantwortung. Überhöhte Geschwindigkeit und Fahruntüchtigkeit bleiben die Hauptursachen für Verkehrsunfälle mit schweren Unfallfolgen. Dagegen gehen wir weiterhin konsequent mit intensiven Kontrollen und verstärkter Präventionsarbeit vor.“
Verkehrsunfälle mit schweren Folgen wieder gestiegen
Nach dem historischen Tiefstand bei der Zahl der Verkehrsunfälle mit schweren Folgen im Jahr 2024 stieg die Zahl im Jahr 2025 wieder an: Insgesamt 634 Unfälle mit Schwerverletzten und/oder Getöteten registrierte die Polizeidirektion Braunschweig. Das entspricht einem Anstieg von 9,12 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Bei den 634 Unfällen mit Schwerverletzten und/oder getöteten Personen waren insgesamt 918 Verkehrsbeteiligte involviert, unter anderem
452 Personenkraftwagen (Pkw), 177 Radfahrende sowie 114 Kraftradfahrende (Krad) und 80 Fußgängerinnen und Fußgänger. Die meisten ereigneten sich innerorts (334), weniger außerorts (261) und deutlich seltener auf den Bundesautobahnen (39).
Zahl der Verkehrstoten stark gestiegen
Im Jahr 2025 hat die Zahl der Schwerverletzten und Getöteten im Vergleich zum Vorjahr zugenommen. Besonders deutlich zeigt sich diese Entwicklung bei den Verkehrstoten: Die Zahl erhöhte sich von 33 im Jahr 2024 auf 48 im Jahr 2025, was einem Anstieg von 45,45 Prozent entspricht. Auch die Zahl der Schwerverletzten ist gestiegen. Sie lag im Jahr 2025 mit 642 um 2,39 Prozent über dem Vorjahreswert.
Von den insgesamt 690 Schwerverletzten und Getöteten im Jahr 2025 entfiel der größte Anteil innerhalb der Polizeidirektion Braunschweig auf den Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Salzgitter/Peine/Wolfenbüttel, gefolgt von den Polizeiinspektionen Goslar, Braunschweig, Wolfsburg-Helmstedt und Gifhorn.
Unter den schwer verletzten und getöteten Verkehrsteilnehmern war die Altersgruppe der 25- bis 64-Jährigen mit 52,60 Prozent am stärksten vertreten, sie stellt zugleich den größten Anteil der Verkehrsteilnehmenden. Es folgen die Seniorinnen und Senioren ab 65 Jahren mit 25,22 Prozent sowie die jungen Erwachsenen im Alter von 18 bis 24 Jahren mit 12,90 Prozent und die Kinder und Jugendlichen mit 9,28 Prozent.
18- bis 24-Jährige sowie Senioren weiterhin stark beteiligt
Im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Braunschweig lag der Anteil der 18- bis 24-Jährigen an den im Jahr 2025 registrierten Verkehrsunfällen bei etwa 15,94 Prozent und damit auf dem Vorjahresniveau (2024:15,77 Prozent). Von den insgesamt 690 schwer verletzten und getöteten Personen entfielen 89 auf diese Altersgruppe, was einen Anteil von 12,90 Prozent ausmacht. Gegenüber dem Vorjahr ist hier ein leichter Rückgang um fast zwei Prozent zu verzeichnen (2024:14,55 Prozent).
Bei den Seniorinnen und Senioren ab 65 Jahren lag der Anteil an den Gesamtunfällen bei 19,67 Prozent. Von den 690 schwer verletzten und getöteten Personen im Jahr 2025 gehörten insgesamt 174 dieser Altersgruppe an. Mit einem Anteil von 25,22 Prozent bewegt sich dieser Wert nahezu auf dem Niveau des Vorjahres. Beide Altersgruppen bleiben damit weiterhin im Fokus der Präventionsarbeit.
Bundesautobahnen weiterhin sicherste Straßen
Im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Braunschweig wurden im Jahr 2025 auf den Bundesautobahnen A2, A36, A39, A369, A391 und A392 insgesamt 2.051 Verkehrsunfälle erfasst. Damit liegt die Zahl leicht unter dem Vorjahreswert von 2.197. Auf den Autobahnen gab es im Jahr 2025 insgesamt 49 schwerverletzte und getötete Personen gegenüber 71 im Vorjahr. Der deutliche Rückgang ist vor allem auf die Zahl der Schwerverletzten zurückzuführen, die von 68 im Vorjahr auf 47 im Jahr 2025 sank. Die Bundesautobahnen im Bereich der Polizeidirektion Braunschweig zählen laut Polizei damit weiterhin zu den sichersten Straßen.
Zahl der getöteten Radfahrenden gestiegen
Im Jahr 2025 wurden im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Braunschweig insgesamt 1.435 Verkehrsunfälle registriert, bei denen Radfahrer beteiligt waren. Das entspricht einem Anstieg von rund 5 Prozent gegenüber dem Vorjahr (2024: 1.367). Die an diesen Unfällen beteiligten Radfahrenden verteilen sich auf die Fahrzeugklassen „Fahrrad“, „Pedelec“ und „E-Bike“. Von den 1.435 Verkehrsunfälle entfielen 1.087 Unfälle auf Fahrräder, 338 auf Pedelecs und zehn auf E-Bikes. In allen drei Klassen ist im Vergleich zum Vorjahr eine Zunahme der Unfallzahlen festzustellen.
Bei Verkehrsunfällen mit Radfahrern kamen im Jahr 2025 acht Menschen ums Leben, im Vorjahr war es eine Person. Zudem stieg die Zahl der leicht und schwer verletzten sowie getöteten Radfahrenden um 6,7 Prozent. Besonders auffällig ist der deutliche Anstieg der tödlich Verunglückten.
Polizeipräsident Thomas Ring erklärt: „Der deutliche Anstieg bei den tödlich verunglückten Radfahrenden zeigt, dass wir hier gezielt gegensteuern müssen. Deshalb legen wir einen besonderen Schwerpunkt auf die Verkehrssicherheitsarbeit, vor allem bei Kindern und Jugendlichen.“
Überproportionaler Anstieg bei schwer verletzten E-Scooter-Fahrenden
Trotz eines leichten Rückgangs der Gesamtunfälle stellen neue Mobilitätsformen zusätzliche Herausforderungen dar. E-Scooter prägen das Unfallgeschehen zunehmend. Im Jahr 2025 wurden insgesamt 313 Verkehrsunfälle registriert, das sind 43,6 Prozent mehr als im Vorjahr (2024: 218). Wie bereits im Vorjahr kam dabei keine Person ums Leben.
Auffällig ist insbesondere die Entwicklung bei den Schwerverletzten. Ihre Zahl stieg von 14 im Jahr 2024 auf 27 im Jahr 2025 und hat sich damit nahezu verdoppelt. Auch die Zahl der Leichtverletzten nahm zu, von 133 auf 189, was einem Anstieg von 42,1 Prozent entspricht.
Polizeipräsident Thomas Ring betont abschließend: „Der deutliche Anstieg der E- Scooter-Unfälle zeigt, dass die Sensibilisierung für die geltenden Verkehrsregeln deutlich verstärkt werden muss.
Insgesamt zeigen die Entwicklungen im Unfallgeschehen 2025, dass Präventionsarbeit und intensive Kontrollen im Straßenverkehr weiterhin zentrale Aufgaben der polizeilichen Verkehrssicherheitsarbeit bleiben, um das Sicherheitsniveau zu erhöhen.“

