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Vier weitere Bahnhöfe in der Region sollen Barrierefrei werden



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Vier weitere Bahnhöfe in der Region sollen Barrierefrei werden

Der Regionalverband und die Deutsche Bahn haben die Vereinbarungen unterzeichnet. Vier weitere Verkehrsstationen in der Region werden ausgebaut – Bahnhof Braunschweig-Gliesmarode bekommt ein Bahnsteigdach.

Symbolbild
Symbolbild Foto: Pixabay

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Braunschweig. Kurz vor Weihnachten haben die Deutsche Bahn und der Regionalverband Großraum Braunschweig zwei weitere Vereinbarungen unterzeichnet und damit die Planung für den barrierefreien Umbau der Bahnhöfe in Baddeckenstedt, Dettum, Schönewörde und Vorhop besiegelt. Eine weitere Vereinbarung enthält den Bau eines Bahnsteigdaches für den Bahnhof in Braunschweig- Gliesmarode. Dies teilt der Regionalverband Braunschweig in einer Pressemitteilung mit.



Bis Ende 2028 sollen die vier Bahnhöfe im Gebiet des Regionalverbandes barrierefrei ausgebaut sein. „Dann sind bis auf den Bahnhalt in Frellstedt alle 46 Bahnhöfe in unserer Region barrierefrei ausgebaut“, blickt Verbandsdirektor Ralf Sygusch voraus. Ein sehr wichtiges Anliegen des Regionalverbandes und der Deutschen Bahn. „Auch für uns als Eigentümer und Betreiber der Infrastruktur ist es wichtig, für alle Menschen einen einfachen Zugang zum Bahnfahren zu ermöglichen und damit die Mobilitätswende zu unterstützen“, betont Bärbel Aissen, Leiterin Regionalbereich Nord DB Station&Service AG.

Neben der Barrierefreiheit sei dem Regionalverband die Verbesserung der Aufenthaltsqualität ein großes Anliegen. „Gemeinsam mit der Deutschen Bahn und den Kommunen machen wir den ÖPNV attraktiver und wollen so dafür sorgen, dass immer mehr Menschen die guten Angebote auf Schiene und Straße nutzen“, erläutert Sygusch.


Das ist geplant



Vorhop (Landkreis Gifhorn):
Der Bahnsteig werde auf 140 Meter Länge und 55 Zentimeter Höhe ausgebaut. Die Fahrgäste könnten dann in die hier verkehrenden erixx-Züge barrierefrei ein- und aussteigen. Energiesparende Beleuchtung und ein neues Wetterschutzhaus seien vorgesehen. Die Gemeinde plane parallel die Zufahrtssituation „An der Bahn“ zu verbessern.


Schönewörde (Landkreis Gifhorn):
Der Bahnsteig solle auf 140 Meter Länge und 55 Zentimeter Höhe umgebaut werden. Auch hier sei dann die Barrierefreiheit hergestellt. Energiesparende Beleuchtung und ein neues Wetterschutzhaus würden die Anlage komplettieren. Die Gemeinde habe die Rampe zum Bahnsteig bereits hergerichtet.
Dettum (Landkreis Wolfenbüttel):
Der Bahnsteig werde 140 Meter lang und 55 Zentimeter hoch und ermögliche damit einen barrierefreien Zugang zu den Zügen. Energiesparende Beleuchtung und ein neues Wetterschutzhaus seien geplant. Hier werde es eine gute Verbindung zwischen Bahnsteig und Bushaltestelle geben.
Baddeckenstedt (Landkreis Wolfenbüttel):
Der Bahnsteig entstehe neu und werde 175 Meter lang und 55 Zentimeter hoch ausgebaut. Damit werde auch hier die Barrierefreiheit hergestellt. Zwei neue Wetterschutzhäuser und energiesparende Beleuchtung seien geplant. Hinzu komme ein neuer Personentunnel, der sowohl die Nord- als auch die Südseite der Bahn erschließen solle. Vorgesehen seien entweder Rampen oder Aufzüge als Bahnsteigzuwegung, was noch nicht entschieden sei. Zusätzlich zum jetzt unterzeichneten Vertrag mit der Deutschen Bahn AG solle das Bahnhofsumfeld in Baddeckenstedt umgestaltet werden. Dabei solle der Stationsrahmenplan, den der Regionalverband auch für Baddeckenstedt erarbeiten ließ, im Wesentlichen umgesetzt werden. Dieser beinhalte unter anderem eine neue Erschließung der Bahnsteige von der Südseite. Hier sollen Park&Ride- sowie Bike&Ride- Anlagen entstehen.

Der Regionalverband übernehme mit dem Vertrag zunächst die Planungskosten in Höhe von rund 1,2 Millionen Euro für die vier Stationen. Die Baukosten der Maßnahmen würden im Zuge der Planung ermittelt werden.

Weitere Pläne


Der zweite Vertrag beinhalte den Bau eines Bahnsteigdaches in Braunschweig-Gliesmarode. Die Pläne für den 2021 beginnenden Ausbau der Bahnstation in Braunschweig-Gliesmarode und die damit einhergehende Förderung des Landes Niedersachsen sowie des Regionalverbandes orientieren sich an den Richtlinien der Deutschen Bahn. Verbandsdirektor Ralf Sygusch entwirft jedoch ein über die geltenden Vorgaben hinausgehendes Bild: „Wir wollen nicht nur den Pflichtteil erfüllen. Im Verkehrsknotenpunkt Gliesmarode erkennen wir mit Blick auf das attraktive Bedienungsangebot und die sehr gute Verknüpfung von Stadtbahn, Bus und Regionalbahn viel Potenzial. Daher sind wir der Auffassung, dass das, was technisch gefordert ist, oft nicht ausreicht, um eine zukunftsorientierte Umsteigeanlage zu schaffen, die von den Menschen gerne angenommen wird.“

Für die auf der Grundlage des aktuellen Bedienungsangebotes prognostizierten 600 Ein- und Aussteiger würden laut Richtlinie zwei Wetterhäuschen ausreichen. Mit der Ausweitung der Angebote im regionalen wie auch im städtischen Verkehr gehe der Regionalverband davon aus, die Fahrgastzahlen zukünftig auf rund 1.500 am Tag ausbauen zu können – und darauf möchte der Verband vorbereitet sein: „Wir wollen für die fortschreitende Verkehrswende vorbereitet sein. Diese Strategie ist unserer Meinung nach sinnvoll. Daher soll jetzt das Dach mitgebaut werden.“ Die dafür veranschlagten Gesamtkosten würden sich auf zirka 650.000 Euro belaufen.


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