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Sind Salzgitters Kunstrasenplätze gesundheitsgefährdend?

von Nino Milizia


Die Verwaltung stuft die Kunstrasenplätze als ungefährlich ein. Symbolfoto: Frank Vollmer
Die Verwaltung stuft die Kunstrasenplätze als ungefährlich ein. Symbolfoto: Frank Vollmer

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29.05.2017

Salzgitter. Die Ratsfraktion von Bündnis90/Die Grünen hatte sich bereits im Februar nach den PAK-Werten in Salzgitters Kunstrasenflächen und ihrer Gesundheitsgefährdung erkundigt. Die Verwaltung äußerte sich nun zu diesen Fragen und schließt eine Gesundheitsgefährdung aus.


Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, kurz PAK, finden in den verschiedensten Artikel Verwendung: Ob Quietscheente, Badeschlappen oder Computerzubehör. Überall sind die als giftig eingestuften Stoffe nachzuweisen. Aber auch in Rauch aus Kaminen und Öfen kommen diese vor, da sie bei der unvollständigen Verbrennung von organischem Material wie Holz, Kohle oder Öl entstehen. Die Eigenschaften sind oft krebserregend, erbgutverändernd und/oder fortpflanzungsgefährdend. Vorzufinden sind PAK allerdings auch auf Kunstrasenplätzen in Salzgitter, was die Grünen dazu bewog, einige bohrende Fragen an die Verwaltung der Stadt zu richten:



1. Welche Erkenntnisse liegen der Stadt Salzgitter und/oder der Bäder, Sport und Freizeit-GmbH über mögliche Gefährdungen bei Verwendung von Gummigranulat auf Kunstrasenplätzen vor?
2. Wie viele Kunstrasenplätze werden in der Stadt Salzgitter für sportliche Zwecke benutzt?
3. Welche Mittel kommen zur Pflege dieser Kunstrasenplätze zur Anwendung?
4. Sind in Salzgitter Fälle von gesundheitlichen Beeinträchtigungen bei der Benutzung von Kunstrasenplätzen bekannt?
5. Ist beabsichtigt, aufgrund der Untersuchungen und Erkenntnisse in den Niederlanden eine entsprechende Überprüfung und Bewertung der Kunstrasenplätze in Salzgitter einschließlich der angewendeten Pflegemethoden vorzunehmen?

Antwort der Verwaltung:


In Zusammenarbeit mit der Bäder, Sport und Freizeit Salzgitter GmbH (kurz: BSF) antwortet die Verwaltung nun wie folgt:

Zu 1 und 5
Bisher liegen keine Erkenntnisse über mögliche Gefährdungen bei der Verwendung von Gummigranulat auf Kunstrasenplätzen vor. Der Fachdienst Stadtplanung, Umwelt, Bauordnung und Denkmalschutz hat die Kunstrasenplätze im Stadtgebiet überprüft. Auf zwei Spielfeldern wurde Recyclinggranulat eingesetzt. Nach Herstellerangaben für das eingesetzte Produkt enthält das Granulat ≤20 mg PAK (8 n. REACH) /kg. Der Grenzwert von 1.000 mg PAK/kg wird deutlich unterschritten. Eine Gesundheitsgefährdung durch das Spielen auf dem Kunstrasen wird durch den jeweils nur kurzzeitigen Hautkontakt durch die Verwaltung nicht gesehen. Ein Austausch des Granulats ist daher aus Sicht der Verwaltung nicht erforderlich. Die Verwaltung empfiehlt jedoch insbesondere bei Neubaumaßnahmen, sich zukünftig den Empfehlungen des DFB anzuschließen und nach dem Minimierungsgebot ausschließlich PAK-freie Produkte einzusetzen.

Zu 2.
In Salzgitter werden insgesamt sechs Kunstrasenplätze zu sportlichen Zwecken von Vereinen (VfL Salder, Glück Auf Gebhardshagen, SC Gitter und SV Union Salzgitter) und Schulen (Am Ziesberg und Gymnasium/Hauptschule Am Fredenberg) genutzt.

Zu 3.
Zur Pflege der Kunstrasenplätze erfolgt lediglich eine mechanische Aufbereitung zur gleichmäßigen Verteilung des Granulats. Weitere Pflegemittel werden nicht benötigt.

Zu 4.
Dem Gesundheitsamt wurden keine gemeldeten Fälle von gesundheitlichen Beeinträchtigungen bei der Benutzung von Kunstrasenplätzen bekannt.


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