whatshotTopStory

Wie breit soll's denn werden? Entscheidung zur Sidonienbrücke vertagt

Die Mehrheit des Rates sieht noch Gesprächsbedarf. Die Grünen sehen eine Entscheidung mit Symbolcharakter.

von Alexander Dontscheff


Die alte Sidonienbrücke hat bald ausgedient.
Die alte Sidonienbrücke hat bald ausgedient. Foto: Alexander Dontscheff

Artikel teilen per:

19.05.2020

Braunschweig. Mit knapper Mehrheit beschloss der Rat der Stadt Braunschweig in seiner Sitzung am heutigen Dienstag die Entscheidung über den Neubau der Sidonienbrücke noch einmal zu vertagen. Zuvor hatte es Kritik seitens der Grünen an der mangelnden Breite der Brücke gegeben. Und obwohl die Stadt ihren Entwurf nachgebessert hatte und die schmalste Stelle der Brücke nicht mehr 4 sondern 4,6 Meter breit sein soll, hielten die Grünen an der Kritik fest.


"Hier geht es nicht um einen banalen Streit über die Breite einer Brücke, hier geht es um die Zukunft des Verkehrs im Viertel", betonte Ratsherr Dr. Rainer Mühlnickel. Es sei gar ein Symbol für die Zukunft der Mobilitätsentwicklung in der Stadt. Der Fußgängerverkehr dürfe nicht unter dem Radverkehr leiden, beide müssten besser getrennt werden.Die vorgesehenen 4,6 Meter reichten dafür nicht aus.

Meinungsänderung bei der SPD


Die SPD-Fraktion, die noch vor einer Woche in einer Pressemitteilung verkündet hatte, dem Vorschlag der Verwaltung zuzustimmen (regionalHeute.de berichtete), stellte daraufhin den Antrag, die Entscheidung über die Vorlage zu vertagen. Der Dialog zwischen Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit solle noch intensiviert werden, so Ratsfrau Nicole Palm.

Dem widersprach Mathias Möller (FDP). "Die Bürger erwarten, dass wir heute eine Entscheidung treffen. Und wir sind auch in der Lage dazu", so der FDP-Ratsherr. Die diversen Einwände der Verbände seien von der Verwaltung ausreichend berücksichtigt worden. Eine knappe Mehrheit des Rates sah dies anders und stimmte für eine Vertagung.

Radschnellweg ausgeschlossen


Danach meldete sich Oberbürgermeister Ulrich Markurth zu Wort, der davor warnte, dass sich hier Fronten verhärten würden, die es gar nich gebe. Er erinnerte daran, dass der Vorschlag der Verwaltung im Gegensatz zu dem der Grünen konform mit den Empfehlungen für Radverkehrsanlagen (ERA) sei. Einen regelrechten Radschnellweg könne es an dieser Stelle gar nicht geben, da der Radweg in Richtung Innenstadt spätestens auf dem Weg durch das Altenheim ausgebremst werde. In jedem Fall müsse die Entscheidung im nächsten Rat fallen. Sonst drohten erhebliche Kosten.


zur Startseite