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Streitfall Höcke: Uneinigkeit in der AfD Salzgitter



Salzgitter

Streitfall Höcke: Uneinigkeit in der AfD Salzgitter

von Alexander Panknin


Spaltet sich die AfD über die Höcke-Frage? Foto: Alexander Panknin
Spaltet sich die AfD über die Höcke-Frage? Foto: Alexander Panknin Foto: Alexander Panknin

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Salzgitter. Nach der Abstimmung für ein Ausschlussverfahren gegen Björn Höcke am vergangenen Montag, kam es in der AfD Salzgitter nun zu großen Unstimmigkeiten.



Björn Höcke sorgte durch seine provokanten Aussagen in der Vergangenheit mehrfach für Aufsehen. Auch in der Partei ist man sich bis heute uneins. Am Montag strebte der Vorstand der AfD nun eine Entscheidung an, wie mit Höcke umzugehen sei. Das Ergebnis fiel sehr durchwachsen aus:neun zu vier Stimmen.

Auf Anfrage von regionalHeute.de nahm Michael Gröger, erster Vorsitzender des AfD Kreisverbandes Salzgitter, am Mittwoch Stellung zu den Vorwürfen, die Partei sei gespalten. Er konnte die Schärfe mit der das Thema behandelt würde, nicht nachvollziehen. Die Aufgabe von Höcke sei, seiner Meinung nach, zu polarisieren und dies würde er "mehr als gut" erledigen.


Diese Aussage führte zu erneutem Aufruhr und wurde von den Mitgliedern vor Ort sehr unterschiedlich aufgenommen.
Peter Fabritz, Direktkandidat für denWahlkreis 49, möchte diese Aussage nicht unkommentiert lassen und stellt sich gegen Gröger. Dieser Kritik habe sich auch Michael Müller, alszweiter Vorsitzender des Kreisverbandes Salzgitter, angeschlossen.

Stellungnahme von Peter Fabritz zu Gröger (ungekürzt und unkommentiert):
Der Bundesvorstand der AfD hat sich zu einem Parteiausschlußverfahren gegen den Thüringer Landesvorsitzenden Björn Höcke entschlossen. Dieser Schritt war logisch und zwingend - schon aufgrund der detaillierten Analyse des Bundesvorstands der besagten Dresdner Rede. Diverse Äußerungen Höckes und Vorgänge im Vorfeld des 17. Januar taten dabei ein Übriges. Ich denke dabei insbesondere an das schräge Agreement mit der Thüringer NPD, um für die Landtagswahl 2016 die Erststimmen der NPD-Wähler für die AfD abzugreifen. Die gesamte Rede kann überdies im Internet angehört werden. Somit ist die Aussage, dass die besagten Passagen außerhalb des Context zitiert wurden, widerlegt.

Die Wähler in den neuen Bundesländern müssen wir nicht mit bedenklich gefärbten Reden einfangen. Wenn wir Ihnen unterstellen, dass für sie die AfD nur mittels überzogenem, polemisch gefärbtem Patriotismus wählbar wird, tun wir ihnen unrecht. Die AfD überzeut durch ihr Grundsatzprogramm und nicht durch völkisch klingende Manipulation. Davon distanziere ich mich in aller Deutlichkeit. Wir erreichen die Menschen, indem wir sie ernst nehmen, ihnen in ihren Sorgen und Anliegen auf Augenhöhe begegnen. Eine Gradwanderung zwischen den Inhalten der freiheitlich-demokratischen Grundordnung auf der einen und zweideutigen Aussagen auf der anderen Seite, die genügend Raum für eine spekulative Auslegung über die Gesinnung innerhalb der AfD läßt, ist äußerst kontraproduktiv. Ganz zu schweigen davon, daß das Verhalten einiger weniger Gesinnungsautokraten die Arbeit vieler engagierter Parteimitglieder beschädigt, die unsere AfD auf eine christliche, Werte orientierte und der freiheitlich-demokratischen Grundordnung verpflichtete Basis stellen wollen. Polemik, die auch potentielle NPD-Wähler ansprechen soll, hat da nichts zu suchen.

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