ver.di fordert konsequenten Schutz von Kita Beschäftigten

Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di schlägt auch hier ein Wechselmodell vor.

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Symbolbild: | Foto: Sandra Zecchino

Region. Während sich viele Menschen im Homeoffice befinden, haben die Beschäftigten in Kitas täglich viele Kontakte. Gerade die neue, ansteckendere Form des Corona Virus mache vielen Beschäftigten Sorge. Die ver.di fordert daher, den Schutz der Beschäftigten konsequent ganz nach vorne zu stellen. Das gelte für Kitas, wie auch für andere Bereiche, die von besonderer Bedeutung für die Gesellschaft sind, teilte die Gewerkschaft mit.


Sandra Steimer, Betriebsrätin beim Paritätischen Wohlfahrtsverband Braunschweig, berichtet: „Unsere Erzieher machen sich große Sorgen. Auch wenn wir Schutzmaßnahmen gewissenhaft umsetzen. In unserer Arbeit ist es einfach nicht immer möglich, den Abstand einzuhalten, auch wenn sich Kinder und Erzieher noch so sehr bemühen.“

Gewerkschaftssekretär Bruno Gerkens sagt dazu: „Die Einrichtungen laufen im Notbetrieb, das heißt, es braucht weniger Personal. Trotzdem erwarten einige Träger, dass alle Kollegen vor Ort sein müssen. Das muss aufhören. Wir empfehlen, die Teams zu teilen. Die eine Hälfte übernimmt die Betreuung, die andere Vorbereitungen, Dokumentation und ähnliches von zu Hause aus. Nach einer Woche kann gewechselt werden. So muss im Falle einer Ansteckung nicht die ganze Kita dichtgemacht werden und für die Kollegen wird der Schutz verbessert. Regelmäßige Corona-Tests und demnächst Impfangebote in der Arbeitszeit, sollten eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein. Wenn die Infektionszahlen nicht bald sinken, muss zudem auch der Notbetrieb wieder reduziert werden.“

Ein weiteres Thema beschäftigt die AWO-Betriebsrätin Sabine Otte: „Wenn meine Kollegen sich bei der Arbeit mit Corona infizieren, muss diese Erkrankung als Berufskrankheit anerkannt werden. Wenn Spätfolgen auftreten sollten oder der Verlauf schwer ist, hat die Einstufung als Berufskrankheit Vorteile für die Kolleg*innen. Ich meine, wenn wir in diesen Zeiten besonderen Risiken ausgesetzt sind, muss das berücksichtigt werden.“ ver.di fordert daher Corona grundsätzlich als Berufskrankheit bei den Kita- Beschäftigten anzuerkennen. Dabei muss vor allem der Nachweis deutlich erleichtert werden.

Viele Menschen haben während Corona erkannt, wie wichtig die sozialen Berufe für unsere Gesellschaft sind. Gewerkschaftssekretär Bruno Gerkens: „Anerkennung und Wertschätzung ausdrücken ist ganz leicht: Mehr Personal, Löhne rauf und flächendeckende Tarifbindung.“


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