Mit Hubschraubern gegen Waldbrände: Einsatzkräfte trainieren in Salzgitter

Die Feuerwehrleute übten unter anderem das Aufnahmen von Löschwasser mit sogenannten "Bambi Buckets".

von Rudolf Karliczek


asseraufnahme im Flug: Der Hubschrauber taucht den „Bambi Bucket“ in den mit Löschwasser gefüllten Flex-Tank ein und kann ihn so ohne Befüllungsmannschaft am Boden aufnehmen.
asseraufnahme im Flug: Der Hubschrauber taucht den „Bambi Bucket“ in den mit Löschwasser gefüllten Flex-Tank ein und kann ihn so ohne Befüllungsmannschaft am Boden aufnehmen. | Foto: Rudolf Karliczek

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Salzgitter-Lesse. Hubschrauber über der Feldmark, große Mengen Löschwasser und zahlreiche Feuerwehrkräfte am Boden: Östlich von Lesse ist am gestrigen Samstag der Ernstfall bei einem Vegetationsbrand geprobt worden. Rund 70 Einsatzkräfte trainierten gemeinsam mit der Polizeihubschrauberstaffel Niedersachsen die Brandbekämpfung aus der Luft. Die Feuerwehreinsatzübung begann bereits gegen 6 Uhr und dauerte bis etwa 17 Uhr. Der eigentliche Flugbetrieb endete gegen 16 Uhr, anschließend wurden die eingesetzten Gerätschaften schrittweise zurückgebaut.



„Wir machen eine Übung zur Vegetationsbrandbekämpfung aus der Luft zusammen mit der Polizeihubschrauberstaffel Niedersachsen“, erläuterte Einsatzleiter Dorian Lüders vor Ort. Neben dem Umgang mit den Löschwasserbehältern ging es vor allem darum, die Zusammenarbeit zwischen den Kräften am Boden und den Hubschrauberbesatzungen zu trainieren. Beteiligt waren die Berufsfeuerwehr in ihrer Funktion für die untere Katastrophenschutzbehörde, die Ortsfeuerwehren Lesse, Beinum, Salder, Ohlendorf und Osterlinde sowie der Fachzug Logistik. Ein großer Teil der eingesetzten Kräfte kam aus den Freiwilligen Feuerwehren. Die Berufsfeuerwehr stellte die Einsatzleitung. Der reguläre Dienstbetrieb und die Einsatzbereitschaft im Stadtgebiet blieben von der Übung unberührt.

Drei Hubschrauber vor Ort


Insgesamt befanden sich drei Hubschrauber am Übungsort. Zwei Maschinen wurden aktiv in den Flugbetrieb eingebunden. Eine weitere Maschine der Polizeihubschrauberstaffel diente als Zubringer und blieb während der eigentlichen Übungsflüge am Boden. Nicht nur die Feuerwehr nutzte den Tag zur Ausbildung.


Auch Piloten und Operatoren der Polizeihubschrauberstaffel trainierten die für solche Einsätze notwendigen Abläufe. Im Laufe des Tages wurden sowohl Kräfte am Boden als auch die Hubschrauberbesatzungen gewechselt. Gerade die Abstimmung zwischen Boden und Luft gehört zu den anspruchsvollsten Teilen eines solchen Einsatzes.

„Die besondere Herausforderung ist natürlich das Koordinieren mit den Hubschraubern, sodass wir uns hier nicht in die Quere kommen, und die Koordination zwischen Boden- und Lufteinheiten“, sagte Lüders. Die Flugbewegungen der beteiligten Maschinen wurden von der Polizei untereinander koordiniert. Auch Windrichtung und Windstärke spielten eine wichtige Rolle. Die Positionen der Einrichtungen am Boden mussten so gewählt werden, dass sichere An- und Abflugwege für die Hubschrauber gewährleistet waren.

Löschwasser auf zwei Wegen aufgenommen


Im Mittelpunkt der praktischen Ausbildung standen die sogenannten „Bambi Buckets“. Dabei handelt es sich um Löschwasserbehälter, die unter den Hubschraubern hängen. Die bei der Übung eingesetzten Behälter konnten jeweils etwa 600 bis 800 Liter Wasser aufnehmen.

Geübt wurden zwei unterschiedliche Befüllungsmethoden. Bei der ersten Variante schwebte der Hubschrauber mit dem Bucket über einer Befüllungsstelle. Feuerwehrkräfte am Boden füllten den Behälter mithilfe eines speziellen Systems und eines Feuerwehrschlauchs. Diese Aufgabe wurde von der Ortsfeuerwehr Lesse übernommen.

Die zweite Variante kam ohne eine Befüllungsmannschaft unmittelbar am Bucket aus. Dafür stand auf dem Übungsgelände ein großer orangefarbener Flex-Tank mit einem Fassungsvermögen von rund 36.000 Litern bereit. Der Hubschrauber senkte den Löschwasserbehälter direkt in den Tank ab und nahm das Wasser auf.

Bei der Übung zur Vegetationsbrandbekämpfung wirft ein Hubschrauber Wasser aus einem sogenannten „Bambi Bucket“ über der vorgesehenen Fläche ab.
Bei der Übung zur Vegetationsbrandbekämpfung wirft ein Hubschrauber Wasser aus einem sogenannten „Bambi Bucket“ über der vorgesehenen Fläche ab. Foto: Rudolf Karliczek



Wasser gezielt abwerfen


Anschließend flogen die Maschinen mit den gefüllten Behältern zu einer abgesperrten Fläche in der Feldmark. Dort wurde das Wasser gezielt abgeworfen. Während der Abwürfe befanden sich keine Personen im vorgesehenen Bereich. Wassernachschub im Pendelverkehr Damit der Übungsbetrieb über mehrere Stunden aufrechterhalten werden konnte, musste auch am Boden für kontinuierlichen Wassernachschub gesorgt werden.

Diese Aufgabe übernahm der Fachzug Logistik. Das Wasser wurde an einem Hydranten in der Umgebung aufgenommen und im Pendelverkehr zum Übungsgelände transportiert. Die Feuerwehr selbst verfügt nicht über eigene Hubschrauber zur Brandbekämpfung. Bei entsprechenden Einsatzlagen ist deshalb die Zusammenarbeit mit anderen Organisationen erforderlich. Dazu gehört unter anderem die Polizeihubschrauberstaffel. Nach Angaben des Einsatzleiters kann außerdem ein privater Anbieter eingesetzt werden, der über einen entsprechenden Vertrag mit dem Land Niedersachsen verfügt.

Routine für einen außergewöhnlichen Einsatz


Vegetations- und Waldbrände können die Feuerwehren vor besondere Herausforderungen stellen. Eine Brandbekämpfung mit Unterstützung aus der Luft gehört zugleich nicht zu den alltäglichen Aufgaben der beteiligten Einsatzkräfte. Umso wichtiger sei es, die notwendigen Verfahren regelmäßig praktisch zu trainieren. Eine vergleichbare Übung hatte bereits im vergangenen Jahr stattgefunden. Die Erfahrungen daraus flossen auch in die diesjährige Ausbildung ein.

Die örtlichen Gegebenheiten sowie die jeweiligen Windverhältnisse machten es dabei erforderlich, den Aufbau und die Flugwege entsprechend anzupassen. Mit dem mehrstündigen Training sollten die Einsatzkräfte Sicherheit im Umgang mit den besonderen Verfahren gewinnen und gleichzeitig die Abstimmung zwischen Feuerwehr und Hubschrauberbesatzungen verbessern. Ziel ist es, dass die einzelnen Handgriffe und Kommunikationswege bei einem tatsächlichen Vegetations- oder Waldbrand möglichst routiniert ineinandergreifen. Durch den Flugbetrieb und die zahlreichen Einsatzfahrzeuge kam es während der Übung rund um Lesse zeitweise zu einer erhöhten Geräuschentwicklung und möglichen Verkehrsbeeinträchtigungen. Die Bevölkerung war darüber bereits im Vorfeld informiert worden.