Bundesamt für Strahlenschutz bietet Kalibrierung von Radon-Messgeräten an

Das BfS ist auch weiterhin berechtigt, Messgeräte für Radon und Radonfolgeprodukte zu kalibrieren.

Bundesamt für Strahlenschutz Salzgitter. Archivbild.
Bundesamt für Strahlenschutz Salzgitter. Archivbild. | Foto: Alexander Panknin

Salzgitter. Als einziges Labor in Deutschland ist das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) auch weiterhin berechtigt, Messgeräte für Radon und Radonfolgeprodukte zu kalibrieren. Das Radon-Kalibrierlabor des BfS ist nach der neuen DIN-Norm für Prüf- und Kalibrierlabore akkreditiert. Damit kann das BfS auch Qualitätsprüfungen von passiven Radon- Messgeräten auf höchstem Niveau anbieten. Dies teilt das BfS in einer Pressemitteilung mit.


Das Radon-Kalibrierlabor des BfS sei bereits seit 1999 akkreditiert. Die zugrundeliegende Norm werde zum Ende des Jahres durch die neue DIN EN ISO/IEC 17025:2018 ersetzt, die zahlreiche Änderungen enthalte. Das BfS habe die Umstellung auf die neue Norm erfolgreich absolviert.
Institutionen, die Radon-Messungen zu eigenen Zwecken durchführen oder als Dienstleistung anbieten, könnten ihre Messgeräte beim BfS kalibrieren lassen. Damit werde gewährleistet, dass die Geräte korrekte und genaue Messergebnisse liefern und dass die Ergebnisse unterschiedlicher Messgeräte miteinander vergleichbar seien.

Radon-Messungen sind Grundlage für Verringerung des Lungenkrebsrisikos


Qualitativ hochwertige Radon-Messungen würden die Grundlage bilden, um erfolgreich gegen erhöhte Radon-Werte in Wohnungen und an Arbeitsplätzen vorzugehen und so die Gesundheit zu schützen. Auch ob Maßnahmen gegen Radon die gewünschte Wirkung zeigen würden, lasse sich nur durch Messungen feststellen. An Arbeitsplätzen, an denen sich erhöhte Radon-Werte nicht vermeiden lassen, seien dauerhaft Radon-Messungen erforderlich.

Radon ist ein radioaktives Gas, das im Erdboden entstehe und sich in Gebäuden ansammeln könne. Über die Atemluft gelange es in die Lunge. Dort könne es in radioaktive Partikel zerfallen, die als Radon-Folgeprodukte bezeichnet werden und Zellen in der Lunge schädigen können. Treten erhöhte Radon-Werte in Räumen auf, in denen man sich dauerhaft aufhält – also in Wohn- und Arbeitsräumen – steige für die Nutzer dieser Räume das Lungenkrebsrisiko.

BfS empfiehlt Radon-Messungen


Erhöhte Radon-Werte in Innenräumen würden insbesondere in Mittelgebirgsregionen auftreten, da dort mehr Radon im Boden entstehe als in anderen Gebieten Deutschlands. Eine Orientierung würden die Karten des BfS unter www.bfs.de/radon-karte bieten. Das BfS empfiehlt Radon-Messungen insbesondere in Regionen mit höheren Radon-Vorkommen. Solche Messungen seien auch für Privatpersonen erschwinglich. Wer selbst messen möchte, könne sich unter www.bfs.de/radon-messen informieren.

Bis Ende 2020 werden die Bundesländer außerdem sogenannte Radon-Vorsorgegebiete ausweisen. Dort entstünden neue Pflichten zum Schutz vor Radon an Arbeitsplätzen: An Arbeitsplätzen im Keller und im Erdgeschoss müssten Radon-Messungen durchgeführt und abhängig vom Ergebnis Maßnahmen zur Senkung der Radon-Konzentration ergriffen werden. Rechtlich verbindliche Messungen an Arbeitsplätzen könnten nur Einrichtungen durchführen, die über eine entsprechende Anerkennung des BfS verfügen. Hierfür müssten sie unter anderem nachweisen, dass sie Messgeräte verwenden, die kalibriert sind oder erfolgreich an einer Qualitätsprüfung des BfS teilgenommen haben. Eine Liste der vom BfS anerkannten Messstellen ist unter www.bfs.de/radon-messen verfügbar.


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