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Niedersachsen: Recht auf erdnussfreie Schule? Mädchen klagt gegen Behörde



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Recht auf erdnussfreie Schule? Mädchen klagt gegen Behörde

Das Kind leidet unter einer schweren Allergie. Die Landesschulbehörde wollte aber keine Ausnahme machen.

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Symbolbild Foto: pixabay

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Niedersachsen. Am kommenden Dienstag wird am Verwaltungsgericht Hannover über die Klage eines 2015 geborenen Mädchens verhandelt. Die künftige Schülerin möchte aufgrund ihrer Allergie auf eine anerkannte, erdnussfreie Schule gehen. Diese liegt allerdings nicht in dem für sie zuständigen Schulbezirk. Eine Ausnahmegenehmigung lehnte die Landesschulbehörde ab. Nun muss ein Richter entscheiden. Das teilt das Verwaltungsgericht Hannover in einer Pressemitteilung mit.



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Das Mädchen leide nachgewiesenermaßen an einer hochgradigen Erdnussallergie, hatten die Eltern den Antrag begründet. Der Kontakt zu kleinsten Mengen an Erdnuss könne zu lebensbedrohlichen anaphylaktischen Reaktionen führen. Sie sei aufgrund dessen verpflichtet, ein Notfallset mit entsprechenden Medikamenten und einen Adrenalin-Autoinjektor rund um die Uhr bei sich zu führen. Bei der Grundschule, die sie gerne besuchen wolle, handele es sich um eine, von dem Nuss-Anaphylaxie-Netzwerk e.V. anerkannte, erdnussfreie Schule. Dort seien insbesondere die Lehrkräfte entsprechend für anaphylaktische Notfälle geschult.

"Erdnussallergie keine Besonderheit"



Dennoch hatte die Landesschulbehörde die Erteilung einer Ausnahmegenehmigung abgelehnt. Die Erdnussallergie sei keine Besonderheit, die eine Ausnahmegenehmigung rechtfertigen würde. Es gäbe inzwischen viele Kinder, die unter allergischen Reaktionen leiden würden und Notfallsets bei sich trügen. Die Klägerin habe vor der Einschulung auch keinen erdnussfreien Kindergarten besucht. Zudem seien alle Lehrkräfte an niedersächsischen Schulen für medizinische Notfälle geschult. Der Zusatz „erdnussfreie Schule" stelle schließlich auch keinen Zusatz dar, der der Schule vom Kultusministerium überreicht worden sei.

Die 6. Kammer des Verwaltungsgerichtes hatte einem Eilantrag des Mädchens gegen die Entscheidung der Behörde stattgegeben. Die mündliche Verhandlung findet nun am Dienstag statt.


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