Gifhorn/Braunschweig. Die B4 zwischen Gifhorn und Braunschweig soll als vierspurige Ortsumgehung neugebaut werden. Wie regionalHeute.de berichtete, liegt nach jahrzehntelangem Planen und Warten jetzt endlich der Planfeststellungsbeschluss der niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr vor und öffentlich aus. Es könnte die letzte Hürde gewesen sein, bevor es tatsächlich losgeht und die ersten Baumaschinen anrollen. Einige Arbeiten sind sogar bereits im Gange.
So teilte die Landesbehörde auf Anfrage von regionalHeute.de mit, dass bereits vorbereitende Arbeiten laufen. "Hierzu zählen insbesondere die laufenden Flurbereinigungsverfahren, beziehungsweise der Flächenerwerb, die Ausführungs- und Bauwerksplanung, die Bauvorbereitung sowie die bauliche Umsetzung vorgezogener CEF-Maßnahmen", zählt Christina Rochlitz, Pressesprecherin der Straßenbaubehörde, auf.
Maßnahmen zum Artenschutz laufen bereits
CEF-Maßnahmen sind Ausgleichsmaßnahmen im Ökosystem. Diese seien notwendig, "um artenschutzrechtlich bedingte Eingriffe des späteren Baus frühzeitig zu kompensieren." Es geht darum, die Funktion von Fortpflanzungs- oder Ruhestätten für geschützte Arten in Anbetracht der künftigen baulichen Eingriffe frühzeitig abzusichern.
Eine Bekanntmachung des Beschlusses liegt derzeit und noch bis zum 3. Juni öffentlich aus. Nach dieser Phase können keine rechtlichen Mittel mehr gegen das Projekt eingelegt werden. Dann würde das Bauvorhaben Rechtskraft erlangen. Sobald das passiert ist, werde die Behörde zunächst beim Bundesministerium für Verkehr beantragen, dass der B4-Ausbau in den Straßenbauplan eingestellt wird. Dadurch werden die weiteren benötigten Haushaltsmittel beim Bund eingeplant.
"Bereits in diesem Jahr soll mit ersten vorbereitenden baulichen Maßnahmen begonnen werden", erklärt die Behördensprecherin. Ein belastbares Datum könne zum jetzigen Zeitpunkt jedoch noch nicht benannt werden.
In dieser Reihenfolge sollen die Bauarbeiten ablaufen
Der vierspurige Neubau als Ortsumgehung von Rötgesbüttel und Meine ist ein echtes Mammutprojekt. Die Bauarbeiten werden in Etappen voranschreiten. Dafür plant die Straßenbaubehörde derzeit mit einer Untergliederung in einen Nord- und einen Süd-Abschnitt. Beginnen sollen die Arbeiten zunächst im Norden von der neuen Anschlussstelle B4/L320/L292 bei Ausbüttel bis zum Kreuzungspunkt der neuen B4 mit der alten B4-Trasse zwischen Rötgesbüttel und Meine. Der zweite Bauabschnitt, der südliche, soll dann von diesem Kreuzungspunkt westlich an Meine vorbeiführen und im Süden auf die Trasse der vorhandenen B4 schwenken, erklärt Behördensprecherin Rochlitz gegenüber unserer Redaktion.
Das sind die geplanten Kosten
Auch die Kosten für das Projekt untermauern die gewaltigen Dimensionen, um die es bei dem Ausbau geht. Die Straßenbaubehörde kalkuliert nach aktuellem Planungsstand mit rund 150 Millionen Euro. Dabei dienen allerdings noch Zahlen aus dem Jahr 2022. "Im Rahmen der nächsten Kostenaktualisierung zur Einstellung in den Straßenbauplan wird die Baupreisentwicklung bis zum Zeitpunkt der Umsetzung berücksichtigt", erklärt die Sprecherin. Die Kosten für den B4-Ausbau, die allein der Bund tragen wird, dürften also noch weiter steigen.

