Salzgitter. Eine undichte Gasleitung sorgt am Schölkegraben 1 in Lebenstedt für erhebliche Probleme. In dem betroffenen Wohnhaus wurde die Gasversorgung teilweise abgestellt. Acht Wohnungen haben deshalb derzeit kein warmes Wasser. Auch ein Gastronomiebetrieb im Gebäude ist betroffen und kann nach Angaben des Hauseigentümers vorerst nur eingeschränkt arbeiten.
Ulrich Ehlers, der das Haus nach eigenen Angaben gemeinsam mit seiner Familie seit rund 45 Jahren betreut, erfuhr von dem Problem, als er gerade Feierabend machen wollte. Mitarbeiter des Tiefbaus und des Gasversorgungsunternehmens, die im Zuge von Arbeiten an der Gasversorgung vor dem Gebäude tätig waren, hätten gemeinsam mit Mietern auf ausgetretenes Gas aufmerksam gemacht. Bei anschließenden Messungen im Gebäude seien Undichtigkeiten festgestellt worden.
Zusammenhang mit Baggerarbeiten?
Ehlers vermutet einen Zusammenhang mit den derzeitigen Baggerarbeiten unmittelbar vor dem Haus. Nach seinen Angaben habe es in den vergangenen Jahrzehnten keine vergleichbaren Probleme mit der Gasleitung gegeben. Erst während der Arbeiten an der Versorgungsleitung vor dem Gebäude seien die Undichtigkeiten aufgetreten.

Direkt vor dem Gebäude am Schölkegraben 1 wurden Arbeiten an der Gasleitung durchgeführt. Hauseigentümer Ulrich Ehlers vermutet einen Zusammenhang zwischen den Bauarbeiten und den anschließend festgestellten Undichtigkeiten im Haus. Ob die Arbeiten tatsächlich Ursache der Schäden sind, ist bislang nicht geklärt. Foto: SZ-PA / Rudolf Karliczek
Auch ein hinzugezogener Installateur habe ihm erklärt, dass Erschütterungen bei Bauarbeiten grundsätzlich Auswirkungen auf alte Leitungen und deren Verbindungen haben könnten, berichtet Ehlers. Ob die Bauarbeiten tatsächlich die Ursache für die Schäden sind, ist damit allerdings nicht geklärt.
Mieter ohne warmes Wasser
Die Gasversorgung für die Warmwasserbereitung wurde inzwischen abgestellt. Betroffen sind nach Angaben von Ehlers acht Wohnungen, deren Warmwasser über Gasthermen erzeugt wird. Die Zentralheizung des Hauses könne dagegen weiterhin betrieben werden. „Die Mieter haben kein warmes Wasser“, sagt Ehlers. Wann die Versorgung wieder vollständig hergestellt werden kann, sei derzeit noch unklar.
Ärger im Restaurant
Auswirkungen hat die Sperrung laut Ehlers auch auf das Restaurant Montenegro im Gebäude. Da dort mit Gas gekocht werde, könne der Gastronomiebetrieb voraussichtlich nur ein eingeschränktes Speisenangebot anbieten, solange die Gasversorgung unterbrochen ist. Wirtschaftliche Einbußen entstehen dem Restaurant bereits jetzt. Nach Angaben von Ehlers ist der Betrieb für die kommenden Tage ausgebucht. Aufgrund der eingeschränkten Möglichkeiten in der Küche könne das Restaurant die vorhandene Nachfrage jedoch nicht wie geplant bedienen. Wie hoch der dadurch entstehende finanzielle Schaden ausfällt, ist derzeit noch nicht absehbar.
Hohe Kosten drohen
Für den Hauseigentümer könnten zudem hohe Kosten entstehen. Ehlers rechnet nach ersten Einschätzungen mit einer Summe von mindestens rund 20.000 Euro. Wie umfangreich die Leitungen im Gebäude erneuert werden müssen, soll eine genauere Bestandsaufnahme zeigen. Das Gebäude stammt nach seinen Angaben aus dem Jahr 1941.
Ein Installateur wolle zunächst Aufmaß nehmen und den notwendigen Arbeitsumfang feststellen. Ab Montag sollen die Arbeiten am Schölkegraben mit hoher Priorität vorangetrieben werden. Dabei müsse noch geklärt werden, welche Teile repariert werden können und welche Leitungsabschnitte vollständig erneuert werden müssen.
Wer zahlt am Ende?
Für Ehlers ist insbesondere die Frage entscheidend, wer am Ende für die Kosten aufkommen muss. Er sieht sich nicht als Verursacher des Schadens und verweist erneut auf den zeitlichen Zusammenhang zwischen den Bauarbeiten vor dem Haus und den festgestellten Undichtigkeiten.
Wann die Gasversorgung für die Wohnungen und den Gastronomiebetrieb wieder aufgenommen werden kann, stand zunächst nicht fest. Ehlers hofft, dass die notwendigen Arbeiten im Laufe der kommenden Woche abgeschlossen werden können.

