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Streik bei der Verkehrs-AG: „Ich habe Verständnis für verärgerte Kunden“

von André Ehlers



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25.03.2014


Braunschweig. Autodrängeln auf dem Ring zur Rush-Hour, auffällig viele Taxen und MiniCars auf den Straßen und Fahrradfahrer unterwegs.

Fahren in der Stadt keine Busse und Bahnen, ist mehr Geduld gefragt, um von A nach B zu kommen. Auch am Mittwoch ändert sich daran nichts. Zwar öffnen die Schwimmbäder und Kitas wieder, aber die Verkehrs-AG bleibt stehen.

Wie die Stimmung auf dem Betriebshof am Hauptgüterbahnhof ist, haben wir Verkehrs-AG-Sprecher, Christopher Graffam, im BraunschweigHeute.de-Video gefragt:
Wie läuft ein Streiktag auf dem Betriebshof ab?

Graffam: Diejenigen, die nicht organisiert sind, kommen auf die Betriebshöfe, sitzen hier und warten ihre Zeit ab, unterhalten sich oder nutzen die Gelegenheit, sich einmal auszutauschen. Das ein oder andere zu besprechen. Alle anderen, die gewerkschaftlich organisiert sind, sind auf dem Weg zur großen Kundgebung nach Hannover. Auf dem Betriebshof ist es recht ruhig, Die Busse und Bahnen stehen still, es bewegt sich gar nichts, auch die Werkstätten sind zu. Es wird nicht gearbeitet. Es ist wie so eine Sonntags-Stimmung: Man hört die Vögel zwitschern. Man hört aber sonst keine typischen Geräusche wie rollende Bahnen oder fahrende Busse.

Der Streik trifft rund 110 000 Fahrgäste, die die Verkehrs-AG täglich befördert. Sind Sie für diese der Buhmann?

Graffam: Erfreulicherweise zeigen die Kunden im Großen und Ganzen Verständnis für die Situation. Aber natürlich gibt es auch hin und wieder Anrufe oder eine Mail, deren Inhalt ich nicht wiedergeben möchte. Aber insgesamt ist Verständnis da. Wir haben auch sehr gut informieren können in der Zusammenarbeit mit den Medien, so dass wir unsere Kunden rechtzeitig erreicht haben. Den ein oder anderen vielleicht nicht. Da kommt dann schon mal eine kleine Beschwerde. Aber im Großen und Ganzen ist alles O.K..

Haben Sie selbst denn auch Verständnis für den Ärger ihrer Fahrgäste, die sich nun Alternativen suchen müssen?

Graffam: Natürlich hat man Verständnis. Diese Kunden sind auf uns angewiesen. Das sind ja nicht Kunden, die nur aus reiner Überzeugung Busse und Bahnen nutzen. Sondern es sind Kunden, die zur Arbeit oder zur Schule müssen. Die Besuche erledigen wollen oder Dinge, die so in den Alltag fallen. Die sind betroffen und da muss man Verständnis haben, dass da teilweise Verärgerung oder manchmal auch ein kleines logistisches Problem entsteht. Es sind ja nicht nur die Verkehrsbetriebe, die bestreikt werden, sondern auch Kitas. Also Eltern müssen dafür sorgen, dass ihre Kinder versorgt sind. Also, ich habe durchaus Verständnis für Leute, die verärgert sind oder die sagen, wie soll ich das machen. Denn nicht jeder ist in der glücklichen Situation, gleich ein Auto zur Hand zu haben oder sich zu organisieren, weil Busse und Bahnen nicht fahren.

Zwei Tage am Stück fahren keine Busse und Bahnen. Wie soll das im Tarifkonflikt noch gesteigert werden?

Graffam: Das müssen Sie die Gewerkschaften fragen. Wir haben da keinen Einfluss, da wir bestreikt werden. Klar, zwei Tage sind viel und wir werden sehen, wenn wir Donnerstagmorgen zu Betriebsbeginn wieder rollen, wie dann die Stimmung ist. Wie unsere Fahrgäste reagieren. Von uns aus können wir nur sagen, dass wir am dritten Tag hoffentlich nicht wieder bestreikt werden, sondern unsere Dienstleistungen anbieten können.




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