Salzgitter AG steigt in kommerzielle Erzeugung von Wasserstoff ein


Die Salzgitter AG plant den Bau einer 2,2 Megawatt-PEM- Elektrolyse zur Herstellung von "grünem" Wasserstoff. Foto: Rudolf Karliczek
Die Salzgitter AG plant den Bau einer 2,2 Megawatt-PEM- Elektrolyse zur Herstellung von "grünem" Wasserstoff. Foto: Rudolf Karliczek Foto: Rudolf Karliczek

Salzgitter. Die Salzgitter Flachstahl GmbH (SZFG) hat den Auftrag zum Bau einer 2,2 Megawatt-PEM- Elektrolyse (PEM = Protonen Exchange Membran) an Siemens Gas and Power vergeben. Die Anlage soll im 4. Quartal 2020 in Betrieb gehen und den kompletten gegenwärtigen Wasserstoffbedarf von SZFG decken. Dies teilt die Salzgitter AG in einer Pressemeldung mit.


Mit dem Auftrag sei ein wichtiger Schritt in Richtung einer wasserstoffbasierten Stahlerzeugung vollzogen worden. Der dazu erforderliche Strom werde in sieben Windkraftanlagen mit einer Leistung von 30 Megawatt erzeugt, welche die Avacon AG auf dem Salzgitter-Konzern-Gelände errichte und ebenfalls ab 2020 betreibe. Prof. Dr.-Ing. Heinz Jörg Fuhrmann, Vorstandsvorsitzender Salzgitter AG: „Wir sind stolz darauf, Vorreiter der industriellen Nutzung von Wasserstoff in der Stahlindustrie zu sein. Wie mit unserem SALCOS-Projekt aufgezeigt, sind wir technologisch in der Lage, mittels Wasserstoff signifikante CO2-Reduzierungen zu erzielen. Das Projekt „Windwasserstoff Salzgitter“ ist ein bedeutender Baustein auf dem Weg in eine klimafreundlichere Stahlproduktion. Jetzt ist die Politik am Zug, die richtigen Rahmenbedingungen für die Transformation hin zu einer CO2-armen Industrie zu setzen.“

CO2-Reduzierung durch Einsatz von Wasserstoff


Die Kosten für das gesamte Projekt - Aufbau der Windkrafträder und der Wasserstoffanlagen inklusive deren Einbindung in die bestehenden Leitungsnetze - belaufen sich auf rund 50 Millionen Euro. Wasserstoff spiele schon lange in der Stahlherstellung bei Glühprozessen eine qualitätssteigernde Rolle. Zurzeit werde er von der Linde AG geliefert, welche die kontinuierliche Eigenerzeugung auch künftig absichern werde. In Salzgitter werde eine containerisierte Anlage aufgebaut, die bei Volllast 400 Normkubikmeter Wasserstoff produziere. Die PEM-Technologie sei ideal geeignet, um volatil erzeugten Wind- und Sonnenstrom aufzunehmen. Die hochdynamische Betriebsweise der Anlagen erlaube es, auf die Anforderungen durch das schnell schwankende Stromnetz zu reagieren.

Investition: 50 Millionen Euro


Gabriele Schmiedel, Executive Vice President, Hydrogen Solutions bei Siemens Gas and Power: „Die CO2-Reduzierung in allen Industrien ist die zentrale Herausforderung, um die mittel- und langfristigen Klimaziele zu erreichen. Erneuerbare Energieerzeugung sowie innovative Technologien wie die Erzeugung von grünem Wasserstoff mittels Elektrolyse sind dafür essenzielle Bausteine. Wir freuen uns, gemeinsam mit der Salzgitter Flachstahl den Einsatz von grünem Wasserstoff in der Stahlindustrie voranzubringen.“ Weitere Informationen zum Projekt SALCOS unterhttps://salcos.salzgitter-ag.com und unter https://www.windh2.de/.


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