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So will das Land den Fachkräftemangel in Niedersachsen stoppen

"Niedersachsen ist eine Talentschmiede. Als politische Verantwortungsträger müssen wir gemeinsam mit Ihnen alles dafür geben - im Verbund mit den Unternehmen", berichtet Wirtschaftsminister Dr. Althusmann.

von Martin Laumeyer


Symbolbild.
Symbolbild. Foto: Pixabay

Niedersachsen. Laut der Gewerkschaft IG Metall und der Zentralverbände des Sanitär-, Heizungs- und Klimahandwerks, der elektro- und informationstechnischen Handwerke, des Metallhandwerks und des Tischler- und Schreinerhandwerks fehlen bereits jetzt in diesen Bereichen bis zu 190.000 Fachkräfte. Neben dem Handwerk fehlen auch im Bereich der Bildungs- und sozialen Berufe bereits heute viele Fachkräfte. Doch was macht die Landesregierung gegen den Fachkräftemangel? Das wollte die Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen in einer dringlichen Anfrage wissen. Die Antwort zeigt, dass die Landesregierung das Problem sieht und einige Projekte bereits am Laufen hat, welche die Situation verbessern sollen.


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Laut Wirtschaftsminister Dr. Bernd Althusmann sei der Fachkräftemangel das größte konjunkturelle Risiko für Deutschland und für Niedersachsen, auch in den kommenden Jahren. Die Landesregierung arbeite daher gemeinsam mit Arbeitsmarktpartnern im Rahmen der "Fachkräfteinitiative Niedersachsen" an der Sicherung der Fachkräftebasis. Allerdings spitze sich die Lage zu. Im März blieben, laut Studien, sechs von zehn Stellen im Bereich Erziehung leer. Insgesamt konnten 558.000 Stellen nicht besetzt werden. Die Lage könnte sich in naher Zukunft weiter drastisch gestalten, da in den nächsten zehn Jahren rund 700.000 Menschen aus der Babyboomer-Generation in Rente gehen werden. Auch die ökologischen und digitalen Transformation der Wirtschaft werde deutliche Umbrüche bewirken.

"Niedersachsen ist eine Talentschmiede"


Wirtshcaftsminister Dr. Bernd Althusmann bei einem Wahlkampftermin am 8. Juni 2022 in Wolfenbüttel
Wirtshcaftsminister Dr. Bernd Althusmann bei einem Wahlkampftermin am 8. Juni 2022 in Wolfenbüttel Foto: Werner Heise


"Niedersachsen ist eine Talentschmiede. Als politische Verantwortungsträger müssen wir gemeinsam mit Ihnen alles dafür geben - im Verbund mit den Unternehmen. So haben wir beispielsweise mit der Weiterbildung zum Lokführer sehr positive Erfahrungen in den vergangenen zwei Jahren gemacht", berichtet Dr. Althusmann. So setze sich das Land verstärkt für die Digitalisierung ein und habe insgesamt eine Milliarde Euro darin investiert. Dies solle zur Attraktivierung beitragen.

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Man wolle in Zukunft obendrein die bisherigen Erfahrungen mit dem Fachkräfteeinwanderungsgesetz und der Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse nutzen, um Verfahrensabläufe zu optimieren. Ferner kümmere man sich darum, dass Fachkräfte den ländlichen Raum als Wohnraum, aber auch als Arbeitsplatz als attraktiv betrachten.

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Um die Situation zu bessern, sehe die Landesregierung drei Bereiche: die Mobilisierung inländischer sowie eine gesteuerte Zuwanderung von qualifizierten Fachkräften und die Arbeitsmarktintegration aller Gruppen von Migranten sowie die Erweiterung von Bildungspotenzialen, zum Beispiel die Stärkung der dualen Berufsausbildung, die Verbesserung der Berufsorientierung oder die Nutzung der Chancen der Digitalisierung.

Diese Maßnahmen sind konkret geplant


Symbolbild.
Symbolbild. Foto: pixabay


Zur Verbesserung der Situation hat das Wirtschaftsministerium mehrere Programme geplant. Mit dem ESF-Förderprogramm können die regionalen Fachkräftebündnisse Projekte in Höhe von rund 14 Millionen Euro umsetzen. Mit der Meisterprämie für das niedersächsische Handwerk sowie der Niedersächsischen Weiterbildungsprämie werden bis 2023 alle Meisterabschlüsse im Handwerk mit jährlich zehn Millionen sowie öffentlich-rechtliche Meisterabschlüsse jenseits des Handwerks mit zwei Millionen Euro prämiert.

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Das Arbeitsmarktprogramm Start Guides zielt auf die Gewinnung und Arbeitsmarktintegration internationaler Zuwanderer ab. Bis Ende 2023 sollen dafür insgesamt 4,5 Millionen Euro bereitgestellt werden. Das Integrationsprojekt Handwerkliche Ausbildung für Flüchtlinge und Asylbewerber wird bis Ende 2022 von den sechs Handwerkskammern in Niedersachsen mit 3,6 Millionen Euro finanziert. Eine Verlängerung bis Ende 2023 mit zusätzlich 850.000 Euro Landesmitteln ist vorgesehen.

Mit dem Bundes-Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz zur beruflichen Qualifizierung niedersächsischer Arbeitskräfte werden zusammen mit dem Bund hier in den nächsten Jahren voraussichtlich fast 100 Millionen Euro jährlich zur Verfügung gestellt. Das Land trägt davon 22 Prozent. Im Rahmen des Niedersachsen-Plans für mehr Fachkräfte in Kitas absolvieren derweil fast 18.000 Menschen eine Ausbildung zum Sozialpädagogischen Assistenten und zum Erzieher. Daneben möchte Niedersachsen die Zahl der Studienplätze für Anfänger erhöhen. Ab 2022 sollen so über 10.000 zusätzliche Studienanfängerplätze dauerhaft angeboten werden.


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