Salzgitter. Seit gut einem Jahr steht in der Frankfurter Straße in Salzgitter-Thiede eine feste Blitzer-Säule. Hat sie etwas bewirkt? Das – in etwa – wollte Dieter Schneider, parteiloses Mitglied des Ortsrats Nordost, von der Stadtverwaltung Salzgitter wissen. Der städtische Fachdienst Sicherheit, Recht und Ordnung hat jetzt Antworten auf seine Anfrage vorgelegt.
Ortsratsmitglied Schneider hatte unter anderem gefragt, ob sich seit der Installation des Blitzers in der Frankfurter Straße das Verkehrsverhalten verändert habe und wie oft dort Geschwindigkeitsübertretungen gemessen worden sind. Andere Fragen zielten darauf ab, ob der Standort sinnvoll gewählt sei. Zu bedenken gab Schneider in seiner Frage, dass sich dieser Blitzer hinter dem Ortseingang in unmittelbarer Nähe einer Fußgänger-Ampel und der in 150 Metern folgenden Lichtzeichenanlage an der Kreuzung Panscheberg / Wolfenbütteler Straße mit sehr häufiger Staubildung aufgrund der Linksabbieger zur A36 befinde. Außerdem wurde für den Blitzer eine Parkfläche gesperrt, so Schneider.
Gute Gründe für den Blitzer
Für die Auswahl des Blitzerstandortes habe es gute Gründe gegeben, betont die Stadtverwaltung jetzt in ihrer Antwort, die im Ratsinformationssystem der Stadt vorliegt. So sei die Stelle damals von der Polizei und der Unteren Straßenverkehrsbehörde ausgewählt worden, weil es genau dort eine "Häufung von Baumunfällen auf der B248 gab", die bis auf etwas mehr als 100 Meter an den Ortseingang von Thiede heranreichte.
Seit die Anlage dort steht, sei es zu keinem solchen Unfall mehr gekommen. Die dortige Installation habe sich also bewährt, erklärt die Verwaltung. Das dort gemessene Geschwindigkeitsniveau sei bislang unauffällig.
Insgesamt seien seit der Installation mit Bildern aus dieser Anlage sechs Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet worden, die in entsprechende Verwarn- oder Bußgelder mündeten. Ein Grund für diese kleine Anzahl sei aber auch, dass für sechs Messanlagen lediglich zwei Kameras zur Verfügung stehen, die abwechselnd in die Anlagen eingebaut werden, erklärt die Verwaltung.
Parkflächensperrung war notwendig
Dass eine Parkfläche gesperrt wurde, um den Blitzer dort fest zu installieren, sei technisch erforderlich gewesen, erklärt die Verwaltung. Die Stadt Salzgitter sei Eigentümerin dieser Fläche. Der Straßenbaulastträger habe der Installation des Blitzers zugestimmt. Diesen örtlich zu verlegen, wonach Ortsratsmitglied Schneider ebenfalls gefragt hatte, komme nicht infrage.
Außerdem erfülle die Anlage an dieser Stelle laut Antwort der Verwaltung noch eine vorbeugende Funktion. Schließlich endet der Fahrradweg kurz hinter dem Ortseingang. Radler müssen dort die Fahrbahn queren. "Für eine möglichst sichere Querung ist die Durchsetzung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit zu gewährleisten", schreibt die Verwaltung.

