Punkrock im Sauna-Klub: Ein Jugendwunsch und eine Platte mit acht Jahren Anlauf

Zwei Bands teilten beim Konzert im Hallenbad ihre teils lange zurückliegenden Erinnerungen mit der Location.

von Stefan Stümpel


Druckvoller Punkrock: Final Impact aus Braunschweig lieferte im Wolfsburger Sauna-Klub ab.
Druckvoller Punkrock: Final Impact aus Braunschweig lieferte im Wolfsburger Sauna-Klub ab. | Foto: @fotobully

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Wolfsburg. Früher stand Max als Jugendlicher im Sauna-Klub und schaute lokalen Punkbands zu. Am Samstagabend stand er selbst auf der Bühne – mit seiner Berliner Band murx. Gemeinsam mit Final Impact aus Braunschweig sorgte das Trio für einen Konzertabend, bei dem die Nähe zwischen Musikern und Publikum nicht nur den kleinen Club, sondern auch die Stimmung prägte.



Viel Platz braucht es im Sauna-Klub des Wolfsburger Hallenbads nicht, um mittendrin zu sein. Die Bühne liegt dicht am Publikum, die Musik ist laut und die Stimmung ausgelassen. Als murx. den Abend eröffnen, wird zunächst noch darum gebeten, näher nach vorne zu kommen. Viel Abstand zwischen Band und Besuchern bleibt ohnehin nicht.

Besondere Erinnerungen an den Sauna-Klub


Für einen der drei Musiker ist dieser Auftritt allerdings mehr als ein gewöhnlicher Tourstopp. Max stammt ursprünglich aus Wolfsburg, ist hier aufgewachsen und hat als Jugendlicher selbst zahlreiche Konzerte besucht. Auch im Sauna-Klub. „Ich stand hier früher so mit 15, 16, hatte so lokale Punkbands gesehen und dachte immer so: Boah, wie cool wäre ich, wenn ich auch mal hier spielen würde“, erzählt er dem Publikum. Dann folgt die Pointe: „Jetzt spiele ich hier, bin immer noch nicht cool, aber ich spiele hier.“
Drei Clubs, die in Erinnerung geblieben sind


Drei Orte hätten seine musikalische Jugend besonders geprägt, erzählt Max weiter: das Jugendhaus Ost, der Sauna-Klub und das B58 in Braunschweig. Im Ost spielte murx. bereits im Mai, nun stand der Sauna-Klub auf dem Programm. Am 28. November folgt schließlich ein Konzert im B58. Auch mit Final Impact verbindet ihn eine persönliche Geschichte. Konzerte der Braunschweiger Punkrockband hatte Max früher selbst besucht. Nun mit ihnen gemeinsam auf der Bühne zu stehen, sei deshalb „ultra cool“.

Musikalisch bewegen sich murx. zwischen deutschsprachigem Emo und Punk, wobei die Band ihre eigene Einordnung nicht übermäßig ernst nimmt. Das Trio aus Berlin zeigte sich im Sauna-Klub spielfreudig und suchte immer wieder den direkten Kontakt zum Publikum. Unter anderem stand „Treibgut“ auf dem Programm, ein Stück der ersten EP „Warten, bis die Decke fällt“.

Zwischen deutschsprachigem Emo und Punk: murx. spielten im Hallenbad.
Zwischen deutschsprachigem Emo und Punk: murx. spielten im Hallenbad. Foto: @fotobully



Zum Ende des Auftritts wurden die Besucher noch einmal ausdrücklich zum Tanzen eingeladen. Ob sie dabei tatsächlich mitmachen wollten, blieb ihnen überlassen. Der lockere Umgangston passte zum Auftritt der drei Musiker, die sich auch abseits der Bühne seit Jahren eng verbunden fühlen.

Final Impact erinnern sich an 2018


Anschließend übernahmen Final Impact die Bühne. Die Punkrockband aus Braunschweig kennt den Sauna-Klub bereits aus früheren Auftritten. Am 2. November 2018 hatte sie hier ihre damalige EP-Release-Show gespielt. An diesen Abend wurde nun auch auf der Bühne erinnert.

Seither ist musikalisch einiges passiert – und manches offenbar auch nicht so schnell, wie die Band es ursprünglich vorhatte.
„Wir sind jetzt schon seit acht Jahren dabei, die neue Platte zu schreiben“, hieß es mit reichlich Selbstironie von der Bühne. Dass zwischen den Arbeiten an neuer Musik immer wieder das Leben dazwischenkommt, machte die Band zum Gegenstand ihrer eigenen Ansage.
Den Gästen blieb es allerdings nicht bei Erinnerungen. Mit „Stockholm“ kündigte Final Impact einen neuen Song an und bewies, dass die lange Entstehungszeit nicht mit musikalischem Stillstand gleichzusetzen ist.

Der Auftritt lebte dabei nicht allein von der Musik. Die Musiker scherzten miteinander und mit dem Publikum. Auch Tim am Mischpult wurde eigens erwähnt – wer wollte, durfte ihn gerne abklatschen.

Neue Songs und ruhigere Töne


Zwischen den druckvollen Punkrocknummern kündigten Final Impact schließlich mit „7 Sins“ ein etwas langsameres Stück an. Ganz neu sei es für einige Besucher möglicherweise nicht mehr, schließlich habe die Band es bereits mehrfach live gespielt. Für die Musiker fühle es sich trotzdem noch immer neu an. Wer noch genügend Akku im Handy hatte, wurde eingeladen, für etwas zusätzliche Beleuchtung zu sorgen.

So wechselten sich im Sauna-Klub laute Musik, persönliche Geschichten und spontane Ansagen ab. Das Publikum ging engagiert mit, während die Bands die unmittelbare Nähe nutzten, die dieser kleine Club bietet.