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Taschendiebe machen Braunschweig unsicher

von Robert Braumann


Die Polizei reagiert mit erhöhter Präsenz auf dem Weihnachtsmarkt auf die gestiegenen Taschendiebstähle. Foto: Robert Braumann
Die Polizei reagiert mit erhöhter Präsenz auf dem Weihnachtsmarkt auf die gestiegenen Taschendiebstähle. Foto: Robert Braumann Foto: Robert Braumann

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08.12.2015




Braunschweig. Die Ermittlungsgruppe "Tasche" der Braunschweiger Polizei hat momentan wieder alle Hände voll zu tun. Alle Jahre wieder steigt mit Beginn des Weihnachtsmarktes auch die Zahl von Taschendieben.

Jens Zeiler (Polizeihauptkommissar, PK Braunschweig Mitte, Leiter EG Taschendiebstahl) berichtet: "Die Innenstädte der Großstädte, die Einkaufszentren und die Weihnachtsmärkte bieten den Taschendieben die gewünschte Anonymität und ihre potentiellen Opfer. Die Tatzeiten des Taschendiebstahls folgen dabei den Tatgelegenheiten. So liegen zeitliche Schwerpunkte unter anderem in der Vorweihnachtszeit, der abendlichen "Rush-Hour" und in den Stunden vor dem Ladenschluss.“

Polizei berichtet von aktuellem Fall


In einem aktuellen Fall ist das belegt: Auf einer Rolltreppe in den Schlossarkaden wurde einer 19-Jährigen am Montagnachmittag aus der Jackentasche das Portemonnaie entwendet. Die Frau gab an, ständig ihre Hand in der Tasche und damit die Geldbörse gesichert mitgeführt zu haben. Jedoch musste sie sich einmal kurz am Kopf kratzen und bemerkte dann sofort den Verlust. Kurz darauf sah sie, wie der zuvor hinter ihr auf der Rolltreppe befindliche Mann mit ihrem unter den Arm geklemmten Portemonnaie das Zentrum verlassen wollte, konnte ihm die Börse aber wieder abnehmen.Bei dem Versuch, den Dieb festzuhalten, schlug dieser mit Bierflaschen nach der Heranwachsenden, ohne sie zu treffen. Allerdings gelang dem 30 bis 35 Jahre alten, südländisch aussehenden Mann dadurch die Flucht in Richtung Theaterwall. Bis zu 800 Mal im Jahr, schlagen die Täter in Braunschweig zu. Dabei zählen in die Statistik sogar nur die heimliche Diebstähle von Geld oder Gegenständen, die das Opfer unmittelbar am Körper trägt, in der am Körper getragenen Bekleidung aufbewahrt oder in am Körper getragenen Taschen oder Behältnissen aufbewahrt.

Alles gut im Blick haben


Die Polizei rät, Geld, Bankkarten und Handys in verschließbaren Innentaschen der Bekleidung mitzuführen. Handtaschen und vor allem Rucksäcke sind dafür keine sicheren Behältnisse. Auf Rolltreppen sollte man seitlich stehen, um den Hintermann im Blick zu haben und damit zeigen, dass man aufmerksam ist. Der Gesamtschaden durch Taschendiebstahl liegt bei über 40 Millionen Euro jährlich. Die Braunschweiger Polizei konnte im Jahr 14 Prozent der Taten aufklären und liegt damit deutlich über dem Bundesdurchschnitt (5,7 Prozent). Das ganz große Problem laut Polizei, Taschendiebe sind meist richtige Profis: "Die Opfer bemerken die eigentliche Tatbegehung in den meisten Fällen nicht und stellen erst später den Verlust ihrer Wertsachen fest. Die Taschendiebe gehen häufig in Teams von mehreren Tätern arbeitsteilig und abgesprochen vor. Dabei ist ihr Repertoire an Tricks vielseitig und unerschöpflich. Der Ideenreichtum der Taschendiebe kennt keine Grenzen", weiß Zeiler zu berichten. Ein paar allgemeine Tricks könnten aber zusammengefasst werden. Taschendiebe schlagen besonders gerne im Zuge eines natürlichen Gedränges, zum Beispiel an Bus-oder Straßenbahnhaltestellen, auf Rolltreppen, beim "Schlangestehen" an Weihnachtsmarktständen zu. Es wird aber von den Tätern auch gerne ein künstliches Gedränge arrangiert. Das geschieht dann durch einen Mittäter. Dazu zählt Zeiler folgende Punkte auf: "Ausnutzen von Hilfsbereitschaft, z.B. durch Vortäuschen einer hilflosen Lage, bei Gefälligkeitsleistungen wie Auskunftserteilungen, beim Geldwechseln. Vortäuschen von Hilfsbereitschaft. Hochheben des Opfers, um dessen Gewicht zu schätzen. Umarmen oder „Antanzen“ des Opfers. Heimliche oder offene Beschmutzung der Kleidung um dann sogleich bei der Reinigung behilflich zu sein."


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