Wolfenbüttel

Politikergerede?


Foto: Anke Donner)

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20.09.2014


Zur Diskussion um die Regionsdebatte erreichte uns ein Leserbrief von Jürgen Kumlehn. Wie immer veröffentlichen wir die Lesermeinung ungekürzt und umkommentiert.

Nicht nur in der Fusionsdebatte werden von Politikerinnen und Politikern Aussagen gemacht, die Bürgerinnen und Bürger eher das Interesse an Politik - ob Kommunal-, Landes- oder Bundespolitik - verleiden. So versteht Landrätin Christiana Steinbrügge die kommunale Familie als eine Solidargemeinschaft. Dem stimme ich vollauf zu, denn wir leben in einem Land und müssen uns deshalb auch um den ärmeren Landkreis Helmstedt und vor allem um die Heeseberggemeinden kümmern und uns bemühen, sie zu stärken - natürlich auch finanziell!

Denn Solidarität hat in dieser Problematik auch eine Menge mit Geld zu tun - vor allem innerhalb einer Familie. Wenn ich dann aber ein paar Zeilen weiter lese, dass Frau Steinbrügge sagt: Denn am Ende kann der Landkreis Wolfenbüttel nicht schlechter da stehen als heute. - fällt mir der bayerische Ministerpräsident Seehofer ein, der nur an seine Kirchtürme denkt. Eine andere Äußerung stammt von David McAllister vom letzten Parteitag, auf der er einen Spruch losließ, der als grober Populismus einzuordnen ist: Die niedersächsische Landesregierung tue nichts. Und das, was sie tue, sei zudem noch falsch. Dieser Unsinn ist unerträglich. Welcher nachdenkende Bürger möchte so einem arroganten Politiker folgen, der Kollegen anderer Parteien öffentlich attestiert, sie seien vollkommen inkompetent und würden damit unserem Land nur Schaden zufügen?

Überhaupt nicht arrogant, dafür aber so einzuordnen, dass man McAllister beinahe teilweise zustimmen muss, ist die Äußerung vom Bundestags-SPD-Fraktionsvorsitzenden Thomas Oppermann, der zur AfD diesen Satz gesagt hat, der es als Realsatire in die Heute-Show geschafft hat: Die AfD sei in Brandenburg und Thüringen nicht von SPD-Mitgliedern gewählt worden, sondern nur von Wählerinnen und Wählern, die früher einmal SPD gewählt hätten. In wieviel Wahlurnen hat Oppermann denn versteckt gehockt, um dieses so klar sagen zu können?

Alle drei Aussagen zusammengenommen sind für mich Sprüche, die nicht zur Erhöhung der Wahlbeteiligung führen, sondern genau zum Gegenteil! Zum Nachteil unserer Region und zum Schaden unseres Landes!

Jürgen Kumlehn, Erinnerer, Wolfenbüttel


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