Helmstedt

Vorstand der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen wiedergewählt

Die ASF Helmstedt will sich unter anderem gegen Gewalt an Frauen und für mehr Parität in der Politik einsetzen.

Vorne mittig: Christine M. Kaiser; auf den Stufen 1, 2 und 3 von links: Alexandra Girod-Blöhm, Gabriele Trittel, Mandy Schimmeyer, Susanne Schneider; oben auf den Stufen 4, 5 und 6 von links: Britta Edelmann, Edelgard Hahn, Renate Schuster; es fehlen: Sandra Domeier und Nicole Zabel.
Vorne mittig: Christine M. Kaiser; auf den Stufen 1, 2 und 3 von links: Alexandra Girod-Blöhm, Gabriele Trittel, Mandy Schimmeyer, Susanne Schneider; oben auf den Stufen 4, 5 und 6 von links: Britta Edelmann, Edelgard Hahn, Renate Schuster; es fehlen: Sandra Domeier und Nicole Zabel. Foto: ASF im SPD-Unterbezirk Helmstedt

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22.09.2020

Helmstedt. Einen neuen Vorstand wählte die Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF) im Rahmen ihrer Unterbezirkskonferenz, die coronabedingt in der Politischen Bildungsstätte Helmstedt stattfand. Als Vorsitzende und stellvertretende Vorsitzende wiedergewählt wurden Christine M. Kaiser (Königslutter) und Alexandra Girod-Blöhm (Helmstedt). Als weitere stellvertretende Vorsitzende wählten die Mitglieder Mandy Schimmeyer (Schöningen). Mit der Wahl zur Schriftführerin trat Susanne Schneider (Schöningen) neu in den Vorstand ein. Das berichtet die ASF im SPD-Unterbezirk Helmstedt in einer Pressemitteilung.



Als Beisitzerinnen wiedergewählt wurden Edelgard Hahn und Gabriele Trittel (beide Lehre), Renate Schuster und Nicole Zabel (beide Helmstedt) und Sandra Domeier (Grasleben). Neu hinzu trat Britta Edelmann (Königslutter). Waltraud Rybotycky, die als stellvertretende Vorsitzende des SPD-Unterbezirksvorstandes Grüße des Landtagsabgeordneten Jörn Domeier sowie des Fraktionsvorsitzenden der SPD-Kreistagsfraktion Jan Fricke überbrachte und die Wahlleitung übernommen hatte, konnte alle Voten als einstimmig protokollieren.

Frauenpolitische Themen ins öffentliche Bewusstsein rücken


„Ich freue mich, dass die ASF-Mitglieder mir für weitere zwei Jahre das Vertrauen ausgesprochen haben“, freute sich Christine M. Kaiser über ihre einstimmige Wiederwahl zur Vorsitzenden in ihrer Antrittsrede. „Dass alle Vorstandsmitglieder wiedergewählt wurden, zeugt von der Anerkennung unserer Arbeit in den vergangenen zwei Jahren, in denen wir, wann immer wir die Möglichkeit hatten, spezifisch frauenpolitische Themen ins öffentliche Bewusstsein gerückt haben“, bilanzierte die Vorsitzende und kündigte an: „Wir wollen aber auch zukünftig nicht ruhen und uns weiterhin dafür einsetzen, dass Frauen gehört werden. Dazu gehört unser Einsatz für die kompromisslose Abschaffung des Paragraphen 219a ebenso wie unsere nachdrückliche Forderung, endlich die hauptsächlich von Frauen geleistete und oft gar nicht oder schlecht bezahlte Care-Arbeit durch eine angemessene Vergütung wertzuschätzen.“

„Einsetzen wollen wir uns auch weiterhin gegen Gewalt an Frauen. Das ist durch den coronabedingten Lockdown noch dringlicher geworden“, ergänzte die neue stellvertretende Vorsitzende Mandy Schimmeyer und berichtete den Mitgliedern: „Wie schon im vergangenen Jahr in Königslutter und Schöningen sind wir auch in diesem Jahr an die Gleichstellungsbeauftragten vor Ort herangetreten, um zum Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen am 25. November mit diesen gemeinsam eine Kampagne zu organisieren. Der Schwerpunkt soll diesmal Femizide bilden, nachdem im letzten Jahr in Deutschland im Schnitt alle drei Tage eine Frau aufgrund ihres Geschlechts Opfer eines Tötungsdelikts wurde. Dabei wurde dem überwiegenden Teil der Frauen vom eigenen Partner oder Ex-Partner das Leben genommen. Damit ist Deutschland ein Brennpunkt in Europa!“ „Das ist ein Skandal!“ pflichtete Alexandra Girod-Blöhm dem bei und betonte: „Umso wichtiger ist es, dieses Thema in die Öffentlichkeit zu tragen und die Menschen dafür zu sensibilisieren.“

Frauen sollen sich zur Wahl stellen


Angesichts der im nächsten Jahr anstehenden Wahlen im Bund und insbesondere den niedersächsischen Kommunen beschloss der neue Vorstand, das Thema Parität nicht aus den Augen zu verlieren und möglichst viele Frauen im Landkreis dazu zu ermutigen, sich für ein politisches Mandat zur Wahl zu stellen. „Je mehr Frauen sich zur Wahl stellen, umso eher lässt sich Parität zwischen Männern und Frauen in den politischen Gremien herstellen“, erklärte die Vorsitzende und forderte alle dazu auf, nicht nachzulassen bei ihren Bemühungen, geeignete Kandidatinnen zu finden. Gerne beteiligten sich die Anwesenden in diesem Zusammenhang auch an dem Aufruf des Landesfrauenrates Thüringen, sich einer Beschwerde beim Bundesverfassungsgericht zum Schutz des Paragraphen 3,2 des Grundgesetztes anzuschließen, nachdem der Thüringer Verfassungsgerichtshof das am 1. Januar 2020 in Kraft getretene Paritätsgesetz auf Klage der AfD-Fraktion zurückgewiesen hatte.

Zum Abschluss der Konferenz verlieh die Vorsitzende ihrer Hoffnung Ausdruck, dass die Corona-Pandemie baldmöglichst bewältigt werde. „Wir hatten uns im Rahmen des Programms um den Weltfrauentag in diesem Jahr gemeinsam mit unserem Bundestagsabgeordneten Falko Mohrs dem wichtigen Thema Altersarmut von Frauen im Landkreis Helmstedt annehmen wollen“, erinnerte sie die Anwesenden. „Dieses Thema müssen wir auch weiterhin im Fokus behalten und eine Möglichkeit finden, die Veranstaltung im kommenden Jahr stattfinden zu lassen.“


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