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Szenario Waldbrand - Großübung der Kreisfeuerwehrbereitschaft


Die Kreisfeuerwehrbereitschaft West hatte den Auftrag, eine Wasserversorgung von einem Kieswerk zu einem brennenden Gebäude aufzubauen. Fotos: Tobias Paschwitz
Die Kreisfeuerwehrbereitschaft West hatte den Auftrag, eine Wasserversorgung von einem Kieswerk zu einem brennenden Gebäude aufzubauen. Fotos: Tobias Paschwitz Foto: Tobias Paschwitz

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31.10.2017

Harlingerode. Am vergangenen Samstag hielt der Peiner Fachzug Personalreserve unter der Leitung von Zugführer Jens Böker zusammen mit dem Fachzug Wasserförderung und den Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Harlingerode in den Wäldern Goslars eine Großübung ab.



Der Tag begann für die Kameraden mit einem gemeinsamen Frühstück am Standort Hohenhameln. Anschließend verlegte der Fachzug zur Feuerwehr Technischen Zentrale nach Peine, um weitere Kräfte des Fachzuges Wasserförderung aufzunehmen. Im Anschluss daran verlegte die Marschkolonne mit insgesamt zehn Fahrzeugen der Feuerwehren aus Hohenhameln, Peine und Ilsede im Rahmen einer Einsatzfahrt zum Bereitstellungsraum nach Harlingerode bei Goslar. Auf der Anfahrt wurde bereits das Übungsszenario bekannt gegeben: “Es ist ein warmer Sommertag mit 30 Grad im Schatten. Im Waldstück der Gemarkung Harlingerode entwickelt sich ein Waldbrand. Die Kreisfeuerwehrbereitschaft West hat den Auftrag, eine Wasserversorgung von einem Kieswerk zu einem brennenden Gebäude aufzubauen und die Kameraden der ortsansässigen Feuerwehr zu unterstützen.“, so Zugführer Böker.

Ein Waldarbeiter gerät unter einen Baum


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Am Bereitstellungsraum in der Ortschaft Harlingerode angekommen, sammelten sich die Zugführer und deren Vertreter, um mit dem Einsatzleitwagen in das Übungsgebiet zu fahren und um das Gebiet zu erkunden. Hierbei lag ein besonderer Augenmerk darauf, die verfügbaren Fahrzeuge mit ihren mitgeführten Pumpen so einzuplanen, dass die zirka 1.500 Meter lange Wegstrecke von der Wasserentahmestelle bis zum brennenden Gebäude überbrückt wird. “In der flachen Ebene ist dies relativ einfach, jedoch muss man in unseren Wäldern den zum Teil beachtlichen Höhenunterschied mit einberechnen“, so der Kreisbrandmeister von Goslar, Uwe Fricke, der bei dieser Übung als Beobachter fungierte.

Nach der Einteilung der Fahrzeuge und Einweisung in das Gelände meisterten die Kameraden die Aufgabe der Wasserversorgung mit Bravour. „Man darf auf keinen Fall vergessen, vor jeder Pumpe ein Druckbegrenzungsventil zu verbauen, da der Eingangsdruck genau so wichtig ist wie der Ausgangsdruck“, erwähnte ein Maschinist und so wurden in einem Abstand von zirka 300 Metern Pumpen eingesetzt. Nach dem erfolgten Aufbau der Wasserversorgung konnten die Kameraden aus Harlingerode mit einem Löschangriff auf die Holzhütte beginnen. “Hilfe mein Kollege ist schwer verletzt!“, schallte es in der Nähe einer Pumpstation aus dem Wald. Ein Waldarbeiter rief den eingesetzten Kameraden entgegen und so erweiterte sich das Übungsszenario schlagartig: Ein weiterer Waldarbeiter ist bei Baumfällarbeiten unter einen Baum geraten und wurde dort eingeklemmt. Ferner wurde der Förster, der dort die Aufsicht führte, ebenfalls vermisst.
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An dieser Einsatzstelle zur Technischen Hilfeleistung kam das Löschgruppenfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Mehrum mit einer gemischten Gruppe zum Einsatz. Nach einer kurzen Erkundung durch den Gruppenführer wurden zügig weitere Maßnahmen eingeleitet. Ein Kamerad rüstete sich zum Beispiel mit einem Erste-Hilfe-Rucksack aus und begann mit der Versorgung des ersten Patienten. Weitere Kameraden sicherten den Baumstamm mit Hölzern und retteten den vermissten Förster, welcher unter der Baumkrone leicht verletzt aufgefunden wurde. Nach wenigen Minuten konnte der Baumstamm mit Hilfe eines Hebekissens angehoben werden, so dass der Patient auf einem „Spineboard“-Rettungsbrett heraus gezogen werden konnte. Die beiden Patienten mit flauschiger Füllung wurden anschließend dem Rettungsdienst übergeben.

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„Feuer aus!“ - gegen 12.45 Uhr kam die Funkmeldung zum Ende der Übung. Abschließend versammelten sich die über 90 eingesetzten Kameraden im Feuerwehrgerätehaus Harlingerode zu einer Nachbesprechung und einem gemeinsamen Imbiss. „Das Ziel der Großübung war das Festigen der laufenden Ausbildung sowie die Schulung der Zusammenarbeit zwischen den Fachzügen. Ein Schwerpunkt galt dem Erkunden des unbekannten Gebietes, der Wasserversorgung über lange Wegstrecke und der eingebauten Lage zur Technischen Hilfeleistung. Alle Erwartungen wurden erfüllt und die Kameraden haben durchweg gute Leistungen erbracht. Wir bedanken uns bei der Harlingeröder Feuerwehr für die Möglichkeit, bei Ihnen üben zu können und kommen sehr gerne wieder.“, so Zugführer Böker.

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