Sie starb mit 17 Jahren: Luchsin Pamina ist tot

Das Tier musste in der vergangenen Woche wegen einer Erkrankung eingeschläfert werden.

Pamina wurde 17 Jahre alt.
Pamina wurde 17 Jahre alt. Foto: Nationalpark Harz

Bad Harzburg. Die älteste Luchsin, die im Nationalpark-Luchsgehege an der Rabenklippe bei Bad Harzburg gehalten wurde, musste in der vergangenen Woche eingeschläfert werden. Die 2005 geborene Pamina kam als noch sehr junge Luchsin in den Harz. Sie stammte aus dem Heimattiergarten Fürstenwalde bei Berlin und war von der Biologin Melanie Nehring im Rahmen eines Förderprojektes in Rheinland-Pfalz mit der Flasche großgezogen worden. Dies teilte der Nationalpark Harz mit.


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Da damals lange keine dauerhafte artgerechte Unterbringungsmöglichkeit gefunden werden konnte, habe sich der Nationalpark Harz bereit erklärt, das handzahme Tier zu übernehmen. 2006 zog die Luchsin zusammen mit dem ebenfalls sehr jungen Männchen Tamino in einen neu gestalteten Gehegeteil an der Rabenklippe ein. Im Mozartjahr 2006 sei es nur naheliegend gewesen, dass auch ihr Partner einen Namen aus der Operette „Die Zauberflöte“ erhielt.

Pamina musste 2009 wegen eines Knochenturmors operiert werden


2009 wurde Pamina wegen eines Knochentumors unter der Schädeldecke an der Tierärztlichen Hochschule Hannover operiert. Die Operation sei recht gut verlaufen, dennoch blieben leichte motorische Beeinträchtigungen zurück, die sich im Laufe der Jahre nach und nach verschlechterten.

Tamino kam 2018 bei einem Sturm ums Leben, bei dem mehrere große Bäume entwurzelt wurden und in das Luchsgehege hineinfielen. Seither lebte die gehandicapte Pamina allein in ihrem Gehege. Zuletzt wollte sie dann allerdings nicht mehr fressen. Bei einer Untersuchung im Pfotenland in Harlingerode wurde festgestellt, dass die Luchsin unter erheblichen entzündlichen Veränderungen im Kiefer und im Hals-Rachenraum litt und trotz Behandlung von einer Verbesserung nicht mehr auszugehen war.

Das Luchs-Schaugehege an der Rabenklippe


Das Luchs-Schaugehege an der Rabenklippe ist Teil des Wiederansiedlungsprojekts für Luchse im Harz. Im Rahmen des Harzer Luchsprojektes wurden zwischen Sommer 2000 und Herbst 2006 im Nationalpark Harz insgesamt 24 Luchse (9 Männchen und 15 Weibchen) in die Freiheit entlassen. Alle ausgewilderten Tiere sind Gehege-Nachzuchten aus europäischen Wildparks, die vor der Freilassung in einem vier Hektar großen Auswilderungsgehege im Nationalpark in den neuen Lebensraum eingewöhnt worden waren.

Inzwischen hat sich der Luchs im Harz wieder etabliert und es liegen aus nahezu allen Teilen des Mittelgebirges Luchsbeobachtungen vor. Im Sommer 2002 gelang erstmals der Nachweis von wildgeborenen Jungtieren im Harz. Seither kam in jeder Saison Nachwuchs zur Welt – Schätzungen ergeben insgesamt rund 200 in freier Wildbahn geborene Luchse in den ersten 15 Jahren nach Projektstart.

Einzelne Tiere konnten bereits etliche Kilometer außerhalb des Harzes beobachtet werden und haben beispielsweise im hessischen Kaufunger Wald bei Kassel und im niedersächsischen Solling neue Bestände gegründet. Auch in Sachsen-Anhalt und Thüringen sind Harzer Luchse mittlerweile außerhalb des Harzes unterwegs.


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