Salzgitter. In vielen Städten Deutschlands mussten Hilfsorganisationen wegen der Corona-Krise ihre Türen schließen. Dies gilt leider auch für Tafeln, die viele bedürftige Menschen mit zwingend notwendigen Lebensmitteln und anderen Dingen versorgen. Auch Salzgitter schien anfangs davon betroffen zu sein, doch der Betrieb gehe mit ungebremster Energie weiter: Viele Spender wie Lebensmittelmärkte, Bäcker, Fleischer, Kaufhäuser, örtliche Landwirte und natürlich eine Heerschar von ehrenamtlichen Helfern stehen hinter der Institution. Auch die TAG Wohnen & Service greife allen Kunden und Mitarbeitern kräftig unter die Arme, wie sie in einer Pressemitteilung berichtet.
Die Zusammenarbeit zwischen Tafel und TAG Wohnen habe längst Tradition. Um den reibungslosen Betrieb zu gewährleisten und vor allem den hygienischen Anforderungen gerecht zu werden, habe die TAG in zwei „Blitzaktionen“ zwingend notwendige Utensilien geliefert. Bereitgestellt worden seien unter anderem Toilettenpapier, Desinfektionsmittel, medizinische Waschlotion, Hygienehandschuhe in allen Größen, Küchenrollen und Papierhandtücher. In Kooperation mit dem örtlichen, gemeinnützigen Bildungsträger Sophia UG, der viele „Bufdis“ (Bundesfreiwilligendienstleistende) aus vielen Ländern betreue, haben die TAG Wohnen und Sophia unkonventionell und vor allem prompt für personelle Unterstützung gesorgt, die dankend angenommen worden sei.
Sofort zur Stelle
Insgesamt sieben junge Menschen aus Tansania, die aktuell nicht selbst unterrichten oder unterrichtet werden dürfen, seien sofort zur Stelle gewesen und haben bei der Tafel ganztägig und täglich mit angepackt. „Das Herz der Liebe hat keine Geduld“ laute ein Sprichwort aus dem Heimatland von Hassani Sadiki, Farhiya Diwani, Hance Kasanzu, Nasra Mmanyi, Ramadhani Mwinyimvua, Shabani Mkwesso und Isombelo Lubembela. So haben die Sieben aus Tansania auch ihre Hilfe als Fahrer und Abholer der Lebensmittel oder aber direkt bei der Ausgabestelle in Bruchmachtersen zur Verfügung gestellt.
"Wir brauchen ihre Hilfe"
„Diese tollen Menschen bringen mit ihrer Fröhlichkeit und ihrem Einsatz ein noch stärkeres Wir-Gefühl in unser Helferteam und machen uns zusätzlich Mut. Deren Lächeln kann man sogar unter der Schutzmaske sehen“, freut sich Susanne Röttger von der Tafel, dankbar für den unermüdlichen Einsatz aller Unterstützer. Die derzeitige Leiterin der Salzgitter Tafel, Ida Naumov, ergänzt: „Wir haben 80 Prozent unserer ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer nach Hause geschickt, weil sie selber aufgrund ihres Alters zur Risikogruppe gehören. Die netten Tansanierinnen und Tansanier kamen wie gerufen. Sie sind alle flexibel einsetzbar. Wir brauchen derzeit deren Hilfe.“
TAG Wohnen
Die TAG Wohnen unterhalte in vielen Städten in Deutschland insgesamt zirka 85.000 Wohnungen. Salzgitter sei mit zirka 8.800 Wohneinheiten der größte Standort. Alle örtlichen Tafeln haben ähnliche Unterstützung wie die Tafel in Salzgitter erhalten. In Kooperation mit der Firma Kaufland habe die TAG Wohnen kürzlich 350 Salzgitteraner Kinder mit Süßigkeiten, Nüssen und Obst beschenken können. Weiterhin seien zur Linderung der akuten Finanznot Geldspenden über jeweils 1.000 Euro für zehn Tafeleinrichtungen, an denen die TAG Wohnen tätig sei, erfolgt.
Weitere Spender gesucht
In Salzgitter wolle man dieses Geld in sogenannte „Trennglasscheiben“ investieren, um „Ausgeber“ und Kunden besser zu schützen. „Vielleicht finden sich weitere Spender, die die Tafel-Einrichtungen oder andere Initiativen unterstützen, die jetzt in besonderer Weise aktiv sind, um die Herausforderungen zu stemmen“, hofft TAG Standortleiter Claudius Oleszak in Salzgitter. „Wir wollten ein Zeichen setzen an unseren Standorten, wo es Tafeleinrichtungen durch die Corona-Situation jetzt zusätzlich besonders schwer haben“, so Oleszak weiter. Des- halb gehörten neben den Geldspenden der TAG Wohnen auch Waren zur medizinischen Grundversorgungshilfe.



