Ob Pöbeleien in der Bahn, Bedrohungen auf dem Marktplatz oder Hass im Netz – täglich entstehen Situationen, in denen Menschen auf die Unterstützung ihrer Mitmenschen angewiesen sind. Den heutigen Tag der Zivilcourage am 19. September nimmt der WEISSE RING Peine zum Anlass, um auf die Bedeutung von Zivilcourage aufmerksam zu machen. Deutschlands größte Hilfsorganisation für Kriminalitätsopfer veranstaltet rund um diesen Tag verschiedene Aktionen in ganz Deutschland.
Es ist wichtig, genau hinzusehen und zu handeln, wenn eine Situation bedrohlich wirkt. Richtiges Handeln bedeutet dabei keineswegs, den Helden zu spielen oder die eigene Unversehrtheit zu riskieren. Zivilcourage beginnt vielmehr mit einfachen Schritten: Die Lage aus sicherer Distanz beobachten, den Polizeinotruf 110 wählen und gezielt andere Passanten um Mithilfe bitten, bevor eine Situation eskaliert. Wer anschließend beim Opfer bleibt und Beistand leistet, hilft entscheidend.
Stille Hilferufe erkennen

Mit dem internationalen Notruf-Handzeichen („Signal for Help“) können Betroffene lautlos auf Bedrohungen aufmerksam machen: Foto: Anke Donner
Zur Zivilcourage im Alltag gehört auch das Erkennen verdeckter Notlagen. Mit dem internationalen Notruf-Handzeichen („Signal for Help“) können Betroffene lautlos auf Bedrohungen aufmerksam machen: Die Handfläche wird geöffnet vorgezeigt, der Daumen nach innen geklappt und anschließend von den restlichen Finger umschlossen. Wer dieses Signal beobachtet, sollte nicht vorschnell handeln, sondern aus sicherer Distanz die Polizei unter 110 verständigen.
Haltung zeigen im digitalen Raum
Auch im Netz ist Zivilcourage gefragter denn je. „Wenn sich niemand einschaltet, kann das dazu führen, dass sie sich dadurch bestärkt und legitimiert fühlen. Wir müssen hier ganz klar für unsere Werte und auch für unsere Demokratie einstehen“, sagt Stephanie Axmann, Außenstellenleiterin des WEISSEN RINGS in Peine.
Dabei müsse allerdings unbedingt beachtet werden, selbst sachlich, konstruktiv, freundlich und deeskalierend zu bleiben. Statt sich in zeitraubenden Debatten zu verlieren, die Hetzern nur mehr Reichweite verschaffen, helfen zielgerichtete Gegenrede, das Melden oder Anzeigen rechtswidriger Inhalte sowie der eigene Schutz durch starke Passwörter und Privatsphäre-Einstellungen.

