Salzgitter. Ratten im Stadtgebiet – das Problem soll in Salzgitter irgendwann der Vergangenheit angehören. Jetzt zieht die Stadtverwaltung ein recht positives Fazit zu den Maßnahmen der vergangenen Jahre, um die Nagetiere zu vertreiben.
Im Januar 2024 hatte die Verwaltung Möglichkeiten vorgestellt, um die Rattenpopulation in Salzgitter zu bekämpfen, heißt es in einer Mitteilungsvorlage an den Ausschuss für Feuerwehr und öffentliche Ordnung. Ein zentraler Ansatz: Müll – vor allem Lebensmittelabfall – in der Stadt verringern. Der Ausschuss hatte damals die Verwaltung aufgefordert, ein Konzept zur Rattenbekämpfung vorzulegen – eine Forderung, die auch von anderen Instanzen wiederholt wurde.
Erfolgreiche Maßnahmen zur Rattenbekämpfung
Ein konkretes Konzept zur Rattenbekämpfung liegt demnach immer noch nicht vor. Dennoch habe die Verwaltung an Maßnahmen gearbeitet, um die Rattenpopulation "deutlich zu verringern", heißt es in der Mitteilungsvorlage. Seit Herbst 2023 seien entsprechende Aktivitäten erhöht worden. Offenbar mit Erfolg: Die Verwaltung habe 2025 (im Vergleich zum Vorjahreszeitraum) einen signifikanten Rückgang der Rattenbefallsmeldungen um 40 Prozent von 601 auf 319 Meldungen registriert. Ein weiterer Beleg sei das Zertifikat "praktisch rattenfrei", das die Stadt im Vorjahr für Salzgitter-Bad erhalten habe. Dies sei ein Ergebnis der im Mai 2025 vom Landesamt für Verbraucherschutz und Ernährungssicherheit (LAVES) durchgeführten Prüfung gewesen. Diese hatte die Stadt auf Anhieb bestanden.
Zu den Maßnahmen der Stadt gehörten demnach auch Gespräche mit den in Salzgitter tätigen Wohnungsbaugesellschaften, die gemeinsam unter anderem mit dem Gesundheitsamt die Abfallsammelstellen bei ihren Wohnungen unter die Lupe nahmen – etwa was Sauberkeit angeht oder ob genug Müllcontainer vorhanden sind. Die daraus entstandenen Erkenntnisse hätten so regelmäßig zu entsprechenden Anpassungen geführt. Auch Einsätze von Schädlingsbekämpfern – etwa 2024/25 im Quartier hinter der Berliner Straße – hätten Erfolge gebracht.
Ratten-Autobahnen in der Kanalisation
Schädlingsbekämpfer seien zudem im Auftrag der Abwasserentsorgung Salzgitter GmbH (ASG) regelmäßig in der Kanalisation der Stadt aktiv. Dies habe eine besondere Bedeutung, da Ratten die Kanalisation als „Autobahn“ nutzen, um von einer Abfallsammelstation zur nächsten zu gelangen.
Künftig setze die Stadt auch weiterhin unter anderem auf gemeinsame Kontrollen der Abfallsammelstationen durch Mitarbeiter des Gesundheitsamtes und des Kommunalen Ordnungsdienstes, jeweils mit kurzem Draht zu den Wohnbaugesellschaften.
Verwaltung will dranbleiben
Laut Verwaltung seien künftig vier Punkte entscheidend: sich auf die Sauberkeit der Abfallsammelstationen zu konzentrieren, die Tätigkeiten der Schädlingsbekämpfer abzustimmen, alle Tätigkeiten der Fachdienste und Betriebe der Stadt miteinander zu verknüpfen und quartiersbezogen mit den Wohnbaugesellschaften zusammenzuarbeiten.
In diese Aktivitäten seien in den vergangenen zwei Jahren viele zeitliche Ressourcen geflossen. Nun gelte es, das Aktivitätsniveau mindestens zu halten, erklärt die Stadt. Außerdem gebe es auch Wohnbaugesellschaften, die in dieser Sache bislang noch nicht kooperieren. Diese sollen jetzt weiter in den Fokus rücken.

