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Weihnachtsgottesdienste stehen noch in den Sternen

Weihnachten wird sicher ganz anders verlaufen - auch in den Kirchen. Man denkt über Livestreams von Gottesdiensten und Gottesdiensten unter freiem Himmel nach.

von Anke Donner


Wie die Weihnachtsgottesdienste ablaufen sollen, ist noch nicht ganz klar.
Wie die Weihnachtsgottesdienste ablaufen sollen, ist noch nicht ganz klar. Foto: Anke Donner

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28.10.2020

Region. Nur noch knapp acht Wochen, dann steht das Weihnachtsfest vor der Tür. Doch angesichts der dramatischen Entwicklung der Corona-Pandemie, steht es derzeit noch in den Sternen, wie die Gottesdienste in diesem Jahr ausfallen werden.



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Derzeit gilt für die Gottesdienste, dass diese nur unter strengen Hygienemaßnahmen abgehalten werden dürfen. Dies bedeutet, dass auch in den Kirchen, Moscheen und Synagogen die AHA-Formel – Abstand halten, Hygiene beachten und Alltagsmaske - eingehalten werden muss. Zudem muss für eine ausreichende Belüftung gesorgt werden. Auf das gemeinsame Singen soll laut Empfehlung der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover verzichtet werden. Für die Weihnachts-Gottesdienste nicht gerade rosige Aussichten. Doch welche Alternativen gibt es, damit die besinnlichen Stunden der Weihnachtszeit auch in den Gotteshäusern möglich sind?

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Die niedersächsischen Kirchen haben am Montag angekündigt, ihre Kirchengebäude wegen der Corona-Pandemie nicht mehr zu schließen, sondern in Zukunft als „Trosträume für alle“ zur Besinnung und zum Gebet offenzuhalten. „Wir sind beeindruckt und dankbar, mit welcher Sorgfalt die Verantwortlichen in unseren Gemeinden die notwendigen Regelungen zum Schutz aller umsetzen“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der acht römisch-katholischen und evangelischen Bischöfe in Niedersachsen, die von Landesbischof Ralf Meister (Hannover) und Bischof Dr. Heiner Wilmer (Hildesheim) vorgestellt wurde. Angesichts von coronabedingten Kirchenschließungen im Frühjahr habe es teilweise Kritik an dem Vorgehen der Kirchen gegeben. „Wir wollen Gemeinschaft erfahrbar machen, Messen und Gottesdienste feiern“, heißt es nun, insbesondere mit Blick auf Advent und Weihnachten.

Gottesdienste im Freien


Michael Strauß, Sprecher der Evangelisch-lutherischen Landeskirche in Braunschweig, ergänzt dazu auf Nachfrage: "Die Kirchengemeinden entscheiden mit ihren Kirchenvorständen und Pfarrämtern selber über ihre Gottesdienste. Zentrale Vorgaben seitens der Landeskirche gibt es nicht. Welche Möglichkeiten zu Weihnachten gegeben sind, hängt stark von den Verhältnissen vor Ort ab. Voraussichtlich wird es zahlreiche kreative Ideen geben, unter anderem vermutlich auch Weihnachtsformate im Freien."

Und auch bei der Katholischen Kirche sieht man es ähnlich, wie Volker Bauerfeld, Pressesprecher beim Bistum Hildesheim, erklärt. "Niemand weiß, wie sich die Pandemie-Lage dann gestaltet. Insofern ist es schwierig, heute konkrete Planungen zu benennen, die auch Bestand haben. Ideen, wie die Katholikinnen und Katholiken Weihnachten unter Corona-Bedingungen feiern können, gibt es bereits. Wir planen neben Livestreams von Gottesdiensten auch Gottesdienste unter freiem Himmel."

Kürzlich teilte der Hildesheimer Dr. Heiner Wilmer mit, dass man das diesjährige Weihnachtsfest auf neuen Wegen feiern könne. "Wir können Weihnachten, diese Sternstunde der Menschlichkeit, auf neuen Wegen feiern: auf Plätzen, im Wald, in Ställen, auf Weihnachtsmärkten und in Fußgängerzonen. Dabei ist es natürlich wichtig, die Corona-Vorschriften zu beachten, damit niemand gefährdet wird. Ich ermutige Sie, kreativ und erfinderisch zu sein – an neuen Orten, zu neuen Zeiten und auf ganz neuen Wegen. Es darf ruhig verrückt sein. Gott ist für alle Menschen gekommen. Und er lässt niemanden allein. Das ist die Botschaft, die wir - besonders dieses Jahr - mit allen teilen dürfen", appellierte der Bischof.

Wolfenbüttels Propst, Dieter Schultz-Seitz, hält Gottesdienste im Freien ebenfalls für eine Möglichkeit, das Weihnachtsfest zu gestalten und sagt: "Weihnachtsgottesdienste im Freien sind in diesem Jahr eine gute Möglichkeit. Dort wird Gemeindegesang möglich sein, in den Kirchen werden nur wenige Solisten singen dürfen. Voraussichtlich wird es eine Mischung aus Gottesdiensten in den Kirchen und im Außenbereich geben."


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