Hildesheim/Hannover/Salzgitter. Das Bündnis „Das St. Elisabeth-Krankenhaus muss gerettet werden“ hat mit Mahnwachen und Gesprächen in Hildesheim und Hannover seinen Einsatz für den Erhalt des Krankenhauses verstärkt. Rund 3.000 Unterschriften wurden an Weihbischof Dr. Martin Marahrens und den niedersächsischen Gesundheitsminister Dr. Andreas Philippi übergeben.
In Hildesheim kam das Bündnis zu einem ausführlichen Gespräch mit Weihbischof Dr. Martin Marahrens zusammen. Teil nahmen unter anderem Oberbürgermeister Frank Klingebiel, Sandra Reese, Vorsitzende der Mitarbeitervertretung des St. Elisabeth-Krankenhauses, Mario Römer, Vorsitzender der komba Gewerkschaft Salzgitter, Michael Letter, Ratsvorsitzender der Stadt Salzgitter, Mathias Wilhelm von der IG Metall sowie Thomas Gebauer vom Kirchenvorstand St. Marien in Salzgitter-Bad.
Klingebiel bezeichnete das Gespräch als wertschätzend und konstruktiv. Marahrens habe seine Solidarität bekundet und das Engagement der Belegschaft gewürdigt. Der Weihbischof erklärte, dem Bistum liege das Krankenhaus am Herzen. Zugleich verwies er darauf, dass das Bistum nicht für die Entscheidungen des Trägers verantwortlich sei und seine unmittelbaren Handlungsmöglichkeiten begrenzt seien. Dennoch sollen weitere Gesprächsmöglichkeiten ausgelotet werden. Auch eine Beteiligung an einem Runden Tisch wurde thematisiert.
Gesundheitsminister sagt Teilnahme an Rundem Tisch zu
Anschließend setzte das Bündnis seinen Aktionstag mit einer Mahnwache vor dem Gesundheitsministerium in Hannover fort. Oberbürgermeister Frank Klingebiel unterstrich gegenüber Minister Philippi die Bedeutung des Krankenhauses für Salzgitter und die angrenzenden Gemeinden der Landkreise Goslar und Wolfenbüttel. „Das St. Elisabeth-Krankenhaus ist das Herzstück der Gesundheitsversorgung im Süden von Salzgitter und in den angrenzenden Gemeinden. Es ist für die Gesundheitsversorgung der Menschen notwendig und muss unbedingt erhalten werden“, erklärte Klingebiel. Der nahezu fertiggestellte Neubau und rund 35 Millionen Euro Fördermittel des Landes seien für das Bündnis ein deutliches Bekenntnis zum Standort.
Mario Römer betonte, dass es nicht allein um den Standort, sondern auch um den Erhalt des Krankenhauses in seiner jetzigen Betriebsform gehe: „Dieses Vertrauen und diese Investition müssen nun konsequent fortgeführt werden.“ Gesundheitsminister Dr. Andreas Philippi zeigte nach Darstellung des Bündnisses Verständnis für die Anliegen und sagte seine Teilnahme an einem Runden Tisch in Salzgitter zu. Dort sollen gemeinsam mit den Beteiligten Perspektiven für den Erhalt des Krankenhauses entwickelt werden.
Beschäftigte brauchen Sicherheit
Sandra Reese schilderte die zunehmende Belastung der Belegschaft. Nach Monaten zwischen Hoffnung und Rückschlägen schwinde bei vielen Beschäftigten die Kraft. Einige orientierten sich bereits anderweitig. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seien teilweise seit Jahrzehnten mit dem Haus verbunden und wollten dort weiterarbeiten. Deshalb brauche es jetzt schnell eine verlässliche Perspektive.
Bündnis fordert konkrete Schritte
Das Bündnis bekräftigte seine Forderung: „Wir erwarten vom EVV, seinen katholischen Trägerstiftungen und den Bistümern Hildesheim und Berlin, dass sie die laufende Eigeninsolvenz durch unverzügliche Wiederübernahme des Akutkrankenhauses sofort stoppen. Rat und Oberbürgermeister der Stadt Salzgitter sowie Rat und Bürgermeister der Samtgemeinde Baddeckenstedt sind bereit, alle in ihrer Macht stehenden Unterstützungsmaßnahmen zu ergreifen.“
Am Runden Tisch sollen die Eigenverwaltung, die Trägerverantwortlichen, das Land Niedersachsen, kirchliche Vertreter und weitere Beteiligte gemeinsam nach einer tragfähigen Zukunft für das St. Elisabeth-Krankenhaus suchen. „Wir bleiben wachsam und werden den Prozess weiterhin eng begleiten, bis die medizinische Versorgung für unsere Bürgerinnen und Bürger dauerhaft gesichert ist“, erklärte Mario Römer. Bündnis „Das St. Elisabeth-Krankenhaus muss gerettet werden“
