Braunschweig

Renaturierung der Schunter und barrierefreie Brücken bei Rühme

Renaturierung der Schunter bei Rühme und zwei neue Brücken: Die Bauarbeiten beginnen

Durch die "Entgradigung" des Ufers soll die Schunter wieder naturnäher werden. (Symbolbild)
Durch die "Entgradigung" des Ufers soll die Schunter wieder naturnäher werden. (Symbolbild) Foto: Pixabay

Artikel teilen per:

04.02.2020

Braunschweig. Bauarbeiten des Projekts zur Renaturierung der Schunter bei Rühme beginnen in den nächsten Tagen. Vorhabenträger ist der Wasserverband mittlere Oker (WVMO), Gewässerausbauverband der Städte Braunschweig und Wolfenbüttel. Nahe der Straße Ringelhorst wird eine barrierefreie Brücke gebaut. Zunächst wird jetzt das Baufeld für die geplanten Maßnahmen freigemacht. Der Neubau der Brücke "Im Alten Dorfe" beginnt voraussichtlich im Sommer. Derzeit läuft das Planfeststellungsverfahren. Parallel werden dann die Arbeiten zur Renaturierung des Flusslaufs aufgenommen. Dies kündigt die Stadt Braunschweig in einer Pressemitteilung an.


Das Gesamtprojekt wird von der N-Bank des Landes Niedersachsen mit rund 2,2 Millionen Euro gefördert. Ein entsprechender Bescheid war, wie berichtet, im vergangenen Sommer übergeben worden. Weitere Mittel steuern Volkswagen Financial Services, die Stadtentwässerung Braunschweig (SE|BS) sowie die Stadt Braunschweig bei.

Komfortabler für Fische



Der WVMO stelle die Biotop- und Auenvielfalt der Schunter im Bereich Butterberg und Rühme wieder her und verbessert die Wegeverbindungen. Zwei alte Schunterbrücken werden barrierefrei neu errichtet. Mit den geplanten Maßnahmen werden die derzeit noch naturferne, gerade Linienführung der Schunter und die Einengung durch Wälle so weit wie möglich beseitigt. Die Schunter wird also "entgradigt" – Voraussetzung und Starthilfe dafür, dass sich das Gewässer wieder zu einem artenreichen Biotop entwickeln kann.

Weiterer Effekt: Der sogenannte "hydraulische Stress", unter dem die Schunter leidet, wird beseitigt. Bei Hochwasser werden derzeit die bei Niedrigwasser abgelagerten Sedimente und damit jedes Mal auch sogenannte Mikrohabitate und mit ihnen die dort lebenden Organismen fortgespült. Dies wird nach der Renaturierung nicht mehr der Fall sein. Zugleich soll die Schunter auch stromaufwärts für Fische und andere Wasserlebewesen wieder durchgängiger werden. Dazu wird zum Beispiel das Bauwerk an der Einmündung des Mühlgrabens nördlich der Autobahn in geeigneter Weise angepasst.

Barrierefreie Erholungswege



Durch die Verlegung der Brücke "Butterberg" Richtung Ringelhorst und den Neubau der Brücke "Im Alten Dorfe" werden die Erholungswege barrierefrei. Die Brücke Butterberg können aktuell in ihrer Mobilität eingeschränkte Menschen kaum nutzen, da die Wege zur Brücke steil hinauf beziehungsweise hinunterführen. Die Brücke Im Alten Dorfe ist von beiden Seiten nur über eine Treppe erreichbar. Beide Brücken werden etwas verlegt, sodass die Neubauten barrierefrei sind und zum Beispiel auch von Müttern oder Vätern mit Kinderwagen passiert werden können. Gleiches gilt für Radfahrer und Radfahrerinnen, welche die vorhandenen Brücken nur mit einigem Kraftaufwand und erhöhter Anforderung an die Geschicklichkeit überqueren können.


zur Startseite